Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hermann-Schmidt-Preis 2008

30.10.2008
"Berufliche Bildung zwischen Fördern und Fordern - Bildungskonzepte für unterschiedliche Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener"

Vier Projekte für herausragende Leistungen ausgezeichnet

Auszubildende werden knapp in Deutschland, denn künftig werden aufgrund der demografischen Entwicklung weniger junge Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Gleichzeitig scheiden vermehrt Ältere aus dem Erwerbsleben aus.

In einigen Branchen und Regionen werden bereits jetzt Fachkräfte, insbesondere hoch qualifizierte Fachkräfte, händeringend gesucht - eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren noch weiter verschärft, wenn nicht frühzeitig gegengesteuert wird. Daher müssen Unternehmen, Betriebe und Einrichtungen bereits heute Strategien und Konzepte entwickeln, die morgen greifen.

Thema des zum 12. Mal verliehenen Hermann-Schmidt-Preises war es, innovative, zielgruppenspezifische Bildungskonzepte für Jugendliche und junge Erwachsene zu fördern, die darauf abzielen, Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderem Förderbedarf zu integrieren, Benachteiligungen abzubauen und besondere Begabungen zu unterstützen.

Der Verein "Innovative Berufsbildung e. V." - getragen vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem W. Bertelsmann Verlag (wbv) - hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem jährlich von ihm verliehenen Hermann-Schmidt-Preis auf innovative Ansätze in der Berufsbildungspraxis aufmerksam zu machen, diese zu fördern und als gute Beispiele zur Nachahmung zu empfehlen.

Aus den zum Wettbewerb eingereichten 30 Initiativen gingen als Sieger hervor:

1. Preis (3.000 Euro): Bosch Rexroth AG für das Projekt "Smile - Soziales Miteinander im Leben entwickeln"
Um soziale Kompetenzen wie Hilfsbereitschaft, Engagement, Respekt, Geduld und Teamgeist bei den Beteiligten zu fördern, hat die Bosch Rexroth AG in Kooperation mit ortsansässigen sozialen Einrichtungen eine freiwillige soziale Woche für Auszubildende im 2. Ausbildungsjahr eingeführt. Im Anschluss daran werden Menschen mit Behinderungen für ein Kurzzeitpraktikum in das Unternehmen eingeladen, wobei Ablauf und Betreuung des Praktikums - unter Anleitung eines Projektbetreuers - in Eigenverantwortung der Auszubildenden liegen. In Kleingruppen wird sowohl in den sozialen Einrichtungen als auch in Unternehmen gemeinsam an Projekten und praktischen Aufgaben gearbeitet. Die Auszubildenden lernen, ihre Fähigkeiten und ihr Können partnerschaftlich einzubringen und werden durch die Übernahme von Verantwortung in ihrem persönlichen Reifeprozess gestärkt. Pro Jahr nehmen rund 50 % des entsprechenden Ausbildungsjahres an dieser Maßnahme teil.
Kontakt: Arno Schmitt, Bosch Rexroth AG, Zum Eisengießer 1, 97816 Lohr am Main,
E-Mail: bianca.holzinger@boschrexroth.de, Internet: http://www.boschrexroth.com
2. Preis (2.000 Euro): IHK-Bildungszentrum Schwerin gemeinnützige Gesellschaft mbH mit dem Projekt "Ausbildungskooperation Berufsschule - Wirtschaft (ABsW)"
Mit dem Ziel, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen und den Fachkräftemangel in der Metallbranche zu kompensieren, wurde in der Region Westmecklenburg eine Initiative gestartet, um frühzeitig auf den Mangel an Zerspanungsmechanikern mit CNC-Qualifizierung zu reagieren. 24 Altbewerber mit zum Teil unterdurchschnittlichen Schulleistungen erhalten im Rahmen der Initiative eine vollzeitschulische Ausbildung. Jeder dieser Jugendlichen hatte zuvor durchschnittlich mehr als 30 Bewerbungen geschrieben und fünf Bewerbungsgespräche geführt. Bisher konnten innerhalb der Maßnahme 13 Jugendliche in ein betriebliches Ausbildungsverhältnis übernommen und 83 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden.

Kontakt: Hans-Jürgen Bruhn, IHK-Bildungszentrum Schwerin, Werkstraße 114, 19061 Schwerin, E-Mail: bruhn@ihk-bz-sn.de, Internet: http://www.ihk-bz-sn.de

3. Preis (1.000 Euro): METRO Group und Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW) für das Projekt "VAmB - Verzahnte Ausbildung mit den Beufsbildungswerken"
Ziel dieses Gemeinschaftsprojekts ist es, (lern-)behinderten jungen Menschen, denen ein Einstieg in den freien Ausbildungsmarkt oft verwehrt bleibt, eine umfassende Berufsausbildung zu ermöglichen. Dabei zeichnet die METRO Group für die praktischen, betrieblichen Ausbildungsphasen verantwortlich, die von besonders qualifizierten Ausbildern der BBW unterstützt werden. Die Ergebnisse dieser "verzahnten" Ausbildung zeigen, dass die Übernahme von (lern-)behinderten Jugendlichen mit betrieblicher Qualifizierung in ein festes Arbeitsverhältnis höher ausfällt als eine reine Inhouse-Ausbildung im BBW. Im Herbst 2007 startete bereits die 5. Staffel des erfolgreichen Projekts: beteiligt sind zurzeit ca. 200 Auszubildende, 32 BBW sowie rund 160 Ausbildungsbetriebe aus dem gesamten Bundesgebiet.
Kontakt: Olaf Stieper, METRO AG, Schlüterstraße 1, 40235 Düsseldorf,
E-Mail: stefan.noppenberger@metro.de, Internet: http://www.vamb-projekt.de
Sonderpreis (500 Euro): Pädagogische Anlaufstelle der Handwerkskammer
Koblenz für das Berufsbildungsprojekt "(e)motion!"
Der außergewöhnliche Projektansatz verbindet unter Beteiligung der ARGE Mayen-Koblenz, des Arbeitsministeriums Rheinland-Pfalz und des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie berufsvorbereitende Maßnahmen für benachteiligte Jugendliche mit einer öffentlichen Tanzaufführung. Die angehenden Maler, Lackierer, Friseure, Maurer oder Anlagenmechaniker sind unter künstlerischer, sozialpädagogischer und handwerklicher Anleitung für Aufführung, Bühnenbild, Requisiten, Maske, Styling, Logistik und Catering verantwortlich. Durch die ungewöhnliche Verknüpfung von Handwerk, Musik und Kunst werden bei den Beteiligten kreative Potenziale aktiviert und individuelle Schlüsselkompetenzen gestärkt wie Motivation, Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen, Teamfähigkeit und körperliche Belastbarkeit. Bisher konnten 51 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Maßnahme vermittelt werden, weitere 23 stehen kurz vor der Übernahme.

Kontakt: Bernd Hammes, Handwerkskammer Koblenz/Pädagogische Anlaufstelle, St.-Elisabeth-Straße 2, 56073 Koblenz, E-Mail: pa@hwk-koblenz.de, Internet: http://ww.hwk-koblenz.de

Kurzdarstellungen der prämierten und weiterer zum Wettbewerb eingereichter Projekte enthält eine Beilage zum Heft 6/2008 der Fachzeitschrift "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis - BWP" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Die Beilage kann kostenlos im Internetangebot des BIBB heruntergeladen werden unter http://www.bibb.de/hermann-schmidt-preis

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/hermann-schmidt-preis
http://www.bibb.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Projekt: Bilder leistungsstark und energieeffizient verarbeiten
24.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht „Allen Unkenrufen zum Trotz“ Neues Projekt sorgt für Schutz der Gelbbauchunken in Bayern
24.01.2017 | Bundesamt für Naturschutz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie