Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"ERC Advanced Grant" für Prof. Bading von der Universität Heidelberg

17.10.2008
Der Neurobiologe erforscht, wie Kalziumsignale im Zellkern Lernen, Gedächtnis und das Überleben von Nervenzellen steuern - Rektor Prof. Dr. Bernhard Eitel beglückwünschte den Forscher und wünschte ihm viel Erfolg - Europäischer Forschungsrat fördert Projekt mit 2,4 Millionen Euro

Prof. Dr. Hilmar Bading, Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Neurowissenschaften (IZN) der Universität Heidelberg, wird für sein Projekt "The Biology of Nuclear Calcium" mit dem hoch dotierten "Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrats ERC gefördert.

Zu diesem Erfolg beglückwünschte Rektor Prof. Dr. Bernhard Eitel den Forscher im Namen der Ruprecht-Karls-Universität, aber auch persönlich sehr herzlich. Mit der bahnbrechenden Verbindung von optischen und molekularen Methoden zur Visualisierung von nuklearem Kalzium sowie durch den Aufbau eines Expertenteams habe das Projekt von Professor Bading das Potential, die Signal- und Effektorenfunktionen von nuklearem Kalzium besser zu verstehen und gegebenenfalls zu stimulieren: ein richtungsweisendes Thema von weltweiter Relevanz.

Die Arbeitgruppe von Professor Bading am Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften (IZN) der Universität Heidelberg untersucht, wie Signalverarbeitung im Zellkern Lernen, Gedächtnis und das Überleben von Nervenzellen steuert. Diese über Gehirnaktivität induzierten adaptiven Prozesse sind auf zellulärer Ebene vom Dialog zwischen Synapse und Zellkern abhängig und gehen mit Veränderungen des genetischen Make-up der Nervenzellen einher. Die Synapse ist die Kommunikationsstelle zwischen einzelnen Nervenzellen; der Zellkern repräsentiert die Kommandozentrale der Zelle und enthält die genetische Information. Professor Bading hat einen über das Metall Kalzium regulierten Schalter im Zellkern entdeckt, der sowohl eine Schlüsselfunktion in der Entstehung von Langzeitgedächtnis hat, als auch genetische Überlebensprogramme der Zelle steuert.

Im Alter und auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie zum Beispiel der Alzheimerschen Erkrankung ist, so vermutet Professor Bading, dieser Kalzium-Schalter im Zellkern nicht mehr voll funktionsfähig, was zu Einschränkungen kognitiver Leistungen und zum Absterben von Nervenzellen führt. Ziel des vom European Research Council (ERC) mit 2,4 Millionen Euro geförderten Projektes ist es, diesen Kalzium-Schalter im Zellkern sichtbar zu machen und neue Wege zu entwickeln, den Schalter in seiner Funktion im gealterten oder erkrankten Gehirn zu unterstützen.

In diesem Wettbewerb wurde den in Europa in ihren Disziplinen führenden Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben, sich um eine Art Eliteförderung zu bewerben. Der Themenbereich waren die "Life Sciences", die von Krebsforschung und Infektionsbiologie bis hin zu Neurowissenschaften reichen - von Bakterien und Viren bis hin zu Nervenzellen. Fast 800 Wissenschaftler haben sich an dem Wettbewerb beteiligt, und knapp 10 % wurden vom ERC als Gewinner ausgewählt. Im Bereich Neurowissenschaften waren es europaweit zehn Wissenschaftler, davon nur zwei in Deutschland: Heidelberg und eine Gruppe in Berlin. Insgesamt wählte der Europäische Forschungsrat elf Wissenschaftler in Deutschland aus.

Rückfragen bitte an:
Prof. Dr. Hilmar Bading
Bading@uni-hd.de
Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
Irene Thewalt
Tel. 06221 542310, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

nachricht EU fördert exzellente Nachwuchsforschung: Zehn Auszeichnungen gehen nach Nordrhein-Westfalen
15.09.2017 | Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie

19.09.2017 | Förderungen Preise

Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme

19.09.2017 | Energie und Elektrotechnik