Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kind-Philipp-Preis 2009 geht nach München und Zürich

28.05.2010
Zum 31. Mal wird in diesem Jahr der Kind-Philipp-Preis verliehen. Ausgezeichnet werden zwei Forschergruppen der Universitätskinderklinik Zürich sowie der TU München für ihre bahnbrechenden Erkenntnisse. Ihre Forschungsergebnisse tragen zum besseren Verständnis der Mechanismen der Krebsentstehung bei und ebnen neue Wege für die Behandlung von krebskranken Kindern.

Die häufigste Krebsart des Kindesalters ist die akute, lymphatische Leukämie. Trotz erheblicher Fortschritte in der Forschung stirbt auch heute noch jedes dritte Kind an den Folgen der Erkrankung. Bei diesen Kindern mit hoch resistenten Leukämien wirken die gängigen Medikamente nicht. Man spricht von einer Therapie-Resistenz.

Drei Wissenschafter der Universitäts-Kinderklink Zürich haben einen neuartigen therapeutischen Ansatz entwickelt, um die Resistenz der Leukämiezellen wieder aufzuheben. Laura Bonapace, Beat Bornhauser und Jean-Pierre Bourquin testeten einen neuen Wirkstoff, Obatoclax, in Kombination mit gängigen Chemotherapeutika. Diese Kombinationsbehandlung macht die Tumorzellen wieder angreifbar und löst den therapeutisch erwünschten, programmierten Zelltod aus. Die Erkenntnisse werden in eine klinische Studie umgesetzt, um zukünftig noch mehr Kinder mit Leukämien heilen zu können.

Zu den besonders bösartigen embryonalen Tumoren gehört der so genannte Ewing Tumor, der Weichgewebe und Knochen befallen kann. Bei dieser Erkrankung spielen Stammzellen eine Schlüsselrolle. Eine Forschergruppe um Stefan Burdach, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, hat einen grundlegenden Mechanismus entdeckt, bei dem sich der embryonale Tumor Mechanismen der Stammzellteilung zunutze macht. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Günther Richter und Stephanie Plehm zeigte er, dass ein Enzym, das so genannte EZH2, für die folgenreiche Fehlsteuerung verantwortlich ist. Ist es chemisch verändert, verhindert es eine gerichtete Entwicklung von Stammzellen zu gesundem Gewebe. Die Stammzellen behalten ihren ursprünglichen Zustand und vermehren sich unkontrolliert. Ein Tumor entsteht. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse erscheint es möglich, gezielt Killerzellen zu züchten, die das veränderte Enzym erkennen und ausschalten können.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der Kind-Philipp-Stiftung im Stifterverband verliehen. Die Stiftung fördert die Erforschung von Leukämie- und Krebserkrankungen im Kindesalter. Jedes Jahr schreibt die Stiftung den „Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung“ für die beste wissenschaftliche Arbeit deutschsprachiger Autoren auf diesem Gebiet aus.

Die Preisverleihung findet im Rahmen des Kind-Philipp-Symposiums der 74. wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (GPOH) am Freitag, den 28. Mai 2010 um 16.15 Uhr in der Charité Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Augustenburger Platz 1, Lehrgebäude Forum 1 Audimax), statt.

Nicole Germeroth | idw
Weitere Informationen:
http://www.stifterverband.de/

Weitere Berichte zu: Kind-Philipp-Preis Kindesalter Leukämie Stammzelle enzyme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie