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In den G8-Staaten steigt die Lebenserwartung bei Geburt weiter an - um bis zu sechs Stunden pro Tag

08.06.2007
Direktor des Rostocker Max-Planck-Instituts für demografische Forschung referierte im Rahmen des Partnerprogramms beim G8-Gipfel über die Herausforderungen des Demografischen Wandels

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In seiner Rede vor den Ehepartnern der Staats- und Regierungschefs am heutigen Donnerstag lenkte Prof. James W. Vaupel die Aufmerksamkeit von Prof. Joachim Sauer (Bundesrepublik Deutschland), Ludmilla Alexandrowna Putina (Russische Föderation), Laura Bush (Vereinigte Staaten von Amerika), Cherie Blair (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland), Laureen Harper (Kanada), Flavia Franzoni Prodi (Italienische Republik), Akie Abe (Japan) und Margarida Sousa Uva (Europäische Kommission) auf den beeindruckenden und anhaltenden Anstieg der Lebenserwartung, der in vielen Industrieländern zu beobachten ist. Als ermutigend stellte er heraus, "dass wir nicht nur immer länger leben, sondern auch immer mehr Jahre in Gesundheit verbringen können", und rief die G8-Staaten dazu auf, sich den gesellschaftlichen Herausforderungen der fortschreitenden Bevölkerungsalterung zu stellen und mehr Geld in die Alternsforschung zu investieren. Der Vortrag fand im Schlosshotel Burg Schlitz in der Mecklenburgischen Schweiz etwa 80km entfernt von Heiligendamm statt.


Vor allem Japan, Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien und Kanada gehören zu den Staaten, in denen die Lebenserwartung bei Geburt stetig steigt - um bis zu zweieinhalb Jahre pro Dekade oder sechs Stunden pro Tag. Den Rekord halten seit einigen Jahren die Japanerinnen, mit einer Lebenserwartung bei Geburt, die inzwischen bei fast 86 Jahren angekommen ist. In Russland liegt die Lebenserwartung noch auf einem niedrigeren Niveau, und auch in den USA hat sich der Anstieg seit den 1980er Jahren etwas verlangsamt. Aber auch einzelne Bevölkerungsgruppen in diesen beiden Ländern - insbesondere jene mit besserem Bildungsniveau - verzeichnen einen ähnlichen Anstieg in der Lebenserwartung wie Kanada, Japan und die europäischen G8-Staaten.

Die voranschreitende Bevölkerungsalterung in diesen Ländern wird einschneidene politische Reformmaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt, im Rentensystem, im Gesundheits- und auch Bildungswesen unumgänglich machen, so die Überzeugung des Rostocker Max-Planck-Direktors. Er sieht das 21. Jahrhundert als das Jahrhundert der Umverteilung von Arbeit - von jung zu alt. Vor allem die USA und Japan haben in seinen Augen bereits den richtigen Weg eingeschlagen und verzeichnen wachsende Erwerbsquoten älterer Menschen.

Der Anteil Älterer in diesen Ländern wird zukünftig weiter steigen. Doch in welchem Ausmaß der Anstieg der Lebenserwartung die Gesundheitssysteme der Länder belasten wird, hängt auch davon ab, ob die zusätzlichen Lebensjahre in Gesundheit verbracht werden können. Von Bedeutung wird beispielsweise sein, ob Alterskrankheiten wie Alzheimer oder Parkinson verstanden, geheilt oder gar verhindert werden können. Federführend sollten die G8 - Staaten die internationalen und interdisziplinären Forschungsanstrengungen auf dem Gebiet der Alternsforschung vorantreiben.

Prof. Vaupel wurde in seinen Ausführungen von weiteren Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung unterstützt: Dr. Annette Baudisch und Dr. Vladimir Shkolnikov präsentierten im Schlosshotel Poster und gaben vertiefte Einblicke in die demografische Forschung.

Silvia Leek | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.demogr.mpg.de

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