Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlüsseltechnologien der Zukunft: Innovationspreis für DBU-Projekte

11.02.2010
Firmen Zenergy Power und Bültmann sowie Dr. Werner Neu Verfahrenstechnik GmbH heute in Berlin geehrt

Mutige Unternehmer, die neue Technologien in die Praxis umsetzen, sind heute in Berlin mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) ausgezeichnet worden. Die vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) erstmals ausgelobte Auszeichnung erhielten auch zwei von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekte.

Die Firma Dr. Werner Neu Verfahrenstechnik (Altenstadt-Illereichen) wird in der Kategorie "Umwelt Technologien" für ihre Entwicklung einer energiesparenden Methode in der Kunststoffverarbeitung gewürdigt. Die Unternehmen Zenergy Power (Rheinbach) und Bültmann (Neuenrade) nehmen den Preis für die gemeinsame Entwicklung eines Magnetheizers auf Basis der Hochtemperatur-Supraleiter in der Kategorie "Prozessinnovationen für den Klimaschutz" entgegen. DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde: "Das unterstreicht die Innovationskraft unserer Partner und die Qualität unserer Arbeit."

"Die ausgezeichneten Firmen zeigen beispielhaft, wie Energieeffizienz und Umweltentlastung mit wirtschaftlichen Vorteilen gebündelt werden können", betont Brickwedde. So sei es dem Hochtechnologieunternehmen Zenergy Power gemeinsam mit dem innovativen Maschinenbauer Bültmann gelungen, einen Spezial-Heizer auf Basis der so genannten Hochtemperatur-Supraleiter (HTS) zu entwickeln. "Mit dieser Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts lassen sich in der metallverarbeitenden Industrie große Mengen an Energie einsparen", so Brickwedde. Schon durch den Einsatz eines einzigen Magnetheizers mindere sich der Ausstoß von Kohlendioxid um jährlich 600 Tonnen. Gleichzeitig werde durch Anlagen wie diese die Produktivität gesteigert, seien also auch ökonomische Spareffekte die Folge. Die Geschäftsführer der beiden Unternehmen, Petra Bültmann-Steffin und Dr. Carsten Bührer, erhielten für ihre innovative Entwicklung 2009 bereits den von der DBU verliehenen Deutschen Umweltpreis.

Große Mengen an Energie waren bislang auch in der Kunststoffverarbeitung notwendig. Schmelzen, Formen und Auskühlen - um aus Kunststoffgranulat feste Kunststoffplatten zu formen, kam eine aufwändige Produktionstechnik zum Einsatz. Entscheidend dabei war, dass das Granulat vollständig flüssig werden musste, um es anschließend in die gewünschte Form pressen zu können. Bei der innovativen Methode der Firma Dr. Werner Neu Verfahrenstechnik dagegen müssen nur noch die Oberflächen der einzelnen Granulatkörnchen gleichmäßig angeschmolzen werden. "Der Fertigungsprozess lässt sich mit diesem Verfahren erheblich verkürzen", betont Geschäftsführer Dr. Werner Neu. Und das spare Energie: "Bis zu 50 Prozent gegenüber dem üblichen Herstellungsverfahren - das ist ein enormer wirtschaftlicher Vorteil", so Neu. Eine gemeinsam mit dem Anlagenbauunternehmen TPS TechnoPartner Samtronic aus Göppingen entwickelte Produktlinie - bestehend aus Anschmelzreaktor und Doppelbandpresse - komme dabei zum Einsatz. "Zudem werden die Werkstoffe geschont, da sie nur kurzfristig aufgeheizt werden müssen", erklärt TPS Geschäftsführer Bernhard Voith. Für viele Produkte mindere sich damit der Materialveredelungsaufwand. Darüber hinaus könne der Zusatz von stabilisierenden, schwermetallhaltigen Stoffen verringert werden.

"Seit 1995 verfolgt das Ingenieurbüro von Dr. Werner Neu kontinuierlich sein Ziel, sein innovatives und umweltschonendes Konzept in die Praxis umzusetzen. Es freut mich, dass dieses langjährige Engagement heute mit der Auszeichnung gewürdigt wurde", sagte Brickwedde. Nachdem die Methode bereits erfolgreich den Praxistest bestanden hat, vermarktet TPS die Technologie mittlerweile weltweit. Auch die Unternehmenskooperation von Zenergy Power und Bültmann bleibt auf Erfolgskurs. Nachdem der von ihnen entwickelte Magnetheizer 2008 weltweit erstmalig bei der Firma weseralu zum Einsatz kam, ist das mittelständische Unternehmen aus Minden von der Entwicklung überzeugt. Es hat bereits eine zweite Anlage gekauft und steigt so vollständig auf die innovative Technologie um. Damit kann der Energieverbrauch um 50 Prozent gemindert und die Produktivität um 25 Prozent gesteigert werden.

Während BDI-Geschäftsführer Dr. Werner Schnappauf in Berlin die Preise überreichte, wurde in den Büros von Dr. Werner Neu und TPS bereits an der Weiterentwicklung des Verfahrens zur energiesparenden Kunststoffverarbeitung gefeilt. Es soll künftig auch auf Kunststoffplatten übertragen werden, die eine Schaumstruktur aufweisen. Die DBU steuert weitere 120.000 Euro hinzu.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel29844_106.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie