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Unhöflichkeit am Arbeitsplatz vergiftet Betriebsklima

14.03.2003


Mitarbeiter reagieren kontraproduktiv - Produktivität sinkt


Wird unhöfliches Verhalten am Arbeitsplatz nicht kontrolliert, ist dies ein schleichendes Gift für die Produktivität. Eine Untersuchung von Forschern der University of South Florida hat gezeigt, dass 69 Prozent der befragten Personengruppe an ihrem Arbeitsplatz herablassend behandelt werden und sich dies in ihrer täglichen Arbeit niederschlägt. Die Ergebnisse präsentieren die Studienleiter Lisa Penney und Paul Spector auf der Jahreskonferenz der Society for Industrial and Organizational Psychology zwischen 11. und 13. April in Orlando/Florida.

Die wahre Gefahr liegt den Wissenschaftlern zufolge darin, dass sich unhöfliches Verhalten in noch negativeres Verhalten steigern kann. Werden Menschen am Arbeitsplatz unhöflich behandelt, neigen sie zu kontraproduktiven Handlungen. So haben sich 72 Prozent der Befragten aufgrund einer respektlosen Behandlung im Unternehmen gegenüber anderen abfällig über den Betrieb geäußert. 41 Prozent äußerten sich negativ über die Leistung der Kollegenschaft. 40 Prozent verlangsamten ihr Arbeitstempo und hielten Deadlines nicht ein. 43 Prozent behandelten Auftraggeber oder Kunden unhöflich und 41 Prozent stritten sich mit Kollegen.


Über die Tatsache, dass Menschen auf eine unhöfliche Behandlung negativ reagieren, ist Penney wenig erstaunt. "In gewisser Beziehung ist Vergeltung menschlich. Manchmal wird diese für die Selbstachtung und den Respekt von Bedeutung. Beides ist für Menschen wichtig." Unhöflichkeit unterscheidet sich eindeutig von Aggression am Arbeitsplatz, deren negative Absicht eindeutig ist, betont die Forscherin. Aggression kann zu Gewalt - physischer und verbaler Natur – gegenüber Mitarbeitern führen, sogar zum Mord. Unhöflichkeit ist zwar eine sanftere, aber nicht weniger schädliche Form des Missbrauchs. Unhöfliches Verhalten ist nicht unbedingt absichtlich. Ein unhöflicher Kommentar oder zu vergessen, den Arbeitskollegen zum Mittagessen mitzunehmen, reichen schon aus. "Wird Unhöflichkeit zur Norm im Unternehmen, kann dies die Harmonie eines Betriebes, die für eine produktive Leistung aber unbedingt erforderlich ist, ruinieren", betont Penney. Natürlich könne man nicht jedes unhöfliche Verhalten in einen Topf werfen. Oftmals ist es eine Sache der Wahrnehmung. Nicht jeder würde ein bestimmtes Verhalten als unverschämt abstempeln. "Aber das Opfer selbst sieht sich immer als das Ziel der Gemeinheit und Unhöflichkeit", ergänzt die Wissenschaftlerin. Dies macht Unhöflichkeit auch so hinterlistig. Sie kann ein ganzes Büro infizieren, wenn sie nicht im Keim erstickt wird.

Die Herausforderung für Geschäftsführer besteht daher darin, die Anzeichen, dass manche Mitarbeiter gegenüber der Kollegenschaft unverschämt sind, zu erkennen und dies sofort abzuwürgen. Werden neue Mitarbeiter eingestellt, gilt es Referenzen zu prüfen. Zudem sind eine offene Kommunikation und Feedback wichtig, um unhöflichem Verhalten entgegenzuwirken. Darüber hinaus sollten Geschäftsführer mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Angestellten mit Respekt und Rücksicht behandeln. Verhält sich der Boss gegenüber seinen Angestellten allerdings selbst unhöflich, gibt es nur wenige Möglichkeiten, dies zu verhindern, muss Penney eingestehen. "In diesem Fall befinden sie sich in einer schwierigen Situation. Eine Reklamation kann zu Vergeltungsmaßnahmen führen und sich ruhig zu verhalten wiederum zu Stress und Depression bei den Mitarbeitern."

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.usf.edu
http://www.siop.org

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