Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schiffslärm für Meeressäuger ohrenbetäubend

01.12.2008
Sieger des Jugendmeereswettbewerbs "Forschen auf See 2008" beschäftigten sich mit Folgen der Lärmverschmutzung in der Ostsee

Das Schiffsgeräusch eines herkömmlichen Frachters beschallte eine Meeresfläche fast so groß wie Hamburg mit vergleichsweise ohrenbetäubendem Lärm. Das ist das Ergebnis des Siegerteams des Meereswettbewerbes, den das Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften an Bord des Hamburger Segelforschungsschiffes ALDEBARAN durchführt.

Drei Schüler der Beruflichen Schule der Hansestadt Rostock für Dienstleistung und Gewerbe wollten erforschen, ob sogenannte "Pinger" Schweinswale von Fischernetzen fernhalten können um deren Leben zu retten und stellten dabei fest, dass der Lärmpegel im Meer wesentlich höher ist, als sie vermuteten. Mit Unterwassermikrofonen, sogenannten Hydrophonen, waren die Rostocker neben fünf weiteren Schülerteams in der Nord und Ostsee unterwegs und haben verschiedene Schallquellen und die Ausbreitungsbedingungen für den Schall im Meer untersucht.

Die Gewinner, Lisa Damköhler, Christian Engels und Marvin David von der Beruflichen Schule Rostock kommen zu dem Ergebnis, dass die sogenannten Pinger im Vergleich zum hohen Umgebungslärm kaum von Nutzen sein würden um die bedrohten Schweinswale von den Fischernetzen zu vertreiben. Das Schülerteam war erstaunt, wie laut es unter der Meeresoberfläche ist und brachte der Jury anlässlich der Präsentation ihrer Ergebnisse eine eindrucksvolle Hörprobe mit.

Bei Ihrer einwöchigen Forschungsexpedition haben die Schüler gelernt, wie wichtig Grundlagenforschung ist und dass es im Bereich der Hydroakustik und dem Hörvermögen von Meeresbewohnern noch viele offene Fragen gibt.

Der unter der Schirmherrschaft der Hamburger Senatorin für Schule, Berufs- und Weiterbildung, Christa Goetsch, stehende vierte Wettbewerb gab sechs Schülergruppen die Gelegenheit, in den Forschungsalltag hinein zu schnuppern. Prof. Dr. Michael Schatzmann vom Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften lobte während der Preisverleihung (am 21.11.2008) das große Engagement der Schülerteams und die seit Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Hamburger Forschungs- und Medienschiff ALDEBARAN. Auch ALDEBARAN Initiator Frank Schweikert freute sich über die fast durchweg exzellenten Ergebnisse und die hohe Aktualität der von den Schülern ausgewählten Forschungsthemen.

"Eigentlich waren sie alle so gut, dass sie alle denselben Preis kriegen müssten", kommentierte Prof. Dr. Michael Schatzmann die Entscheidung der Jury. Dr. Elke Hertel von der Behörde für Schule und Berufsbildung überbrachte den Teams, ihren Lehrern und Wissenschaftspaten die Glückwünsche der Senatorin anlässlich der Preisübergabe. Der zweite Platz ging zeitgleich an ein Forscherteam des Gymnasiums Heidberg in Hamburg, das sich mit dem Klimagas CO2 im Meer auseinandersetzte, und an die Gruppe des Albert-Einstein-Gymnasiums aus Buchholz, die Plankton als Ökoindikator in der Deutschen Bucht untersuchten.

Drei Forschergruppen widmeten sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten einer exotischen Rippenqualle, die erst vor wenigen Jahren in die Ostsee eingeschleppt wurde - mit noch unabsehbaren Folgen. Die Arbeit mit der Rippenqualle brachte den Schülern der Gesamtschule Hassee in Kiel den dritten Platz. Das Team der Ludwig-Meyn-Schule Uetersen und das des Mariengymnasiums Jever wurden beide mit dem vierten Preis prämiert. Alle Schülerteams wurden mit wertvollen Buchpreisen des Delius-Klasing Verlags ausgezeichnet.

Der Wettbewerb "Forschen auf See" wird mit Mitteln der Universität Hamburg, der Behörde für Schule und Berufsbildung, des Max-Planck-Institutes für Meteorologie und über Sponsoren finanziert und im kommenden Jahr zum fünften Mal in ganz Norddeutschland ausgeschrieben. Die Teilnahmebedingungen und Anmeldeunterlagen für "Forschen auf See 2009" werden bis zum Jahresende im Internet unter www.meereswettbewerb.de zur Verfügung stehen.

Kontakte:

Ute Kreis oder Susan Beddig
Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften (ZMAW) / KlimaCampus Hamburg
Tel: 040/42838-4523 oder 4237
E-Mail: ute.kreis@zmaw.de
ALDEBARAN Marine Research & Broadcast
Deichstrasse 48-50, D-20459 Hamburg
Tel: 040 32 57 21 - 0
Fax: 040 32 57 21 - 21
E-Mail: buero@aldebaran.org

Dr. Annette Kirk | idw
Weitere Informationen:
http://www.meereswettbewerb.de
http://www.zmaw.de
http://www.aldebaran.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten