Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Busenfreund“ erhält Forscherpreis

22.10.2010
Brustkrebspatientinnen und Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie zeichnen Privatdozent Dr. Florian Schütz, Universitätsfrauenklinik Heidelberg, aus

Über zwei Preise kann sich Privatdozent Dr. Florian Schütz, Oberarzt der Universitätsfrauenklinik Heidelberg, freuen: mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V. hat den Arzt und Wissenschaftler mit dem Busenfreund-Award 2010 geehrt.

Der Wissenschaftspreis von Patientinnen an die Brustkrebsforschung wurde im Rahmen des mamazone-Kongresses „Projekt Diplompatientin“ am 16. Oktober in Augsburg verliehen.

Zuvor war Dr. Florian Schütz bereits am 5. Oktober mit dem Schmidt-Matthiesen-Preis der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. – ein Zusammenschluss der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Deutschen Krebsgesellschaft – ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 8.000 Euro dotiert und wurde anlässlich des DGGG-Kongresses in München verliehen.

Award soll Arzt und Forscher Mut machen

Wie wirkt sich eine Brustkrebserkrankung auf das Immunsystem der Patientin aus? Welche Auswirkungen hat eine Chemotherapie auf das körpereigene Abwehrsystem? Wie kann eine erfolgreiche Impfung gegen Brustkrebs entwickelt werden? Im Rahmen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen NCT Heidelberg gehen Dr. Florian Schütz und sein Team in Kooperation mit Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) diesen Forschungsfragen nach.

Mit dem Busenfreund-Award wolle mamazone nicht nur die wissenschaftliche Arbeit des Heidelbergers würdigen, sondern dem Arzt und Forscher auch Mut machen, erklärt die Patientinnen-Initiative. Mut machen, die Bedürfnisse von Frauen mit Brustkrebs an die erste Stelle zu setzen sowie dem Brustkrebs mit aller Kraft wissenschaftlicher Erkenntnis den Kampf anzusagen. „Ich freue mich sehr über diesen Preis“, sagt Dr. Florian Schütz. „er zeigt mir, dass ich nicht nur für Fachjournale oder Drittmittel forsche, sondern meine Arbeit auch beim Adressaten, also bei den Patientinnen ankommt.“

Im Heidelberger Brustzentrum der Universitätsfrauenklinik läuft seit Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit mamazone. So gibt es z.B. eine eigene Sprechstunde und regelmäßig Patienteninformationstage.

Klinische Studie: Immunantwort von Brustkrebspatientinnen gestärkt

Von seinen Kollegen wiederum wurde Dr. Schütz für eine klinische Studie mit dem Schmidt-Matthiesen-Preis ausgezeichnet. Im Rahmen der prämierten klinischen Studie untersuchte er – gemeinsam mit Professor Dr. Philipp Beckhove, Leiter der Translationalen Immunologie am DKFZ – wie sich eine gering dosierte Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen auf die körpereigene Abwehr gegen den Krebs auswirkt. Brustkrebstumoren können bestimmte Immunzellen, die so genannten regulatorischen T-Zellen, aktivieren. Normalerweise sorgen die regulatorischen T-Zellen dafür, dass das Immunsystem in Balance bleibt, sich also z.B. keine Autoimmunerkrankungen entwickeln. Die übermäßige Anregung dieser Immunzellen durch den Tumor führt jedoch dazu, dass sie Abwehrzellen, z.B. die T-Killer-Zellen, davon abhalten, Krebszellen anzugreifen und zu zerstören. Die körpereigene Abwehr gegen den Krebs funktioniert also nicht mehr.

„Nach der Chemotherapiebehandlung war bei den Patientinnen wieder eine Immunantwort messbar“, erklärt Dr. Schütz. „Durch die Behandlung wurde die Aktivität der regulatorischen T-Zellen gebremst. Das konnten wir zum ersten Mal zeigen.“ Möglicherweise liegt hier ein neuer Ansatz zur Bekämpfung von Krebszellen. In einer weiterführenden klinischen Studie der Phase 2 soll jetzt ermittelt werden, wie effektiv die Chemotherapie-Behandlung das Immunsystem der Patientinnen im Kampf gegen den Krebs stärkt.

Weitere Informationen im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Immunologie-Mammakarzinom.
112466.0.html?&FS=%2F%28null%29
Ansprechpartner:
PD Dr. Florian Schütz
Oberarzt der Universitätsfrauenklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 37 688
E-Mail: florian.schuetz@med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.600 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.400 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.ago-online.org
http://www.mamazone.de
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg
29.05.2017 | Universität Hamburg

nachricht Auszeichnung der ESA BIC Startup-Challenge während der INNOspace Masters Konferenz in Berlin
24.05.2017 | Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise