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MEDICA-Förderpreis für Interdisziplinäre Projekte in der Medizin geht an das Hausarztprojekt LIA – Lebensqualität im Alter

18.11.2009
Der Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Blank und die Medizinische Fachangestellte Waltraud Mader erhalten in diesem Jahr den MEDICA-Förderpreis für Interdisziplinäre Projekte in der Medizin.

Ausgezeichnet wird ein beispielhaftes geriatrisches Projekt, das unter den Bedingungen einer Hausarztpraxis in Kirchberg im Bayerischen Wald entwickelt wurde. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, wird von der Zeitschrift Klinikarzt (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) gestiftet und von der MEDICA Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e. V. am 18. November im Rahmen der MEDICA 2009 in Düsseldorf verliehen.

Den Preisträgern ist es gelungen, für die Betreuung multimorbider, alter Patienten in einer ländlichen Region eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen allen an der ambulanten medizinischen Versorgung beteiligten Fachgruppen zu etablieren. In monatlichen Teambesprechungen planen und überwachen Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Pflegedienst, Medizinische Fachangestellte und Hausarzt gemeinsam die ambulante Therapie der geriatrischen Patienten auf der Grundlage der bestehenden physischen und psychischen Erkrankungen sowie des sozialen Umfeldes. Ziel ist, die Selbstständigkeit der Patienten im Alter so lange wie möglich zu erhalten, Bettlägerigkeit zu verhindern und frühzeitige Klinikeinweisungen sowie Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

Von diesem Vorgehen profitieren alle Beteiligten: Die Patienten erhalten eine individuell angepasste Therapie, die Angehörigen werden optimal in der Betreuung der zu pflegenden Person unterstützt. Die beteiligten Fachgruppen bringen ihre jeweiligen Perspektiven in die Teambesprechungen ein und können gemeinsam Hindernisse für einen Therapieerfolg leichter identifizieren und aus dem Weg räumen. Die individuell festgelegten Therapieziele werden regelmäßig überprüft und das weitere Vorgehen gemeinsam adjustiert. Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglicht eine optimale Langzeit-Koordination, eine zeitnahe Reaktion auf

Veränderungen und einen ökonomischen Einsatz der notwendigen Maßnahmen.

„Eine wissenschaftlich sinnvolle Evaluation war bisher nicht möglich. Die betreuten Patienten sind individuell zu verschieden und die therapeutischen Interventionen zudem nicht einheitlich, so dass uns alle zu Rate gezogenen Experten von einer wissenschaftlichen Auswertung abgeraten haben“, erläutert Dr. Blank, der Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin sowie Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin der TU München ist. Dennoch existieren mehrere Indikatoren für einen Erfolg des Projektes:

- Patienten lassen sich kontinuierlich im Projekt behandeln.

- Die individuellen Ziele der Patienten können weitgehend umgesetzt werden.

- Das Team ist trotz der zeitlichen Belastung durch die monatlichen Treffen seit nunmehr zwei Jahren konstant besetzt und aktiv.

- Angehörige von Patienten aus anderen Orten haben von dem Projekt gehört und wünschen eine Betreuung.

- Krankenkassen und Medizinischer Dienst weisen Patienten und Angehörige auf das Projekt hin.

„Besonders bemerkenswert erschien der Jury, dass die Beteiligten ganz ohne Fördermittel und logistische Unterstützung durch Dritte und unter den Bedingungen der hausärztlichen Medizin ein tragfähiges Konzept zur Verbesserung der ambulanten Betreuung alternder Patienten entwickelt haben“, betont Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum, Präsident der MEDICA-Gesellschaft. „Wir hoffen daher, dass dieses ehrenamtliche Engagement Nachahmer findet.“

Die Zeitschrift klinikarzt als Organ der MEDICA Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e. V. wird das prämierte Projekt veröffentlichen.

Kontakt:

MEDICA
Deutsche Gesellschaft für
Interdisziplinäre Medizin e. V.
Postfach 70 01 49
70571 Stuttgart
Tel.: 0711 72 07 12-10
Fax: 0711 72 07 12-29
gs@medica-ev.de

| presse@medizinjournalisten.de
Weitere Informationen:
http://www.medica-ev.de

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