Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wann sind Investitionen in die Datenqualität wirklich effizient?

20.06.2007
Forschungsförderpreis der Vodafone-Stiftung für den Augsburger Wirtschaftsmathematiker Mathias Klier

Der Augsburger Wirtschaftsmathematiker Mathias Klier ist für seine Diplomarbeit "Messung von Datenqualität und ökonomische Bewertung von Datenqualitätsmaßnahmen - ein dynamisches Optimierungsmodell am Beispiel eines Mobilfunkanbieters" von der Vodafone-Stiftung mit dem mit 5000 Euro dotierten Förderpreis 2007 für Forschung im Bereich Markt-/Kundenorientierung ausgezeichnet worden.

"Klier", so begründet die Vodafone-Stiftung diese Auszeichnung, "gelingt es mit dieser Forschungsarbeit, neue Ansätze zur Quantifizierung der Qualität von Kundendaten zu entwickeln. Außerdem werden praktisch umsetzbare Entscheidungshilfen gegeben, wann und in welchem Umfang aus ökonomischer Sicht in Datenqualitätsmaßnahmen investiert werden sollte." Der Preisträger hat an der Universität Augsburg studiert und ist seit 2005 hier wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik & Financial Engineering.

Mangelhafte Daten, unzufriedene Kunden, hohe Kosten

Insbesondere Großunternehmen müssen heute immense Datenmengen verwalten. So werden etwa bei einem Mobilfunkbetreiber viele Millionen Datensätze mit kundenrelevanten Informationen vorgehalten. Die Sicherung der Qualität dieser Daten stellt hohe Anforderungen an die Unternehmen. Untersuchungen zeigen, dass heute 15 bis 20 Prozent der Daten in typischen Kundendatenbanken fehlerhaft sind. Unter dieser mangelhaften Datenqualität leidet nicht nur die Kundenzufriedenheit, vielmehr kann jeder nicht korrekte Datensatz auch hohe Kosten verursachen, die sich schnell zu Millionenbeträgen summieren können.

Wann sind Investitionen ökonomisch gerechtfertigt?

Gerade für größere Unternehmen ist es daher unumgänglich, in die Sicherung und Verbesserung der Datenqualität zu investieren. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob und wann entsprechende Maßnahmen überhaupt ökonomisch gerechtfertigt sind. Schließlich verursachen auch Datenqualitätsmaßnahmen oft Kosten, die in die Millionen gehen können.

Quantitatives, mehrperiodiges Modell ersetzt "Daumenregeln"

Bei diesem Problem setzt Kliers Diplomarbeit an. Er entwickelt ein Modell, mit dessen Hilfe Unternehmen die betriebswirtschaftliche Rentabilität von Datenqualitätsmaßnahmen ermitteln können. Während entsprechende ältere Ansätze über "Daumenregeln" kaum hinauskommen, stellt Klier ein quantitatives, mehrperiodiges Optimierungsmodell vor, das es erlaubt, die konkreten Rahmenbedingungen - wie beispielsweise das bisher vorhandene Datenqualitätsniveau oder den Umfang der Datenbasis - bei der Planung künftiger Maßnahmen zu berücksichtigen. Zusätzlich werden den Unternehmen Methoden zur Verfügung gestellt, mit denen sie die Qualität der verfügbaren Daten bestimmen können. Dazu hat Klier spezielle Kennzahlen und Metriken für verschiedene Qualitätsmerkmale - zum Beispiel für die Aktualität der gespeicherten Informationen - entwickelt. Dass der Wirtschaftsmathematiker aus seinem Modell relativ leicht umsetzbare Handlungsempfehlungen für Unternehmen ableitet, unterstreicht den großen praktischen Wert seiner Arbeit. Zudem konnte Klier die Praxistauglichkeit seiner Methoden anhand der Daten eines Mobilfunkanbieters bereits belegen.

Effizientes Datenqualitätsmanagement im Unternehmens- und im Kundeninteresse

Hartmut Kremling, Geschäftsführer Technik von Vodafone Deutschland, resümiert: "In seiner Forschungsarbeit hat Mathias Klier ein praxisrelevantes Thema mit einem innovativen und interdisziplinären Ansatz bearbeitet. Gerade für uns als Mobilfunkanbieter, der einen sehr großen Kundenstamm betreut, ist die Datenqualität ein wichtiger Bereich, der zudem weiter an Bedeutung gewinnt. Die von Herrn Klier entwickelten Methoden ermöglichen es, das Datenqualitätsmanagement zukünftig noch effizienter zu gestalten - was durch die Vermeidung unnötiger Kosten letztlich auch den Kunden zugute kommt."

Zum Preisträger Mathias Klier

Mathias Klier (27) studierte Wirtschaftsmathematik an der Universität Augsburg und schloss das Studium 2005 als Dipl.-Math. oec. ab. Seit 2005 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik & Financial Engineering der Universität Augsburg. Er leitet hier unter anderem ein Projekt zur Entwicklung eines kundenwertorientierten Vertriebssteuerungskonzepts bei einem Finanzdienstleister. Parallel arbeitet er an seiner Dissertation in den Themenbereichen Kundenbeziehungsmanagement, Datenqualität und Einführung von Kommunikationsstandards.

Die Preise der Vodafone-Stiftung

Die Vodafone-Stiftung vergibt seit 1997 jährlich einen mit 25.000 Euro dotierten Innovations- und zwei mit jeweils 5.000 Euro dotierte Förderpreise für Forschung. Ggewürdigt werden damit wissenschaftliche Leistungen, die sich durch ein ungewöhnlich hohes Niveau und eine große Praxisrelevanz auszeichnen. Eine mit Vertretern aus Wissenschaft und Industrie besetzte Jury kann die Preise sowohl Einzelpersonen als auch einer Gruppe zuerkennen. Der Iinnovationspreis ging in diesem Jahr an Prof. Dr.-Ing. Martin Bossert (Universität Ulm, Lehrstuhl für Telekommunikationstechnik und Angewandte Informationstheorie), der zweite, dem Bereich Natur- und Ingenieurwissenschaften gewidmete Förderpreis an die Mathematikerin Dr.-Ing. Anke Schmeink, die bei Philips Research im Bereich Medical Signal Processing arbeitet. (siehe auch http://www.vodafone-stiftung-fuer-forschung.de/preistraeger/2007/)

Kontakt:

Mathias Klier
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik & Financial Engineering
Universität Augsburg, 86135 Augsburg , Telefon: +49(0)821/598-4137,
mathias.klier@wiwi.uni-augsburg.de
Heiko Witzke
Vodafone D2 GmbH, Unternehmenskommunikation
Am Seestern 1, D-40547 Düsseldorf, Telefon: +49(0)211/533-5500

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.vodafone-stiftung-fuer-forschung.de/preistraeger/2007

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit