Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spitzenergebnis der Leibniz Universität Hannover bei EXIST-Förderung des Bundes

28.10.2009
Rund 800.000 Euro Gründungsmittel gehen an den "Kontaktfreien Vorschub" aus dem PZH und das "Portable Mobile Mapping" aus dem Geodätischen Institut

Ein beeindruckendes Ergebnis der aktuellen EXIST-Forschungstransfer-Runde des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie: Zwei der zwölf EXIST-Förderungen, mit denen Hightech-Ausgründungen aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen unterstützt werden, gehen an Projekte der Leibniz Universität Hannover.

Und bundesweit erstmalig wird in der Geschichte dieser Förderlinie mit dem "Kontaktfreien Vorschub" aus dem Produktionstechnischen Zentrum (PZH) ein Thema aus dem Maschinenbau gefördert.

Der "Kontaktfreie Vorschub" ist eine Hightech-Entwicklung, mit der Olaf Marthiens den Maschinenbau revolutionieren will. Der Wissenschaftler aus dem Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen am PZH könnte dem klassischen Prinzip des Walzenvorschubs, bei dem das zu verarbeitende Bandmaterial durch zwei angetriebene Stahlwalzen in die Presse geführt wird, den Todesstoß versetzen. Denn bei Marthiens sorgen elektromagnetische Kräfte dafür, dass das Blechmaterial kontaktfrei, positionsgenau und mit hoher Geschwindigkeit fortbewegt wird.

"Wir erreichen die doppelte Vorschubkraft der leistungsfähigsten Vorschübe der Welt, Oberflächen werden nicht mehr beschädigt und auch nicht ausgewalzt, und noch dazu brauchen wir für diesen Vorschub weniger Energie", fasst Marthiens die Vorteile seines Konzepts zusammen, das bereits patentiert ist. Für die Umsetzung in ein marktgängiges Produkt und die Gründung eines Unternehmens stehen ihm und seinem Partner Hannes Mahler für die nächsten 18 Monate rund 400.000 Euro aus der EXIST-Förderung zur Verfügung.

Ein terrestrischer Laserscanner, der seine Umgebung - vor allem Innenräume - hochaufgelöst abtastet, ist der Kern des "Portable-Mobile-Mapping"-Systems, das Harald Vennegeerts entwickelt. Vennegeerts ist Wissenschaftler am Geodätischen Institut, und sein Ziel ist es, Innenräume sehr schnell dreidimensional zu erfassen. Solche schnell und mobil erhältlichen 3D-Modelle wären beispielsweise außerordentlich interessant für den Aufbau von Gebäudemanagementsystemen, für den Umbau von Gebäuden, für Energieeffizienz-Modernisierungen oder auch als Grundlage zur Ermittlung von Verkehrs- und Beleihungswerten von Immobilien. Vennegeerts, der mit Christian Hesse und Jan Linxweiler an der Realisierung dieser Ideen arbeitet, sieht allerdings auch Einsätze im sicherheitskritischen Bereich: "Mit dem System könnte man beispielsweise Flughäfen oder Bahnhöfe räumlich hochauflösend und erheblich schneller erfassen und geometrische Veränderungen detektieren." Auch dieses Projekt ist eine Premiere - es ist der erste EXIST-Forschungstransfer aus dem Bereich Geodäsie - und kann mit knapp 400.000 Euro Gründungsfinanzierung an den Start gehen.

Beide Projektteams wurden von "starting business", dem Existenzgründerprogramm für die Leibniz Universität Hannover und das Laser Zentrum Hannover, begleitet und beraten.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Tanja Bartholdy von "starting business" unter Telefon +49 511 762 5257 oder E-Mail tb@tt.uni-hannover.de zur Verfügung. Die Wissenschaftler erreichen Sie auch direkt:
Dipl.-Ing. Olaf Marthiens, +49 151 5817 5665; ifum@marthiens.de
Dipl.-Ing. Harald Vennegeerts, +49 511 762 2466; venne@gih.uni-hannover.de

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Mobilitätspreis geht an Projekt des KIT
29.06.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie
28.06.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der schärfste Laserstrahl der Welt

Physikalisch-Technische Bundesanstalt entwickelt einen Laser mit nur 10 mHz Linienbreite

So nah an den idealen Laser kam bisher noch keiner: In der Theorie hat ein Laser zwar genau eine einzige Farbe (Frequenz bzw. Wellenlänge). In Wirklichkeit...

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der schärfste Laserstrahl der Welt

29.06.2017 | Physik Astronomie

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften