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Wie weiter nach der Schule? Grosse Schweizer Jugend-Längsschnittstudie TREE zur Universität Basel

15.04.2008
Die Schweizer Jugendstudie TREE wird am Institut für Soziologie der Universität Basel weitergeführt. Diese weltweit einzigartige Langzeituntersuchung zum Übergang zwischen Schule und Erwachsenenalter verfolgt den Werdegang von über 6'000 jungen Menschen in der Schweiz. Erforscht werden unter anderem die Faktoren für eine erfolgreiche Laufbahn nach dem Schulabschluss.

In der Jugendstudie TREE (TRansitionen von der Erstausbildung ins Erwerbsleben) wird seit 2000 der Werdegang von jungen Erwachsenen aus der ganzen Schweiz verfolgt, die damals an der Leistungsmessungsstudie Pisa teilnahmen und im gleichen Jahr aus der Schulpflicht entlassen wurden.

Die Untersuchung ist für das Land die erste ihrer Art und auch weltweit einzigartig: TREE kann die schulische, persönliche und soziale Situation, in der sich die Untersuchten am Ende ihrer obligatorischen Schulzeit befinden, mit ihrem weiterem biografischen Verlauf verknüpfen. So lassen sich nicht nur individuelle Ausbildungs- und Erwerbsverläufe detailliert nachzeichnen, sondern auch Chancen und Risikofaktoren bestimmen, welche eine erfolgreiche Laufbahn begünstigen oder erschweren.

Die über 6'000 jungen Menschen der Pisa/TREE-Stichprobe wurden zwischen 2001 und 2007 jährlich detailliert über ihre Ausbildungs- und Erwerbstätigkeiten, ihre Gesundheit, Zufriedenheit und Befindlichkeit befragt. Weiter interessierten sich die Forschenden für Aspekte wie Werthaltungen, soziale Unterstützung oder Drogenkonsum. Die Stichprobe ist auf nationaler und sprachregionaler Ebene repräsentativ. Zahlreiche Ergebnisse wurden bereits veröffentlicht, bisher vor allem zum schwierigen ersten Übergang zwischen Schulaustritt und weiterführenden Ausbildungen.

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So hat TREE bisher deutlich gemacht, dass der Eintritt in die Berufsbildung für viele Jugendlichen ein eigentliches Nadelöhr darstellt, das mit teils jahrelangen Wartezeiten in Zwischenlösungen oder Brückenangeboten verbunden ist. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Ausbildungsverläufe der Jugendlichen zu einem beträchtlichen Teil alles andere als gradlinig verlaufen: Nur gut die Hälfte eines Schulabgängerjahrgangs steigt direkt in eine weiterführende Berufs- oder Allgemeinbildung ein und durchläuft diese bruchlos. Ein weiterer, Besorgnis erregender Befund der Studie ist, dass die soziale Herkunft in der Schweiz auch nach der Schulpflicht einen ausserordentlich starken Einfluss auf den Bildungserfolg hat.

Das Projekt wird von Prof. Manfred Max Bergman, Thomas Meyer und Dr. Sandra Hupka-Brunner geleitet. Mit dem Umzug vom bisherigen Standort bei der Erziehungsdirektion des Kantons Bern an das Soziologische Institut der Universität Basel tritt TREE in eine neue Phase. Der Schweizerische Nationalfonds hat das interdisziplinäre Projekt in sein Portefeuille bedeutender sozialwissenschaftlicher Infrastrukturen aufgenommen. Die Universität Basel und weitere Projektpartner planen beträchtliche Investitionen. Damit sollen unter anderem die bisher erhobenen Daten detaillierter ausgewertet und 2010 eine weitere Befragung durchgeführt werden. Ebenfalls vorgesehen ist ein Transfer der Forschung in die Lehre sowie ihre Vermittlung an eine breitere Öffentlichkeit.

Weitere Auskünfte:
Dr. Sandra Hupka-Brunner, Institut für Soziologie der Universität Basel, Tel. 0041(0)61 267 28 15, E-Mail: Sandra.Hupka@unibas.ch

lic. phil. Christoph Dieffenbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.tree-ch.ch

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