Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert Forschung an UMG zu Prostatakrebs

23.09.2013
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt Forschungsprojekt von Urologie, Humangenetik, Endokrinologie und Pathologie der UMG zur Behandlung von Prostatakrebs mit 540.000 Euro über drei Jahre.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zum fortgeschrittenen Prostatakarzinom mit 540.000 Euro über drei Jahre.

Die Forschungsgruppe um Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Paul Thelen aus der Klinik für Urologie, Prof. Dr. rer. nat. Peter Burfeind vom Institut für Humangenetik, Dr. Felix Bremmer vom Institut für Pathologie und Prof. Dr. rer. nat. Hubertus Jarry (AG Experimentelle Endokrinologie), sucht in ihrem Projekt "Einfluss der Östrogenrezeptoren auf den malignen Verlauf des Prostatakarzinoms dargestellt in neuen Östrogenrezeptor-knock-out-TRAMP-Modellen" nach molekularen Therapieansätzen für das bisher unheilbare metastasierte Prostatakarzinom.

"Die Forschungsarbeiten der Arbeitsgruppe stärken die uro-onkologische Kompetenz an der UMG", sagt Prof. Dr. Lutz Trojan, Direktor der Klinik für Urologie. "Unser Ziel ist es, zukünftig bei der Diagnose ‚Prostatakarzinom' vielfältige interdisziplinäre Therapiekonzepte anbieten zu können und dabei auf neueste Erkenntnisse der Forschung zurückzugreifen."

Hat der Prostatakrebs bereits Metastasen gebildet, wird er meistens medikamentös behandelt. Diese Therapie zielt vor allem darauf ab, die männlichen Wachstumshormone zu unterdrücken. Denn bei fast allen Patienten mit Prostatakarzinom wachsen die Tumorzellen hormonabhängig. Vor allem männliche Geschlechtshormone, so genannte Androgene wie das Testosteron, fördern das Tumorwachstum.

Bisher bekannt ist: Wird dem Prostatakrebs Testosteron entzogen, vermehrt er sich nicht mehr. Die Wirkung ist jedoch nur vorübergehend. Die bösartige Wucherung wird nicht auf Dauer gehemmt. Sie widersetzt sich dem Hormonentzug und es entstehen neue Tumorzellen, die für die gewählten Therapien unempfindlich sind. Der Grund dafür ist: Der Tumor wehrt sich gegen den Entzug mit einer Vielzahl an Ausweichmanövern und Resistenzmechanismen. Regiert der Tumor auf keinerlei Therapie mehr, nennt man diesen ein kastrations-resistentes Prostatakarzinom.

DEN GEGENSPIELER DES TUMORS AKTIVIEREN
Die Arbeitsgruppe aus Urologie, Humangenetik, Endokrinologie und Pathologie der UMG hat konkrete Vorstellungen von den molekularen Ausweichmanövern des Tumors. In vorangegangenen Forschungsprojekten haben sie einen Rezeptor für weibliche Hormone untersucht, der ein Gegenspieler für die bösartigen Androgen-Signale ist. Auch im männlichen Stoffwechsel und in der Prostata sind weibliche Hormone, auch Östrogene genannt, vorhanden. Sie bremsen das Wachstum von Tumorzellen auf natürlichem Wege. Kommt es zu einer Tumorerkrankung der Prostata, werden diese Östrogen-Rezeptoren jedoch beseitigt. Dies geschieht schon in einem frühen Stadium der Erkrankung.

In laufenden Projekten untersucht die Arbeitsgruppe jetzt in Modellen der Tumorerkrankung, in welchen Stadien der Einsatz des Östrogen-Rezeptors dem Prostatakrebs vorbeugen kann. Außerdem wollen sie herausfinden, mit welchen östrogenartigen Wirkstoffen sich die bösartigen Signalwege von Androgenen beeinflussen lassen, ohne dass der Tumor Resistenzen gegen die Behandlung bilden kann.

"Die neuen, experimentellen Therapieansätze müssen nicht zwingend zu einer vollständigen Beseitigung des Tumors führen. Sie sollen aber bösartige Signalwege der Tumorzellen selektiv regulieren oder hinauszögern. Auf diesem Weg können die meisten Patienten mit Prostatakarzinom wertvolle Lebenszeit dazu gewinnen und sogar mit der Erkrankung ein normales Alter erreichen", sagt Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Paul Thelen.

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung für Männer in Deutschland. Jedes Jahr gibt es 60.000 Neuerkrankungen. Wird der Krebs frühzeitig erkannt und ist nur auf die Prostata begrenzt, ist er meistens heilbar. Der Tumor wird entweder mit Hilfe einer Strahlentherapie behandelt oder operativ entfernt.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Urologie
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Paul Thelen, Telefon 0551 / 39-8651
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
pthelen@gwdg.de

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.umg-goettingen.de/de/content/presseinformationen/presseinformationen_19164.asp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics