Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

US-Experte für Biopharmazie kommt mit einem Humboldt-Forschungspreis nach Mainz

30.06.2009
Prof. Gordon L. Amidon wird auf dem Gebiet der zielgerichteten Wirkstoffabgabe von Arzneimitteln mit den Mainzer SAMT-Experten zusammenarbeiten

Der US-amerikanische Pharmazeut Prof. Gordon L. Amidon erhält den mit 60.000 Euro dotierten Humboldt-Forschungspreis. Der Preis dient unter anderem zur Finanzierung eines Gastprofessoren-Aufenthalts an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und gemeinsamer Forschungen mit der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. Peter Langguth vom Institut für Pharmazie.

"Wir freuen uns, dass die Alexander von Humboldt-Stiftung unseren Antrag bewilligt hat und wir mit Prof. Amidon hier in Mainz einen der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Biopharmazie begrüßen können", teilte Langguth dazu mit. "Auf der Basis seiner wissenschaftlichen Arbeiten wurde das sogenannte Biopharmazeutische Klassifizierungssystem entwickelt." Das System dient zum besseren Verständnis, wie und warum bei oral verabreichten Arzneimitteln die Verfügbarkeit im Körper manchmal gering und variabel ist. Es wurde bereits von vielen Gesundheitsbehörden und von der WHO in Genf übernommen. Darüber hinaus erlaubt es Vorhersagen zur Vergleichbarkeit wirkstoffgleicher Arzneimittel, zum Beispiel Generika.

Amidon, Professor am College of Pharmacy der University of Michigan in Ann Arbor, ist außerdem ein Experte auf den Gebieten des Arzneistofftransports und der zielgerichteten Arzneistoffabgabe, Letzteres wird auch als Drug Targeting bezeichnet. "Von seinen hervorragenden Kenntnissen auf diesem Gebiet wird auch unser Forschungsschwerpunkt SAMT profitieren können", erwartet Langguth. SAMT steht für Arzneistoff-Membrantransport und -Targeting und befasst sich mit der Entwicklung neuer Arzneimittel, die ihren Wirkstoff möglichst genau am Zielort abgeben sollen. Das ist für die Therapie vieler Erkrankungen außerordentlich wichtig, beispielsweise bei der Chemotherapie maligner Tumoren: Die Konzentration des Therapeutikums im Tumor soll maximiert und in den Organen, in denen es zu unerwünschten Nebenwirklungen kommen kann, minimiert werden. Die Experten von SAMT konzentrieren sich bei ihren Arbeiten auf den zukunftsträchtigen Bereich der Nanomedizin. Nanopartikel als Trägerstoffe haben den Vorteil, dass manche Barrieren im Körper wie zum Beispiel Zellmembranen keine unüberwindlichen Hindernisse darstellen.

Mit dem Humboldt-Forschungspreis werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihr bisheriges Gesamtschaffen ausgezeichnet, wenn ihre grundlegenden Entdeckungen, Erkenntnisse oder neue Theorien das eigene Fachgebiet nachhaltig geprägt haben und von ihnen auch in der Zukunft weitere Spitzenleistungen erwartet werden können. Die Preisträger sind eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben in Deutschland in Kooperation mit Fachkollegen für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr durchzuführen. Die Humboldt-Stiftung vergibt nach eigenen Angaben jährlich bis zu 100 Humboldt-Forschungspreise. Die Nominierung erfolgt durch Wissenschaftler in Deutschland. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich.

Kontakt und Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Peter Langguth
Institut für Pharmazie, Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-25746
Fax 06131 39-25021
E-Mail: langguth@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.pharmazie.uni-mainz.de/aklangguth.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie