Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prof. Ensminger erhält Ernst-Derra-Preis

04.02.2010
Prof. Dr. Stephan Ensminger (39) aus der Herzchirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor: Prof. Dr. Michael Weyand) wird am 14. Februar in Stuttgart mit dem Ernst-Derra-Preis für seine Forschungsarbeit zu Abstoßungsreaktionen von Herztransplantaten ausgezeichnet. Der renommierteste Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie wird jährlich auf der Jahrestagung der Gesellschaft verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Die chronische Abstoßung mit ihrem Hauptmerkmal der Transplantat-Arteriosklerose ist heutzutage die Hauptkomplikation nach erfolgreicher Herztransplantation. Prof. Ensminger konnte in einem Maus-Experiment eine Lösung des Problems aufzeigen: "Mit zwei zugelassenen und erprobten Medikamenten (Clopidogrel und Everolimus) kann das Hauptkomplikationsrisiko nach Herztransplantationen deutlich reduziert werden. Diese am experimentellen Maus-Modell ermittelten Ergebnisse haben für Patienten eine große Bedeutung, da sie leicht in die klinische Praxis umgesetzt werden können", sagte Prof. Ensminger.

Prof. Ensminger arbeitet seit 2008 als Geschäftsführender Oberarzt und Leiter der experimentellen Herzchirurgie am Universitäts-Herzzentrum Erlangen. Bereits im Jahr 2003 habilitierte er sich mit zahlreichen experimentellen Studien auf dem Gebiet der chronischen Abstoßung nach Herztransplantationen. Die Grundlagen für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden in einem dreijährigen Forschungsaufenthalt an der University of Oxford, England, gelegt, für die Prof. Ensminger auch einen DPhil. der University of Oxford verliehen bekam.

Das Risiko der Abstoßungsreaktion von Herztransplantaten verringern

Das Ziel der ausgezeichneten Arbeit war es, die pathogenetische Rolle der Thrombozyten bei der Ausbildung von Transplantat-Arteriosklerose zu untersuchen. Hierzu wurden abdominale Aortentransplantationen im experimentellen Maus-Modell durchgeführt. In initialen Experimenten konnte gezeigt werden, dass tägliche Behandlung mit Clopidogrel als Monotherapie zu einer signifikanten Reduktion der Transplantat-Arteriosklerose führt. Untersuchungen im peripheren Blut zeigten, dass in dieser Gruppe eine signifikant geringere Expression von P-Selektin sowie löslichem CD40L vorlag. Bei der immunhistologischen Analyse des zellulären Infiltrates der Aortentransplantate zeigte sich eine signifikant geringere Infiltration von Makrophagen und dendritischen Zellen, während die Anzahl der infiltrierenden T-Zellen unverändert blieb. Zusätzlich konnte im Bereich des Endothels der Aortentransplantate eine signifikant verminderte Expression von E- und P-Selektin sowie von ICAM-1 nach Therapie mit Clopidogrel beobachtet werden und im Bereich der Neointima fiel eine signifikante Reduktion der PDGF-ß-Expression auf, einem starken Stimulus für die Proliferation von glatten Muskelzellen. Sämtliche Veränderungen im zellulären Infiltrat der Aortentransplantate wurden zusätzlich molekularbiologisch verifiziert und es zeigte sich eine stark verminderte P/E-Selektin, ICAM-1, PDGF-ß und IL-6 mRNA-Expression in den mit Clopidogrel behandelten Tieren. Aufgrund des fehlenden Effektes von Clopidogrel auf die T-Zell-Infiltration im Aortentransplantat wurde in einer letzten Serie von Experimenten eine Kombination aus einem m-TOR Inhibitor (Everolimus) und Clopidogrel verabreicht. Hier zeigte sich eine fast vollständige Reduktion der Transplantat-Arteriosklerose in den entsprechend behandelten Empfängern.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Stephan Ensminger
Tel.: 09131/85-33590
stephan.ensminger@uk-erlangen.de

Sandra Kurze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Illegal geschlagenes Holz in Alltagsprodukten aufspüren
21.11.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht DFG-Förderung für weltweit größte Studie zu Einzel-Implantaten im zahnlosen Unterkiefer
21.11.2017 | Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt

21.11.2017 | Studien Analysen

Wafer zu Chip: Röntgenblick für weniger Ausschuss

21.11.2017 | Informationstechnologie

Nanopartikel helfen bei Malariadiagnose – neuer Schnelltest in der Entwicklung

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie