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DFG-Projekt der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zur Armutsforschung in Asien verlängert

18.01.2010
Kooperationsprojekt von vier Universitäten erhält 1,3 Millionen Euro

Großer Erfolg für ein Forschungsvorhaben der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität Hannover: Das Projekt "Vulnerabilität und Dynamik der Armut in Südostasien" ist bis 2012 verlängert worden.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die zweite Phase des Projekts mit 1,3 Millionen Euro. Beteiligt sind außer der Leibniz Universität Hannover die Georg-August-Universität Göttingen, die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Justus-Liebig-Universität Gießen. Ziel des Projekts ist es, ein besseres Verständnis über die Dynamik von ländlicher Armut zu erhalten und neue Strategien zur nachhaltigen Reduzierung von Armut und Ungleichheit zu entwickeln.

Die Wirtschaftsgeographinnen und -geographen sowie Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler untersuchen seit 2007, welche Auswirkungen "Schocks" und Krisen wie Überschwemmungen, Stürme, Schädlingsbefall, Unfälle oder Todesfälle auf Familien in ländlichen Provinzen Thailands und Vietnams haben. Dafür haben sie in Zusammenarbeit mit Partnern aus Thailand und Vietnam 4400 Familien zu ihren Lebensumständen, Einkommensmöglichkeiten und Erfahrungen mit Krisen befragt. Ein Jahr später wurden die Familien erneut besucht.

In der zweiten Phase sollen dieselben Haushalte erneut befragt werden und darüber hinaus auch deren in der Stadt lebenden Verwandten, besonders in den Ballungsräumen um Bangkok, Ho-Chi-Minh Stadt und Hanoi. Mit den umfangreichen Befragungen wird ein in der Entwicklungsländerforschung einmaliger Datensatz geschaffen, mit dessen Hilfe entwicklungspolitisch entscheidende Themen bearbeitet werden können, etwa die Auswirkungen von Finanz- und Wirtschaftskrisen sowie des Preisanstiegs bei Nahrungsmitteln auf ärmere Bevölkerungsgruppen. "Bereits jetzt zeichnen sich einige sehr interessante Aspekte ab, die wir unbedingt weiter untersuchen möchten", sagt der Sprecher der Forschergruppe, Prof. Hermann Waibel, vom Institut für Entwicklungs- und Agrarökonomik der Leibniz Universität.

Die Forschungsergebnisse dienen einerseits der Politikberatung und werden bereits jetzt von internationalen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit wie der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank nachgefragt. Darüber hinaus unterstützt die Datenbank die Weiterentwicklung von theoretischen Konzepten der Entwicklungsökonomie. Zur Vorstellung der Ergebnisse ist 2012 eine internationale Konferenz an der Leibniz Universität Hannover geplant.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Hermann Waibel, Institut für Entwicklungs- und Agrarökonomie, unter Telefon +49 511 762 2666 oder per E-Mail unter waibel@ifgb.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

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