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Schutz vor Kontrastmittelschaden bei Herzpatienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

08.11.2011
Deutsche Stiftung für Herzforschung zeichnet Arbeit mit August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis aus

Bei Herzkatheteruntersuchungen kommen Röntgenkontrastmittel zum Einsatz, wenn Herz und Herzgefäße mittels einer Koronarangiographie dargestellt werden. Diese Kontrastmittel können die Funktion der Nieren des Patienten verschlechtern.

Insbesondere Patienten mit einer vorgeschädigten Niere sind gefährdet, nach Kontrastmittelgabe eine kontrastmittel-induzierte Nierenschädigung (kurz „KIN“ für kontrastmittel-induzierte Nephropathie) zu entwickeln. Warum eine KIN entsteht, ist noch nicht ganz geklärt. Vermutet wird, dass eine Durchblutungsminderung (Ischämie) der Nieren durch das Kontrastmittel direkt oder indirekt eine entscheidende Rolle spielt.

Inwiefern sich die Zahl der KIN-Fälle senken lässt, indem man die Nieren auf eine kommende Durchblutungsstörung vorbereitet – in der Fachsprache Präkonditionierung genannt – ist Gegenstand einer von der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) geförderten Forschungsarbeit des Kardiologen PD Dr. med. Fikret Er der Klinik III für Innere Medizin am Herzzentrum des Universitätsklinikums Köln.

Die Studie mit dem Titel „Ischämische Präkonditionierung zur Verhinderung der Kontrastmittel-induzierten Nephropathie“ untersucht, ob die Präkonditionierung bei Patienten mit vorgeschädigten Nieren, denen eine Herzkatheteruntersuchung bevorsteht, vor einem Kontrastmittelschaden schützt. Die Arbeit wurde in Düsseldorf Anfang Oktober mit dem August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis für das Jahr 2011 ausgezeichnet. Der mit 15 000 Euro dotierte Preis wird alljährlich von der DSHF für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der patientennahen Herz-Kreislauf-Forschung vergeben.

Einfaches Verfahren kann Kotrastmittelschaden verringern
„Die KIN geht mit einem erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer erhöhten Sterblichkeit einher. Zahlreiche vorbeugende Maßnahmen sind in der Vergangenheit bereits erprobt worden. Nur wenige zeigten Vorteile“, sagt der Preisträger PD Er. Aus Untersuchungen anderer Forschungsgruppen ist bekannt, dass eine Präkonditionierung Vorteile haben kann. Eine Erklärung, warum es zu dieser vorteilhaften Wirkung kommt, ist noch Gegenstand der Forschung. Die Präkonditionierung wird am einfachsten mittels einer Oberarmblutdruck-Manschette durchgeführt. Hierzu wird die Durchblutung des Arms durch Aufblasen der Manschette für 5 Minuten unterbrochen. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt. In einer randomisierten, prospektiven Studie sind 100 Patienten (71 Männer, 29 Frauen) mit eingeschränkter Nierenfunktion untersucht worden, bei denen eine Herzkatheteruntersuchung (elektive Koronarangiographie) mit Kontrastmittelgabe durchgeführt wurde. Bei 50 Patienten wurde eine Präkonditionierung durchgeführt, 50 Patienten wurden nicht mit einer Präkonditionierung vorbehandelt. Es galt herauszufinden, ob die Anzahl der KIN-Fälle durch die Präkonditionierung gesenkt werden kann. Tatsächlich entstand ein kontrastmittelbedingter Nierenschaden bei 6 Patienten (12%) mit Präkonditionierung und 20 Patienten (40%) ohne Präkonditionierung (p=0,002).

Das Fazit der Studie: „Durch eine Präkonditionierung vor Kontrastmittelgabe lassen sich die Folgen der Kontrastmittelgabe auf die Nieren deutlich reduzieren, zumindest bei Patienten mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion“, berichtet PD Dr. Er.

Informationen:
Deutsche Herzstiftung /
Deutsche Stiftung für Herzforschung
Pressestelle:
Michael Wichert /Pierre König
Tel. 069/955128-114/-140
Fax: 069/955128-345
E-Mail: wichert@herzstiftung.de/
koenig@herzstiftung.de

Pierre König | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzstiftung.de/
http://www.dshf.de/

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