Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für starke Herzen: Drei Millionen Euro für Klinische Forschergruppe in Göttingen

14.11.2006
Erste klinische Forschergruppe am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen nimmt Forschung über Herzschwäche auf. Neue Professur durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Die erste am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Klinische Forschergruppe hat ihre Arbeit zur Erforschung der Herzinsuffizienz (Herzschwäche) aufgenommen.

Erstmals haben sich am 1. November 2006 die Leiter der acht Teilprojekte und ihre Mitarbeiter in Göttingen getroffen, um mit der praktischen Umsetzung des Forschungsprojektes zu beginnen. Im Juli 2006 hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) der Förderung der Klinischen Forschergruppe mit dem Titel „Die Bedeutung von Biomechanik und Calciumstoffwechsel bei Herzinsuffizienz und Regeneration“ zugestimmt. Die Finanzierung erfolgt zur Hälfte durch die DFG und zur Hälfte durch den Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen.

Das Finanzvolumen liegt bei knapp drei Millionen Euro für zunächst drei Jahre. „Unser Ziel ist es, diejenigen Vorgänge im Herzmuskel, die zur Herzschwäche und zu Herzrhythmusstörungen führen, besser zu verstehen und neue Behandlungsverfahren zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Sprecher der Klinischen Forschergruppe und Direktor der Abt. Kardiologie und Pneumologie. Prof. Hasenfuß hatte zusammen mit seinen Mitarbeitern, Priv. Doz. Dr. Lars Maier und Dr. Harald Kögler, den Forschungsantrag erarbeitet.

Acht Teilprojekte sind in der klinischen Forschergruppe eng vernetzt. Hinzu kommt eine neue, zentrale Forschungsprofessur mit dem Titel „Translationale Kardiologie“, für die das Berufungsverfahren derzeit läuft. Die Teilprojekte sind angesiedelt in der Abteilung Kardiologie und Pneumologie (Direktor: Prof. Dr. Gerd Hasenfuß) und der Abteilung Humangenetik (Direktor: Prof. Dr. Wolfgang Engel) am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen, in der Abteilung Physiologie und Biophysik der Universität Münster (Leitung: Prof. Dr. Wolfgang A. Linke) sowie derzeit in der Abteilung für Physiologie und Zelluläre Biophysik an der Columbia University, New York, (USA). Weiterhin werden Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter und Medizinisch Technische Assistenten neu geschaffen.

Neuere Hinweise zeigen, dass das Herz selbst hohen Blutdruck „fühlen“ kann und daraufhin mit krankhaften Veränderungen des Herzmuskels reagiert. Bei etwa einem Drittel der Bluthochdruck-Patienten ändern sich die Aktivitäten bestimmter Gene im Herz. Dieses Reaktionsmuster des Herzens auf Bluthochdruck beschleunigt die Herzmuskelschädigung und die Entwicklung einer Herzschwäche. „Wenn wir besser verstehen, wie die durch veränderte Druckverhältnisse hervorgerufenen krankhaften Umbau- und Abbauvorgänge funktionieren, können wir möglicherweise neue Therapiestrategien bei Bluthochdruck und anderen Erkrankungen zur Verhinderung oder Behandlung einer Herzmuskelschwäche entwickeln. Dies ist das Ziel der Klinischen Forschergruppe“, sagt Prof. Dr. Gerd Hasenfuß.

„Herz-Kreislauf-System“ ist einer von zwei Forschungsschwerpunkten des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen. Im Jahre 2001 konnte der Forschungsstandort Herz-Kreislauf am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen durch Einrichtung des Herzzentrums Göttingen weiter gestärkt werden. An dieser zentralen Forschungseinrichtung beteiligen sich die Abteilungen Kardiologie und Pneumologie, Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Herz- und Kreislaufphysiologie, Anaesthesiologie I, Anaesthesiologie II – operative Intensivmedizin sowie Anaesthesiologische Forschung. Assoziierte Mitglieder sind die Abteilungen Diagnostische Radiologie und Humangenetik.

Das Programm „Klinische Forschergruppen“ wurde im Jahr 2002 von der DFG entwickelt und verfolgt das Ziel, Strukturen für eine krankheits- und patientenorientierte Forschung an Universitätskliniken zu verbessern, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und die wissenschaftliche Profilbildung der Fakultäten voranzubringen.

Weitere Informationen: Bereich Humanmedizin – Universität Göttingen Abt. Kardiologie und Pneumologie Prof. Dr. Gerd Hasenfuß Robert-Koch-Str. 40 37075 Göttingen Tel. 0551/39 – 6351 E-Mail: hasenfus@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | Uni Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.humanmedizin-goettingen.de

Weitere Berichte zu: DFG Herzschwäche Kardiologie Pneumologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten