Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kyoto-Preis 2012: Inamori-Stiftung gibt diesjährige Preisträger bekannt

22.06.2012
Auszeichnung für Wissenschaft, Forschung und Kultur

Der Kyoto-Preis, neben dem Nobelpreis eine der weltweit höchsten Auszeichnungen für das Lebenswerk herausragender Persönlichkeiten in Kultur und Wissenschaft, geht in diesem Jahr an den Informatiker Dr. Ivan Edward Sutherland, den Molekular- und Zellbiologen Dr. Yoshinori Ohsumi und die Literaturkritikerin Professor Gayatri Chakravorty Spivak.

Die mit jeweils 50 Millionen Yen (rund 500.000 Euro*) dotierte Ehrung wird alljährlich durch die Inamori-Stiftung vergeben, die 1984 von Dr. Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologiekonzerns Kyocera, ins Leben gerufen wurde.

Mit dem Kyoto-Preis würdigt die Inamori-Stiftung das Lebenswerk von Persönlichkeiten, die sich mit herausragenden Leistungen in ihrem Bereich verdient gemacht haben. Die feierliche Verleihung findet am 10. November 2012 in Kyoto statt.

Die Kyoto-Preis Preisträger 2012

Das Komitee vergibt den Kyoto-Preis in den Kategorien „Advanced Technology“, „Basic Sciences“ und „Arts und Philosophy“. In diesem Jahr werden Preisträger in den zugehörigen Feldern „Information Science“, „Life Sciences“ und „Thought and Ethics“ ausgezeichnet.

Dr. Ivan Edward Sutherland (* 16. Mai 1938, U.S.A.)

Dr. Ivan Edward Sutherland, U.S.-amerikanischer Informatiker, erhält den Kyoto Preis in der Kategorie Hochtechnologie (Advanced Technology) im Feld Informationswissenschaften (Information Science). Mit der Auszeichnung wird er insbesondere für seine herausragenden Leistungen in der Computergrafiktechnologie und der Entwicklung interaktiver Benutzeroberflächen geehrt. Sie ermöglichen es, Computer zu bedienen, ohne sie zu programmieren. Die meisten Grafikanwendungen, wie Filme, Spiele oder Simulationen, haben ihren Ursprung im Programm „Sketchpad“ (dt.: Skizzenblock), das Dr. Sutherland im Jahr 1963 entwickelte. Es ermöglichte Nutzern erstmals Angaben auf dem Bildschirm mithilfe eines Cursors zu verändern. Heutige Design-Programme sind einflussreiche Nachfahren dieses innovativen Programms.

Dr. Yoshinori Ohsumi (* 9. Februar 1945, Japan)

In der Kategorie Grundlagenforschung, im Bereich Biowissenschaften (Basic Sciences/Life Sciences) zeichnet die Inamori-Stiftung den Molekular- und Zellbiologen Dr. Yoshinori Ohsumi aus. Der japanische Wissenschaftler erhält die Auszeichnung für seine bahnbrechenden zellgenetischen Untersuchungen zur Autophagie in Hefen (auch unter dem Namen „zelluläre Selbstkannibalisierung“ bekannt). Autophagie wurde erstmals in den 1960er Jahren erkannt und bezeichnet einen Prozess, in dem interzelluläre Bestandteile und Organellen abgebaut werden. Diese Strategie wenden Zellen an, um sich an Nahrungsmangel oder andere Umweltfaktoren anzupassen. Im Jahr 1992 gelang es Dr. Yoshinori Ohsumi erstmals Autophagie in Hefezellen nachzuweisen und mutierte Zellen zu identifizieren, die keine Autophagie zuließen. Seine Forschung ebnete den Weg, um die molekularen Mechanismen dieses Prozesses zu entschlüsseln und weitere Forschungen zur breiten physiologischen Bedeutung von Autophagie bei Tieren zu ermöglichen: Das System hilft Neugeborenen dabei, sich an die Hungersituation während der Geburt anzupassen, vermeidet das Sterben von Nervenzellen und sorgt für die Aufrechterhaltung der Herzmuskelkontraktion.

Professor Gayatri Chakravorty Spivak (* 24. Februar 1942, Indien)

Die indische Intellektuelle Gayatri Chakravorty Spivak erhält den Kyoto-Preis in der Kategorie Kunst und Philosophie in der Sparte Ethik (Arts and Philosophy/Thought and Ethics). Das Komitee zeichnet Spivak dafür aus, dass sie in ihrem Werk die literaturwissenschaftliche Theorie der „Dekonstruktion“ kritisch auf politische und soziale Dimensionen übertragen und ein scharfes „Skalpell“ an den geistigen Kolonialismus angelegt hat, der in unserer stark globalisierten modernen Welt ständig reproduziert wird. Bekannt ist sie für Ihre Studien der Subalternen unter anderem in dem vielzitierten Titel ihres Essays - "Can the Subaltern Speak?". Die Professorin lehrt in den U.S.A. und setzt sich kontinuierlich für die Alphabetisierung in ländlichen Gebieten und die Übersetzung lokaler Literatur in Indien und Bangladesch ein. Durch ihre theoretische Arbeit für die Geisteswissenschaften auf Grundlage der vergleichenden Literaturwissenschaft und ihre Hingabe für vielseitige Bildungsaktivitäten ist sie ein Vorbild für zeitgenössische Intellektuelle.

Die offizielle Pressekonferenz zur Verkündung der Preisträger mit englischer Übersetzung steht als Video auf der Internet-Seite der Inamori-Stiftung zur Verfügung: http://www.kyotoprize.org/en

Über den Kyoto-Preis
Mit dem diesjährigen Kyoto-Preis werden bereits zum 28. Mal Persönlichkeiten geehrt, die sich um die Weiterentwicklung der Wissenschaften und Künste besonders verdient gemacht haben. Unter anderem nahmen in den vergangenen Jahren bereits der französische Komponist Pierre Boulez, die deutsche Choreographin Pina Bausch, der Philosoph Jürgen Habermas, der japanische Modeschöpfer Issey Miyake, der Musiker und Dirigent Nikolaus Harnoncourt, die Künstler Maurice Béjart und Roy Lichtenstein sowie die Primatenforscherin Jane Goodall den Preis entgegen.

*Umrechnung vom 22. Juni 2012

Über Kyocera

Die Kyocera Corporation mit Hauptsitz in Kyoto ist einer der weltweit führenden Anbieter feinkeramischer Komponenten für die Technologieindustrie. Strategisch wichtige Geschäftsfelder der aus 235 Tochtergesellschaften (1. April 2012) bestehenden Kyocera-Gruppe bilden Informations- und Kommunikationstechnologie, Produkte zur Steigerung der Lebensqualität sowie umweltverträgliche Produkte. Der Technologie-Konzern ist weltweit einer der größten Produzenten von Solarenergie-Systemen, die eine Gesamtleistung von mehr als 1.2 Gigawatt erzeugen.

Mit über 66.000 Mitarbeitern erwirtschaftete Kyocera im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Netto-Jahresumsatz von rund 10,83 Milliarden Euro. In Europa vertreibt das Unternehmen u.a. Laserdrucker und digitale Kopiersysteme, mikroelektronische Bauteile, Feinkeramik-Produkte sowie Solarkomplettsysteme. Kyocera ist in Deutschland mit zwei eigenständigen Gesellschaften vertreten: der Kyocera Fineceramics GmbH in Neuss und Esslingen sowie der Kyocera Document Solutions in Meerbusch.

Das Unternehmen engagiert sich auch kulturell: Über die vom Firmengründer ins Leben gerufene und nach ihm benannte Inamori-Stiftung wird der imageträchtige Kyoto-Preis als eine der weltweit höchst dotierten Auszeichnungen des Lebenswerkes hochrangiger Wissenschaftler und Künstler verliehen (umgerechnet zurzeit ca. 500.000 Euro pro Preiskategorie).

Kontakt:

Kyocera Fineceramics GmbH
Daniela Faust
Leiterin Unternehmenskommunikation
Hammfelddamm 6
41460 Neuss
Tel.: 02131/16 37 - 188
Fax: 02131/16 37 - 150
Mobil: 0175/7275706
daniela.faust@kyocera.de
www.kyocera.de
Weber Shandwick Deutschland GmbH
Anja Eckert-Ellerhold
Account Director
Hohenzollernring 79 - 83
50672 Köln
Germany
Tel.: 0221 - 94 99 18 - 62
Fax: 0221 - 94 99 18 - 10
aeckert@webershandwick.com
www.webershandwick.de

Daniela Faust | Kyocera Fineceramics
Weitere Informationen:
http://www.kyocera.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE