Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MEDICA-Förderpreis für Interdisziplinäre Projekte in der Medizin

25.11.2008
MEDICA-Förderpreis für Interdisziplinäre Projekte in der Medizin geht an Zentrum für lysosomale Speicherkrankheiten an der Universität Würzburg

Der Kardiologe PD Dr. Frank Weidemann und der Nephrologe Dr. Frank Breunig erhalten in diesem Jahr den MEDICA-Förderpreis für Interdisziplinäre Projekte in der Medizin.

Ausgezeichnet werden die beiden Internisten aus der Medizinischen Universitätsklinik Würzburg für ihren herausragenden Beitrag zur interdisziplinären Betreuung von Patienten mit seltenen lysosomalen Speicherkrankheiten wie Morbus Fabry.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, wird von der Zeitschrift klinikarzt (Karl Demeter Verlag im Georg Thieme Verlag, Stuttgart) gestiftet und von der MEDICA Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e. V. am 19. November im Rahmen der MEDICA 2008 in Düsseldorf verliehen.

Patienten mit genetisch bedingten Speichererkrankungen leiden an Störungen in verschiedenen Organsystemen. Eine adäquate medizinische Versorgung dieser Patienten bedarf daher zwingend der interdisziplinären Betreuung durch verschiedene Fachgruppen. Da es sich um seltene Erkrankungen handelt, ist darüber hinaus die Konzentration der Patienten an einem Kompetenzzentrum wünschenswert. Nur so wird sichergestellt, dass jeder Patient von Spezialisten verschiedener Disziplinen versorgt wird. Die Bildung von spezialisierten Zentren zur Betreuung und Behandlung von Patienten mit Morbus Fabry dient somit sowohl dem Patienten als auch der Forschung im Rahmen dieses seltenen Krankheitsbildes.

„Die Kollegen Weidemann und Breunig haben hier ein Konzept vorgelegt, das wegweisend ist für die Behandlung und Erforschung seltener systemischer Krankheitsbilder, die nur im interdisziplinären Verbund gelingen kann“, betont Prof. Dr. med. Werner Scherbaum, Präsident der MEDICA-Gesellschaft.

Seit Mai 2001 wurde an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Universität Würzburg ein Kompetenzzentrum für diese seltenen Erkrankungen aufgebaut. Der Schwerpunkt, mit bisher mehr als 130 Patienten, liegt in der Diagnostik und Therapie von Patienten mit Morbus Fabry, einer lysosomalen Speichererkrankung, die X-chromosomal vererbt wird. Die Erkrankung beruht auf einer fehlenden Enzymaktivität, die zu einem verminderten Abbau bestimmter Fettstoffe (Lipide) führt. In der Folge kommt es zur Ablagerung des Enzymsubstrates in den Zellorganellen (Lysosomen) verschiedener Körperzellen. Die Betroffenen leiden an vielfältigen Störungen im Bereich des Herzens, der Nieren, des zentralen und peripheren Nervensystems, der Blutgefäße und der Haut.

Der MEDICA-Förderpreis geht mit gutem Grund an einen Kardiologen und einen Nephrologen: Innerhalb des Zentrums werden die Patienten schwerpunktmäßig von den Abteilungen für Kardiologie und Nephrologie betreut, wobei eine enge Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Abteilungen etabliert ist, wie z. B. Neurologie, Dermatologie, Kinderheilkunde, Ophthalmologie, Gastroenterologie, HNO, Pathologie, und Radiologie. Die langfristige Betreuung vor Ort übernimmt der Hausarzt.

Durch ein standardisiertes Beobachtungsprotokoll werden die Langzeitverläufe engmaschig in einer zentralen Datenbank dokumentiert. Die Auswertung dieser Daten hat bereits zur Beantwortung zahlreicher unklarer Fragestellungen bei der Betreuung dieser Patienten beigetragen und das Krankheitsverständnis erheblich verbessert. Darüber hinaus wurde auch die Therapie optimiert, indem man z. B. nachweisen konnte, welche Patienten von der Enzymersatztherapie, die seit 2001 zur Verfügung steht, besonders profitieren. Deutlich wurde bereits, dass man möglichst früh mit dieser Therapie beginnen sollte.

Die Jury des MEDICA-Förderpreises beeindruckte an dem prämierten Beitrag das ausgereifte Konzept und die gelungene Umsetzung in einem langfristigen Ansatz. Darüber hinaus sahen die Juroren in der Zusammenführung von Patienten mit diesen seltenen Erkrankungen in einem interdisziplinären Zentrum einen wichtigen Schritt für den Erkenntnisgewinn, der durch Einzelbeobachtung und -betreuung niemals zu erreichen wäre. Bereits wenige Jahre nach seiner Gründung kann denn auch das Zentrum schon wichtige Fortschritte für Diagnose und Therapie der Betroffenen vorweisen.

Die Zeitschrift klinikarzt als Organ der MEDICA Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e. V. wird die prämierte Arbeit veröffentlichen.

Kontakt:
MEDICA Deutsche Gesellschaft
für Interdisziplinäre Medizin e. V.
Chemnitzer Straße 21
70597 Stuttgart
Tel.: 0711 720712-0
Fax: 0711 720712-29
E-Mail: info@medicacongress.de

Gabriele Schäfer | MEDICA
Weitere Informationen:
http://www.medicacongress.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie