Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bin ich schön? Frauen und die Models aus der Werbung

31.10.2001


In der schönen Welt der Werbung tauchen fast nur wunderhübsche Models mit perfekten Körpern auf. Das soll so manche Frau aus dem wirklichen Leben in Verzweiflung stürzen, weil sie sich eben nicht so ideal fühlt. Stimmt so nicht, sagen fünf Psychologie-Studierende von der Uni Würzburg: Es hängt immer von der Situation ab, in der eine Frau die Werbung betrachtet.

Für diese sozialpsychologische Forschungsarbeit, die im Rahmen des Experimentalpraktikums für Studierende entstand, haben Odile Jagsch, Anja Kund, Sonja Mager, Philippe Türk-Pereira und Anja Zimmermann den dritten Preis bei einem bundesweiten Forschungswettbewerb für Studierende gewonnen.

Diesen Wettbewerb, den "Deutschen Studienpreis", hatte die Körber-Stiftung (Hamburg) unter dem Titel "BodyCheck - Wie viel Körper braucht der Mensch?" ausgeschrieben. 424 Arbeiten wurden eingereicht; das Werk aus Würzburg mit dem Thema "The Power of the Situation" (Die Macht der Situation) wurde mit 3.000 Euro prämiert. Die Würzburger Studierenden erhalten die Auszeichnung am 25. Februar in Berlin.

Die fünf jungen Psychologen haben experimentell untersucht, wie sich das Betrachten von Fotomodellen aus der Werbung bei Frauen auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers auswirkt. Sie legten ihren Versuchspersonen weibliche Idealbilder aus der Werbung vor: Die gezeigten Typen waren entweder jung, schlank und sehr feminin, oder aber jung, schlank und unglaublich sportlich.

Die Hälfte der Versuchspersonen sollte die Qualität und die Kreativität dieser Werbekampagnen beurteilen, die andere Hälfte sollte sich direkt mit den Models vergleichen. Unmittelbar danach wurden alle Frauen auf verschiedenen Dimensionen zu ihrer eigenen Körperwahrnehmung befragt. Sie sollten zum Beispiel angeben, wie viele Liegestütze sie zu schaffen glauben, für wie feminin sie sich halten oder wie zufrieden sie mit ihrem eigenen Körper sind.

Die Frauen, die sich mit den Models vergleichen sollten, gelangten zu einer negativen Eigeneinschätzung: "So sportlich oder so weiblich wie diese Frau in der Werbung bin ich selbst nicht." Dagegen näherten die Frauen, welche die Werbekampagnen beurteilen sollten, ihr Eigenbild an das der Models an, sie beurteilten sich also als mindestens genauso feminin oder sportlich wie die abgebildeten Models.

Also: Das Vorurteil, dass Frauen durch Werbung mit Super-Models generell in ein negatives Selbstbild gestürzt werden, stimmt so nicht. Stattdessen hängt die Konsequenz für die eigene Person von der Art ab, wie man sich mit der Werbung beschäftigt. Wird die Werbeinformation zum Vergleich mit sich selbst verwendet, so haben die Models einen negativen Einfluss auf das Selbstbild. Beurteilt man die Werbung dagegen ohne Bezug auf die Person, hat die Darstellung schöner Menschen einen positiven Effekt: Man nähert sich den Models an und schreibt sich deren positive Eigenschaften in stärkerem Maße selbst zu.

Diese Untersuchung wurde am Lehrstuhl für Psychologie II (Prof. Fritz Strack) durchgeführt und von Dipl.-Psych. Michael Häfner betreut.

Kontakt: Michael Häfner, T (0931) 31-2164 oder 31-2871 (Sekretariat), Fax (0931) 31-2812, E-Mail:
haefner@psychologie.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Model Selbstbild Werbekampagne

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten