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Behring Lecture 2007 von Mikrobiologe gehalten

22.11.2007
Im Rahmen des Dies Academicus des Fachbereichs Medizin der Philipps-Unversität Marburg hielt der medizinische Mikrobiologe Prof. Dr. Sebastian Suerbaum am 21. November die diesjährige Behring Lecture mit dem Titel "Die Evolution des Krebserregers Helicobacter pylori mit dem menschlichen Wirt".

Die Behring Lecture ist ein mit 5.000 Euro dotierter Wissenschaftspreis, mit dem die Philipps-Universität bedeutende Vertreter der Immunologie, Virologie, Mikrobiologie oder Molekularbiologie aus dem In- und Ausland ehrt.

"Professor Suerbaums Verdienst liegt insbesondere darin, dass er durch die Forschung am Bakterium Helicobacter pylori dessen enge Verbindung mit der Kulturgeschichte des Menschen aufgezeigt hat", erklärte Laudator Prof. Dr. Michael Lohoff vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Philipps-Universität.

Sebastian Suerbaum, geboren 1962, ist seit 2003 Professor für Medizinische Mikrobiologie und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Nach seinem Studium der Medizin an der Ruhr-Universität Bochum mit Auslandssemestern an der Universität Wien und der Harvard Medical School in Boston promovierte er 1988, sieben Jahre später folgte die Habilitation. Er war unter anderem Professor und leitender Oberarzt am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Julius Maximilian-Universität Würzburg und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) gefördert.

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Suerbaum hat speziell wegen seiner Forschung am Bakterium Helicobacter pylori, dem beim Menschen am häufigsten vorkommenden Infektionserreger, international Aufmerksamkeit erregt. In seiner Arbeitsgruppe an der MHH beschäftigt er sich intensiv mit dem Bakterium, von dem mehr als 25 verwandte Arten bekannt sind. Suerbaum hat Populationsgenetik, Evolution und Pathoevolution des H. pylori und verwandter Bakterienspezies untersucht und zu menschlichen Wirtspopulationen unterschiedlicher ethnischer Abstammung in Beziehung gesetzt. H. pylori siedelt sich in der Magenschleimhaut an und ruft chronische Entzündungen hervor.

Gut die Hälfte aller Menschen ist mit dem widerstandsfähigen Erreger infiziert und entwickelt eine Gastritis, die zum Großteil keine Beschwerden verursacht.

Etwa zehn Prozent der betroffenen Personen jedoch leiden unter Folgeerkrankungen wie Magengeschwüren und in selteneren Fällen auch an Magenkrebs. Die Forschung wird dadurch erschwert, dass der Erreger sein Erbgut durch Rekombination sehr schnell verändern kann und schwierig zu züchten ist.

"Ich freue mich, dass die Philipps-Universität mit Professor Suerbaum einen so renommierten Wissenschaftler ehren kann", erklärte Prof. Dr. Volker Nienhaus, Präsident der Philipps-Universität, bei der Übergabe der Auszeichnung. Die Behring Lecture ermögliche der Philipps-Universität, einerseits international hervorragende Wissenschaftler der Immunologie, Mikrobiologie oder Virologie zum Gastvortrag einzuladen und andererseits diese Preisträger entsprechend zu würdigen, fuhr Nienhaus fort. Der Preis wurde im Oktober 1985 aus Anlass des Festaktes zum 100-jährigen Bestehen des Hygiene-Institutes der Philipps-Universität vom Vorstand der damaligen Behringwerke gestiftet. Seither wird er in unregelmäßigen Abständen vergeben.

Seit 2004 hat der Impfstoffhersteller Novartis Behring (der aus der Impfstoffsparte der ehemaligen Behringwerke hervorgegangen ist) das Sponsoring dieser Ehrung übernommen und der Philipps-Universität ermöglicht, mit dem Preisgeld von 5.000 Euro einmal im Jahr einen hervorragenden Wissenschaftler aus dem In- oder Ausland zu einem Vortrag einzuladen - der Behring Lecture.

Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer von Novartis Behring Deutschland, begrüßt, dass die Entscheidung der Universität gerade auf diesen hochkarätigen Forscher und das Thema H. pylori gefallen ist. "H. pylori ist auch für Novartis Vaccines ein Forschungsschwerpunkt", so Leyck Dieken.

Nienhaus erklärte, dass die Behring Lecture ein Ergebnis der fruchtbaren Kooperation zwischen Philipps-Universität und Novartis Behring sei. Die Universität belege, so Nienhaus, gerade auch im Life-Science-Sektor vordere Plätze: "Wir versuchen das hohe Niveau zu halten und zu steigern, das durch unsere prominenten Wissenschaftler der Vergangenheit wie Emil von Behring geschaffen wurde."

Neben der jährlichen Behring Lecture vergibt die Philipps-Universität auch den von Novartis Behring mit 25.000 Euro dotierten Emil von Behring-Preis. Der alle zwei Jahre ausgelobte Preis zählt zu den höchst dotierten Wissenschaftspreisen im Bereich der Medizin.

Dr. Viola Düwert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de

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