Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer UMSICHT erhält Förderung für Materialentwicklung auf Basis nachwachsender Rohstoffe

06.01.2006


Fraunhofer UMSICHT erhält Ziel-II-Fördermittel in Höhe von 544 000 Euro zur Errichtung einer Compoundiereinheit. Diese Anlage versetzt Fraunhofer UMSICHT in die Lage, pulver- und faserförmiger Stoffe zu verarbeiten, um daraus unter industrieähnlichen Bedingungen neue, ressourcenschonende Materialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe herzustellen.



Kunststoffe begegnen uns auf Schritt und Tritt. Ob als Verpackung, im Auto oder als CD, täglich trifft man auf die langkettigen Moleküle, die exquisite Materialeigenschaften, gute Verarbeitbarkeit und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis in sich vereinen. 2003 verbrauchte durchschnittlich jeder Westeuropäer rund 98 Kilo Kunststoff - Tendenz steigend. Doch keine Erfolgsstory ohne Haken: Das Gros der Kunststoffe besteht aus Polymeren und deren Rohstoff, das Erdöl, wird knapper. Umweltfreundliche Alternativen sind gefragt.

... mehr zu:
»Kunststoff »Rohstoff


Fraunhofer UMSICHT setzt bei der systematischen Entwicklung neuer Werkstoffe in ausgesuchten Bereichen der Kunststofftechnik auf nachwachsende Rohstoffe und das Design ressourcenschonender Werkstoffe. Die mit 544 000 Euro zu 40 Prozent aus Mitteln der EU sowie zu 60 Prozent aus Mitteln des Landes NRW geförderte Compoundiereinheit ermöglicht es Fraunhofer UMSICHT die am Institut praxisnah auf die Bedürfnisse des Marktes zugeschnittenen Compounds auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die auf zuvor im Werkstofflabor entwickelten Rezepturen beruhen, neu bzw. weiter zu entwickeln und unter industrieähnlichen Bedingungen herzustellen. Damit wird die Lücke zwischen der Herstellung sehr kleiner Versuchsmengen unter Laborbedingungen und der Umsetzung in eine industrielle Produktion eines Spezialcompounds geschlossen.

WAS VERSTEHT MAN UNTER COMPOUNDIERUNG?

Bei der Verarbeitung von Kunststoffen zu Produkten wie z.B. Plastikbestecken werden aus den pulverförmigen oder flüssigen Rohmaterialien Mischungen hergestellt, die den Endprodukten ihre typischen Eigenschaften verleihen. Diese Rezepturen sind das Geheimnis eines jeden Kunststoffes. Derartige Mischungen kann man erreichen, indem die Rohkunststoffe in den gewünschten Mengenverhältnissen gemeinsam geschmolzen und vermischt werden.
Anschließend wird die Schmelze in einen spaghettiförmigen Strang gepresst, welcher abgekühlt wird und dabei erstarrt. Durch Zerkleinern des Stranges erhält man ein Granulat, das Compound, mit Partikelgrößen von 5-8 mm.

VORTEILE DER GEFÖRDERTEN COMPOUNDIEREINHEIT

Die vom Land NRW geförderte Anlage ermöglicht diesen Prozess für Kleinserienproduktionen mit typischen Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, wie z.B. Celluloseacetat aus Cellulose oder Polymilchsäure aus Mais, die zunehmend Erdölbasierte Kunststoffe wie Polystyrol oder Polyethylen ersetzen sollen. Das Compound wird in weiteren Verarbeitungsschritten z.B. in Spritzgussmaschinen zur Herstellung der Formlinge (z.B. besagtem Besteck) eingesetzt.

Damit neue Rezepturen nicht nur im Labor hergestellt und geprüft werden können, ist die Herstellung größerer Mengen zur Bemusterung der Endprodukte in Kleinserien erforderlich. Dies ist wichtig, da die Fertigung der Endprodukte nicht im Kleinen geprüft werden kann.

Mit der geförderten Anlage ist UMSICHT nun in der Lage, in kurzer Zeit auch einige hundert Kilogramm eines völlig neuen Materials bereitzustellen, mit dem ein Produzent direkt eine Musterserie seines neuen Kunststoffproduktes herstellen kann. Dadurch werden Entwicklungszeiten für neue Produkte verkürzt und das Risiko für neue Investitionen z.B. für spezielle Compoundieranlagen im Produktionsmaßstab verringert.

INFORMATIONEN ZUM GESCHÄFTSFELD NACHWACHSENDE ROHSTOFFE

http://www.umsicht.fhg.de/geschaeftsfelder/geschaeftsfeld/index.php?bereich=nachwachsende_rohstoffe

BITTE BEACHTEN SIE AUCH UNSERE VERANSTALTUNG ZUM THEMA BIORAFFINERIE, DIE AM 2. UND 3. FEBRUAR 2006 IM WISSENSCHAFTSPARK GELSENKIRCHEN STATTFINDET. HIER ERFAHREN SIE INTERESSANTES RUND UM DIE NUTZUNG NACHWACHSENDER ROHSTOFFE

Iris Kumpmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.umsicht.fhg.de/veranstaltungen/veranstaltung.php?id=6&id_sub=&name=060202_bioraffiniert
http://www.umsicht.fhg.de/geschaeftsfelder/geschaeftsfeld/index.php?bereich=nachwachsende_rohstoffe

Weitere Berichte zu: Kunststoff Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten