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Weitere drei Millionen Euro für die Proteomforschung an der Universität Greifswald

22.10.2010
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die mikrobielle Genomforschung in Greifswald in den kommenden drei Jahren mit drei Millionen Euro.

Damit können in den beiden geförderten Netzwerken, GenoMik-Transfer und Medizinische InfektionsGenoMik, Stellen für fast zwanzig Doktoranden und vier technische Mitarbeiter geschaffen werden.

Seit dem Jahr 2000 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Genomforschung in Greifswald bereits mit mehreren Millionen im Netzwerk GenoMik gefördert. Durch diese großzügige Unterstützung war es möglich, ein nationales Proteomnetzwerk aufzubauen, das von Greifswald aus weit nach Deutschland ausstrahlt. Schwerpunkte sind die Infektionsbiologie und mikrobielle Biotechnologie.

Sehr wesentlich war die Einrichtung von drei Technologieplattformen für Genomforschung in Göttingen, Proteomics in Greifswald und Bioinformatik in Bielefeld im Jahre 2002, die die Technologien für mehr als fünfzig deutsche mikrobiologische Arbeitsgruppen vorhalten. Diese Entscheidung trug neben der Bewilligung des Projektes ZIK-FunGene dazu bei, dass in Greifswald eines der modernsten Zentren für mikrobielle Proteomics europaweit entstehen konnte.

Mit Hilfe der Proteomanalyse können alle Proteine eines lebenden Organismus (eben das Proteom) und damit die wichtigsten Werkzeuge des Lebens erfasst und studiert werden. Dies ist sicher ein Grund dafür, dass die Proteomics heute weltweit zu den sich am schnellsten entwickelnden Gebieten der Lebenswissenschaften gehört.

Sichtbarstes Ergebnis der Forschungstätigkeit sind mehr als einhundert wissenschaftliche Arbeiten der Proteomplattform, die zusammen mit auswärtigen Partnern in teilweise hochrangigen Zeitschriften (Mol Cell Proteomics, Proteomics, Science, Nature Biotechnology, EMBO J u.a.) publiziert wurden.

Im Jahre 2010 sind die beiden, vom BMBF finanzierten Netzwerke zur Genomforschung an Mikroorganismen (GenoMik), GenoMik-Transfer und Medizinische InfektionsGenoMik, in eine neue Runde gegangen. Das Netzwerk GenoMik-Transfer (Sprecher: Prof. Dr. Michael Hecker, Greifswald, Prof. Dr. Rolf Daniel, Göttingen) fördert für weitere drei Jahre die Technologieplattform Proteomics, mit deren Hilfe Verfahren der mikrobiologischen Industrie optimiert werden sollen (neben der Proteomplattform beteiligte Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Thomas Schweder und Priv.-Doz. Dr. Michael Lalk).

Ganz wesentlich ist die Greifswalder Technologieplattform Proteomics an fünf der international begutachteten und erfolgreichen elf Verbünde direkt beteiligt, die im zweiten Netzwerk GenoMik-Netzwerk (Medizinische InfektionsGenoMik) vor wenigen Wochen bewilligt wurden. Gearbeitet wird hier beispielsweise an Projekten über besorgniserregende Erreger wie Staphylococcus aureus sowie an der Erforschung der Infektionsbiologie von Lungen- oder Hirnhautentzündung, um sie am Ende besser verstehen und beherrschen zu können. Zwei der bewilligten Verbünde werden von den Greifswalder Forschern Prof. Dr. Sven Hammerschmidt und Dr. Susanne Engelmann koordiniert.

In die interfakultären Projekte sind neben den verantwortlichen Wissenschaftlern der Proteomplattform (Hecker, Becher, Voigt) auch Arbeitsgruppen der Medizinischen Fakultät um Prof. Dr. Uwe Völker und Prof. Dr. Barbara Bröker einbezogen.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Michael Hecker
Institut für Mikrobiologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 15, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-4200
Telefax 03834 86-4202
hecker@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.mikrobiologie.uni-greifswald.de/index.php?id=19
http://www.sciencenet-mv.de/index.php/kb_703/io_1687/io.html
http://www.sciencenet-mv.de/index.php/kb_703/io_1821/io.html

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