Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheit von Migranten in Deutschland

22.07.2008
Forscher der Universität Bielefeld erstellen ersten umfassenden Bericht

Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht grundsätzlich kränker als die nicht migrierte Bevölkerung.

Fast ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Diese Menschen sind entweder selbst zugewandert oder sie sind Kinder und Enkel von Zuwanderern. Der Gesundheitszustand von Menschen mit Migrationshintergrund kann sich von dem der Allgemeinbevölkerung deutlich unterscheiden.

Die wenigen verfügbaren Daten zu diesem Thema sind aber verstreut und nur schwer auffindbar. Das ändert sich nun. Forscher der Universität Bielefeld haben im Auftrag des Robert Koch-Instituts den ersten umfassenden Bericht zum Thema "Migration und Gesundheit" in Deutschland erstellt. Daran mitgearbeitet haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Mainz, der Charité in Berlin, des Ethno-Medizinischen Zentrums in Hannover und des Robert Koch-Instituts in Berlin.

"Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht grundsätzlich kränker als die nicht migrierte Bevölkerung", so der Hauptautor des Gesundheitsberichtes, Prof. Dr. Oliver Razum von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. "Und wenn sie erkranken, leiden sie meist unter ähnlichen Krankheiten wie die Gesamtbevölkerung. In bestimmten Bereichen haben sie aber erhöhte Gesundheitsrisiken".

Hierzu zählen laut Prof. Razum beispielsweise die Säuglingssterblichkeit, einige Infektionskrankheiten wie die Tuberkulose sowie Erkrankungen durch psychosoziale Belastungen infolge der Trennung von der Familie oder politischer Verfolgung im Herkunftsland. Noch zu wenig beachtet werden die gesundheitlichen Probleme und der Pflegebedarf älterer Migrantinnen und Migranten.

Prof. Razum betont, dass vornehmlich gesunde und aktive Menschen migrieren. Zuwanderer bauen zudem oft soziale Netzwerke auf, die gesundheitsfördernd wirken können. Durch ihre soziale Lage oder ihre Arbeitsbedingungen sind aber viele Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland einer überdurchschnittlichen gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt. Sie müssen darin unterstützt werden, ihre Gesundheit zu erhalten. Im Falle einer Erkrankung müssen sie trotz möglicher sprachlicher und kultureller Barrieren gleiche Zugangschancen zur Gesundheitsversorgung bekommen.

Der Gesundheitsbericht "Migration und Gesundheit" erscheint als Schwerpunktbericht in der Reihe Gesundheitsberichterstattung (GBE) des Bundes. Die GBE des Bundes liefert daten- und indikatorengestützte Beschreibungen und Analysen zu allen Bereichen des Gesundheitswesens. Der Bericht ist auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts verfügbar (http://www.rki.de -> Gesundheitsberichterstattung) und kann kostenlos über das Robert Koch-Institut bezogen werden: gbe@rki.de.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. med Oliver Razum, Universität Bielefeld
Fakultät für Gesundheitswissenschaften
Abt. Epidemiologie & International Public Health
Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld
Tel. 0521 / 106 - 3837
E-Mail: oliver.razum@uni-bielefeld.de

Torsten Schaletzke | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de/
http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw
http://www.rki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung