Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Über 1 Mio. Euro Förderung für neues Research Studio im Bereich Elektronik an der FH JOANNEUM

30.06.2014

Durch zahlreiche Umwandlungsstufen geht bei der Stromerzeugung auf dem Weg vom Kraftwerk bis zum Endverbrauch immer noch viel Energie verloren.

Am neuen Research Studio „JOANNEUM Power Electronics Center“ an der FH JOANNEUM Kapfenberg, das vom Wirtschaftsministerium mit rund 1,14 Millionen Euro gefördert wird, wird nun an der Verbesserung elektrischer Energieumwandlung geforscht.


Elektronik-Studierende im neuen Research Studio der FH JOANNEUM

Stefan Leitner

Bei der im April 2014 abgeschlossenen vierten Ausschreibung des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im Programm „Research Studios Austria“ konnte das Transferzentrum „Electronic Engineering“ der FH JOANNEUM Fördermittel in der Höhe von 1,14 Millionen Euro für die Einrichtung eines Research Studios an Land ziehen. Das „JOANNEUM Power Electronics Center“ an der FH JOANNEUM Kapfenberg wird im Rahmen des Schwerpunkts „Energie- und Ressourceneffizienz“ auf vier Jahre gefördert.

Ziel der Programmlinie ist die prototypische Anwendung und Umsetzung von Forschungsergebnissen aus der Grundlagenforschung. „Nach jahrelanger Aufbauarbeit sehen wir die Zuerkennung dieser Förderung als Chance, um auch auf internationaler Ebene als Zentrum für moderne Leistungselektronik bekannt zu werden und unsere Industriepartnerschaften entsprechend zu erweitern“, erklärt Projektleiter Hubert Berger, Leiter des Transferzentrums „Electronic Engineering“.

Erforschung hocheffizienter Leistungselektronik 

Das Transferzentrum „Electronic Engineering“ der FH JOANNEUM wird sich im „JOANNEUM Power Electronics Center“ in vielfältiger Weise der Verbesserung und damit der Effizienzsteigerung bei elektrischer Energieumwandlung widmen. „Die Stromversorgung eines Mobiltelefons zum Beispiel benötigt von der Stromerzeugung im Kraftwerk bis zum Verbrauch in den internen Schaltungen und am Handy-Display eine Vielzahl an Umwandlungsstufen, bei denen in Summe beträchtliche Verluste entstehen“, so Hubert Berger.

Durch die vermehrte Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen und der Energiepufferung zum Beispiel in großen Speicherbatterien kommt es zu zusätzlichen Umwandlungsstufen, für die immer mehr Elektronik eingesetzt wird. „Würden diese Umformungen auf Basis modernster Leistungselektronik erfolgen, so könnten zum Beispiel in den USA 100 kalorische Kraftwerke eingespart werden“, so Berger. Das neue Forschungsstudio konzentriert sich genau auf dieses Gebiet der hocheffizienten und kompakten Leistungselektronik.

Durch den Einsatz neuer Werkstoffe wie Siliziumkarbid und Galliumnitrit wird bereits jetzt eine Effizienzsteigerung in den Geräten erzielt. Hubert Berger beschreibt: „Im Zuge unserer bisherigen Forschungstätigkeit haben wir erkannt, dass nur ein umfassender Ansatz die Vorteile derartiger neuer Komponenten vollständig ausschöpfen kann.“ Das „JOANNEUM Power Electronics Center“ wird sich daher unter anderem mit der Analyse und Simulation neuer Schaltungstechnologien oder mit Hochleistungs-Echtzeit-Microcomputerplattformen auseinandersetzen.

Kooperation mit Forschung und Industrie

In der ersten Phase wird intensiv an der Entwicklung von funktionellen Prototypen gearbeitet, mittelfristig soll die Zusammenarbeit mit Industriepartnern forciert werden. „Wir haben das Ziel, das Projektvolumen durch Firmenkooperationen letztendlich zu verdoppeln“, so Berger. Auch mit den Instituten „Fahrzeugtechnik / Automotive Engineering“, „Luftfahrt / Aviation“ und „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ der FH JOANNEUM ist eine enge Kooperation geplant. Von externer Seite sind Manfred Mücke (Experte für Scientific Computing), Günther Engel (Experte für piezokeramische Kondensatoren) und das Forschungsinstitut „Virtual Vehicle“ mit dem Team um Martin Cifrain (Experte für moderne Batterie- und Speichertechnologien) in den Aufbau des Research Studios eingebunden.

Das Gesamt-Projektvolumen für das „JOANNEUM Power Electronics Center“ beträgt 1,59 Millionen Euro, davon werden 70 Prozent vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gefördert.

Weitere Informationen:

http://www.bmwfw.gv.at/Presse/AktuellePresseMeldungen/Seiten/MitterlehnerStartsc... - weitere Infos zur Förderung der Research Studios durch das BMWFW
http://www.fh-joanneum.at/aw/home/Studienangebot_Uebersicht/~ctda/iee/?lan=de - Institut „Electronic Engineering“ der FH JOANNEUM

Cornelia Schuss | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt 2017 ausgeschrieben
23.01.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Personal-Trainer zum Anziehen: Intelligente Trainingskleidung gewinnt Fashion Fusion Award
23.01.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie