Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sandra Düzel erhält den Förderpreis "Altern und Arbeit"

16.09.2011
Sandra Düzel, Wissenschaftlerin am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Magdeburg, hat den Förderpreis "Altern und Arbeit 2011" der Marie-Luise und Ernst Becker-Stiftung erhalten.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll einem/einer Nachwuchswissenschaftler/in die Möglichkeit geben, ein Forschungsprojekt mit Fokus auf der Rolle älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durchzuführen. Wie beeinflusst die eigene Sicht auf das Altern die Einstellung zur beruflichen Zukunft? Welche Strategien gibt es, die berufliche Leistungsfähigkeit im Alter zu fördern?

Düzel wird im Rahmen des Stiftungspreises untersuchen, inwieweit durch körperliches Training die Motivation älterer Personen gesteigert werden kann, aktiv zu bleiben und sich mit Neuheiten am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen. In ihrer Forschungsarbeit wird sie dabei die Brücke zwischen neurobiologischen und psychosozialen Faktoren schlagen. Die Preisübergabe findet am 15.9.2011 in der Dr. Becker Brunnen Klinik in Horn-Bad Meinberg (Nordrheinwestfahlen) statt. Die Brunnen Klinik gehört, wie auch die Marie-Luise und Ernst Becker-Stiftung zur Dr. Becker Unternehmensgruppe.

Die Arbeitswelt heute stellt hohe Anforderungen an Fähigkeiten wie Multitasking oder an die ständige Bereitschaft, sich mit neuen Inhalten auseinanderzusetzen. Diese Fähigkeiten nehmen im Alter ab. Düzel überprüft im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten die Hypothese, dass die subjektive Selbsteinschätzung, wie lange man noch selbständig und gesund bleibt, einen maßgeblichen Einfluss auf die Bereitschaft hat, sich auf Neues einzustellen. "Ein begrenzter Gesundheitshorizont, so nehmen wir an, verschiebt die Motivation und setzt die Leistungsbereitschaft herab", erklärt Düzel. Darüber hinaus untersucht sie, ob Sport und körperliches Training die eigene Wahrnehmung der zukünftigen Gesundheitserwartung erhöhen und damit die Motivation, sich auf Neues einzulassen, steigern kann.

Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass die Fähigkeit, sich auf neue Situationen einzustallen, neurobiologisch auf zwei Komponenten beruht: Zum einen auf der Funktionalität des episodischen Gedächtnisnetzwerks und zum anderen auf der Integrität bestimmter Schaltkreise im Gehirn, an denen so genannte dopaminerge Neurone beteiligt sind, die eine Rolle bei Belohnung und Motivation spielen. Diese Netzwerke sind im Alter verändert.

Darüber hinaus ist bekannt, dass körperliche Aktivität die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern kann – und auch hier scheinen die beiden neuronalen Netzwerke eine wichtige Rolle zu spielen. An beiden neuronalen Schaltkreisen ist der Hippokampus, die Lernregion des Gehirns, zentral beteiligt. Diese Hirnregion lässt sich durch körperliche Aktivität vermutlich beeinflussen – Training scheint die Produktion von Nervenzellen im Hippokampus anzuregen. Ein Schwerpunkt von Düzels Arbeit wird sein, die neuronalen Grundlagen der Fähigkeit, sich auf neue Inhalte einzustellen, zu untersuchen und zu überprüfen, welchen Einfluss Sport auf diese Funktionen hat.

Sandra Düzel hat an der Hochschule Magdeburg / Stendal Gesundheitsförderung und -management studiert und hat im Anschluss vier Jahre am Institut für Arbeitswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auf dem Gebiet der Arbeits- und Organisationspsychologie als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet. Im Rahmen ihrer Promotion von 2004 bis 2010 im Fachbereich Psychologie an der Uniklinik für Neurologie erforschte Düzel die Zusammenhänge zwischen strukturellen Veränderungen des Gehirns, Neuromodulation, gesundheitsrelevanten Lebensfaktoren und kognitiver Leistungsfähigkeit im Alter. Seit 2010 ist Düzel als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DZNE tätig.

Kontaktinformation:
Dr. Sandra Düzel
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg
Tel.: 0391 67-24520
Mail: sandra.duezel@dzne.de
Dr. Katrin Weigmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)
Holbeinstr. 13-15
53175 Bonn
Tel: 0228 43302 263
Mobil: 01735471350
Mail: katrin.weigmann@dzne.de

Katrin Weigmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dzne.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften