Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Wissenstransfer: FH D bringt Konzepte für generationsübergreifende soziale Arbeit nach Rumänien

13.03.2008
Seniorinnen und Kinder basteln gemeinsam Karnevalskostüme, entdecken deutsche Märchen, dekorieren Räume mit Frühlings- und Glückssymbolen. Eine Szene aus Düsseldorf?

Nein, Elemente eines sozial- und kulturpädagogischen Transferprojekts im rumänischen Cluj-Napoca, das Studentinnen des Fachbereichs Sozial- und Kulturwissenschaften im März 2008 unternahmen.

"Aus Projekten wissen wir, dass generationsübergreifende soziale und kulturelle Arbeit positive Effekte aufweist", sagt Prof. Dr. Volker Eichener, der das Projekt wissenschaftlich begleitete. So profitierten Kinder von dem Erfahrungswissen der älteren Menschen. Umgekehrt erhielten diese eine Möglichkeit, ihr Wissen einzusetzen und frisch zu halten, etwas sinnvolles für die Gemeinschaft zu tun und ihre Freizeit anregend zu gestalten sowie neue soziale Kontakte zu finden und soziale Anerkennung zu erhalten.

"Wir wissen aus Untersuchungen, dass solche Aktivitäten dazu beitragen, die alten Menschen körperlich und geistig fit zu halten. Daneben", erklärt der Politikwissenschaftler, "werden soziale Netze aufgebaut, es wird bürgerschaftliches Engagement gefördert und soziales Kapital geschaffen.

Außerdem erhalten die Einrichtungen der Kinderbetreuung durch die intergenerativen Projekte zusätzliche personelle Ressourcen." Durch intergenerative Projekte könnten soziale und kulturelle Leistungen angeboten werden, die für alle Bevölkerungsgruppen interessant sind und damit die Attraktivität des Standorts (auch für Investoren) steigern, so der Experte weiter.

In Rumänien war dieses Konzept bislang unbekannt, bis Livia Visan, aus Rumänien stammende Studentin an der Fachhochschule Düsseldorf auf die Idee kam, in Cluj-Napoca, auch Klausenburg genannt, einen Workshop zu organisieren, um die generationsübergreifende soziale Arbeit in das europäische Partnerland zu bringen.

Unterstützt von Sabine Müller, Studentin der Sozialpädagogik, stellte Livia Visan das Konzept gut 30 Fach- und Führungskräften aus verschiedenen pädagogischen Bereichen zunächst in der Theorie vor. Danach ging es an die praktische Umsetzung. Ein Dutzend Seniorinnen und zwei Dutzend Vorschulkinder demonstrierten, was intergenerative soziale und kulturelle Arbeit heißt: An den typisch "deutschen", wenn nicht sogar "Düsseldorfer" Themen Karneval und Märchen wurde generationsübergreifende soziale Arbeit praktiziert, gleichermaßen ergebnisorientiert wie unterhaltsam.

Beeindruckt von dieser Form des Wissenstransfers äußerte Prof. Dr. Vasile Chis von der pädagogischen Fakultät der Universität Babes-Bolyai Interesse an einer Kooperation und einem Studierendenaustausch mit der FH Düsseldorf. Prof. Eichener prüft nun die Möglichkeiten für ein internationales Transferprojekt. "Soziale Arbeit könnte sich damit zu einem Exportartikel der FH Düsseldorf entwickeln", sagt der Professor.

Simone Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-duesseldorf.de

Weitere Berichte zu: Transferprojekt Wissenstransfer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik