Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erwin Schrödinger-Preis für Pionierleistung in der Elektrotechnik

12.10.2007
TU-Forscher Georg Brasseur erhält hohe Auszeichnung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Während in Schweden über die Nobelpreise entschieden wird, vergibt die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) heute, Freitag, 12. Oktober 2007, in Wien ihre höchsten Auszeichnungen an renommierte Wissenschafter. Mit dem Erwin Schrödinger-Preis, den die ÖAW jedes Jahr für das Lebenswerk eines Forschers auf dem Gebiet der Mathematik und der Naturwissenschaften verleiht, geht einer der bedeutendsten Wissenschaftspreise Österreichs an Georg Brasseur, Leiter des Instituts für Elektrische Messtechnik und Messsignalverarbeitung der TU Graz. Der Elektrotechniker teilt sich die nach Physik-Nobelpreisträger Erwin Schrödinger benannte, mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung mit dem deutschen Molekularbiologen Thomas Jenuwein.

Eine Pionierleistung legte den Grundstein für seine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere: Der österreichische Elektrotechniker Georg Brasseur war weltweit der erste Wissenschafter, dem es mit seinem Team gelang, einen vollelektronischen Regler für Dieselmotoren für PKW und LKW zu entwickeln: Wie bei der klassischen Dampfmaschine ist zum Betrieb eines Dieselmotors ein Regler notwendig, der das Absterben oder Überdrehen des Motors verhindert. Bis Mitte der 80er Jahre wurden Regler bei PKW und LKW mechanisch realisiert. Elektrotechniker Georg Brasseur gelang es 1982 schließlich in Kooperation mit einem Industriepartner den ersten elektronischen Dieselregler an einem LKW-Motor zu entwickeln. Mit seinen Arbeiten zur "kapazitiven Messtechnik" beschritt Brasseur auch weiter innovative Wege: So genannte kapazitive Sensoren verwenden das elektrische Feld zur Erfassung der Messgröße. Mit Hilfe solcher Sensoren ist es etwa auch möglich, Materialeigenschaften und -verteilungen sowie beispielsweise Massenströme von nicht oder nur mit hohem Aufwand messbaren Größen zu erfassen. Auch hier gelang es Brasseur, neue Sensoren zu entwickeln, die Industrie und Wirtschaft bereits erfolgreich einsetzen. Den seit 1956 jährlich vergebenen Erwin Schrödinger-Preis erhält der TU-Forscher heute für sein gesamtes bisheriges Lebenswerk, das in zahlreiche Bereiche der Messtechnik hineinreicht.

Elektrotechniker am Erfolgsweg

... mehr zu:
»Elektrotechnik »Messtechnik »Sensor

Georg Brasseur wurde 1953 in Wien geboren. Er studierte Elektrotechnik an der TU Wien, wo er 1985 mit einer Arbeit zur elektronischen Dieselregelung promovierte. 1998 folgte die Habilitation auf dem Gebiet der "Industriellen Elektronik". Parallel dazu baute Brasseur die Arbeitsgruppe "Automobilelektronik" auf. 1999 wurde er an das Institut für Elektrische Messtechnik und Messsignalverarbeitung der TU Graz berufen, an dem er seit 2001 auch das Christian Doppler Forschungslabor für "Kraftfahrzeugmesstechnik" leitet. Für seine Forschungsarbeit auf den Gebieten der automotiven Sensorik, der kapazitiven Messtechnik, der analogen und der digitalen Schaltungstechnik sowie der automotiven Elektronik und der Aktuatorik wurde der dreifache Familienvater bereits mehrfach ausgezeichnet: 1982 erhielt er den Plansee-Preis für Technologie-Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft, 1985 den Dr. Ernst Fehrer-Preis der TU Wien für seine Arbeiten auf dem Gebiet der elektronischen Regelung von Dieseleinspritzpum¬pen und im Jahr 2001 mit der Wilhelm-Exner-Medaille eine Auszeichnung für Leistungen, die insbesondere neue Möglichkeiten für die gewerbliche und industrielle Entwicklung eröffnen.

Rückfragen:
Mag. Alice Senarclens de Grancy
Pressesprecherin
Tel +43 (0) 316 873 6006
Mobil +43 (0) 664 60 873 6006
Email alice.grancy@TUGraz.at

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://presse.TUGraz.at

Weitere Berichte zu: Elektrotechnik Messtechnik Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie