Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pollen als Klimadetektive

08.12.2010
Ines Heßler erhält den diesjährigen GLOMAR Best Paper Award

Im Rahmen der gestrigen Absolventenfeier der Internationalen Bremer Graduiertenschule für Meereswissenschaften, kurz GLOMAR, erhielt Nachwuchswissenschaftlerin Ines Heßler den „GLOMAR Best Paper Award 2010“.

Mit dem Preis in Höhe von 1000 Euro wird jedes Jahr die beste wissenschaftliche Veröffentlichung einer Doktorandin oder eines Doktoranden der Graduiertenschule ausgezeichnet. In ihrer preisgekrönten Publikation untersuchte Ines Heßler anhand von Pollen die Pflanzenwelt in Afrika und Südamerika während der letzten Eiszeit.

Was Allergiker alljährlich plagt, ist für Klimawissenschaftler eine wertvolle Informationsquelle: Pollen sind ein ausgezeichnetes Klimaarchiv. In Ablagerungen aus Seen und Küstengebieten finden sich heute noch Pollen, die dort vor Jahrtausenden abgelagert wurden. Wissenschaftler können mit Hilfe dieser Pollen Rückschlüsse auf die damalige regionale Pflanzenwelt ziehen und somit das Klima vergangener Zeiten rekonstruieren.

Erstmalig versuchte nun ein internationales Wissenschaftlerteam, zu dem auch die Bremer Geologin Ines Heßler zählt, alle weltweit vorhandenen Datensätze zu Pollenfunden zusammenzutragen, zu vergleichen und auszuwerten. Die Ergebnisse zeigen, wie sich abrupte Klimaschwankungen während der letzten Kaltzeit auf die regionale Vegetation auswirkten, und erlauben Rückschlüsse auf Veränderungen der atmosphärischen und ozeanischen Zirkulation.

„Es war schwierig, geeignete Bohrkerne zu finden, die weit genug in die Vergangenheit reichen und eine hohe zeitliche Auflösung aufweisen. Von anfangs mehr als 50 Proben konnten wir letztendlich nur 16 für unsere Untersuchungen nutzen.“ erklärt Ines Heßler, die federführend die Pollenbefunde aus dem tropischen Afrika und Südamerika verglich. Ihre Ergebnisse wurden im Oktober 2010 in einem Sonderband der Zeitschrift Quaternary Science Reviews im Elsevier Verlag veröffentlicht, wofür sie nun mit dem „GLOMAR Best Paper Award 2010“ ausgezeichnet wurde. Die Preisverleihung fand im Rahmen der gestrigen Absolventenfeier der Graduiertenschule GLOMAR am MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, statt.

Im Januar 2011 wird auch Ines Heßler ihre Doktorarbeit abgeben und die Graduiertenschule verlassen. „Es ist toll, in GLOMAR so viele junge Leute zu treffen, die alle auf dem gleichen Ausbildungslevel sind, und mit denen ich mich jederzeit austauschen kann – nicht nur über wissenschaftliche Themen.“

Die Preisträgerin hat Geologie und Paläontologie in Berlin studiert und ihre Diplomarbeit am Alfred-Wegener-Institut in Potsdam angefertigt. Sie ist seit 2008 als Doktorandin und Mitglied der Graduiertenschule GLOMAR (Global Change in the Marine Realm / Globaler Wandel in der Meeresumwelt) am MARUM in Bremen tätig. GLOMAR wurde im November 2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative gegründet und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Ausgewählte Nachwuchswissenschaftler erhalten hier gemeinsam eine exzellente Ausbildung in allen Bereichen der Meereswissenschaften von der Ozeanographie bis zum Seerecht. "Gerade mit diesem breiten interdisziplinären Ausbildungsansatz zielt GLOMAR daraufhin, schon unsere jungen Wissenschaftler in die Lage zu versetzen, solche komplexen und integrativen Forschungsansätze zu verfolgen." sagt Prof. Dr. Dierk Hebbeln, Leiter der Graduiertenschule GLOMAR.

Weitere Informationen / Interviewanfragen / Bildmaterial:
Jana Stone
MARUM-Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0421 – 218-65541
Email: jstone@marum.de

Albert Gerdes | idw
Weitere Informationen:
http://www.marum.de
http://www.glomar.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Pharmakologie - Im Strom der Bläschen

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft

21.07.2017 | Informationstechnologie

Blutstammzellen reagieren selbst auf schwere Infektionen

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie