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AFI fördert Alzheimer-Forschungsprojekte mit rund 300.000 EUR

07.12.2004


Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) stellt in diesem Jahr 299.000 EUR für sieben richtungsweisende Forschungsprojekte bereit, die zur Aufklärung der für Alzheimer typischen Veränderungen in Gehirn dienen und eine Weichenstellung für mögliche therapeutische Interventionen bieten.

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Dr. Karina Reiß, Universität Kiel in Zusammenarbeit mit Dr. Diana Dominguez, Universität Leuven, und Privatdozent Dr. Carsten Culmsee, Universität München, untersuchen, ob Nervenzellen durch gezielte Hemmung von Sekretasen geschützt werden können. Sekretasen sind Enzyme, die das Alzheimer-typische ß-Amyloid aus dem Amyloid-Vorläuferprotein (APP) ausschneiden. Über die Rolle der Sekretasen im Stoffwechsel des Gehirns ist noch zu wenig bekannt, um zu entscheiden ob ihre Aktivität gehemmt werden kann. Reiß erhält 39.000 EUR für ein Jahr, die Arbeit von Dominguez wird von der belgischen Schwesterorganisation International Alzheimer´s Research Foundation unterstützt. Das Projekt von Culmsee wird mit 50.000 EUR für zwei Jahre gefördert.

Je 50.000 EUR für zwei Jahre erhalten Dr. Björn Kuhla, Universität Leipzig und Prof. Dr. Thomas Ohm, Charité Berlin. Ohm untersucht den Einfluss von Statinen, cholesterinsenkenden Medikamenten, auf Neuronen. Kuhla widmet sich der Aufklärung von entzündlichen Prozessen, die bei der Alzheimer-Krankheit auftreten. Beide Forscher hoffen, dass mit bereits erhältlichen Medikamenten in den Krankheitsverlauf eingegriffen werden kann, was eine rasche Hilfe für die Betroffenen bedeuten würde.


Zwei deutsch-niederländische Projekte arbeiten an neuen transgenen Mauslinien, die als Modelle zu Erforschung der Veränderungen im Alzheimer-Gehirn dienen können. Bisherige Mausmodelle erlauben nur eine begrenzte Vergleichbarkeit mit der Alzheimer-Krankheit. Privatdozent Dr. Thomas Bayer, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar arbeitet mit Privatdozent Dr. Christoph Schmitz, Maastricht Universität zusammen. Dr. Katrin Marcus, Medizinisches Proteom-Center, Ruhr-Universität Bochum kooperiert mit Dr. Fred van Leeuwen, Netherlands Institute for Brain Research, Amsterdam. Die beiden deutschen Wissenschaftler erhalten jeweils 25.000 EUR für zwei Jahre, die niederländischen Wissenschaftler werden von der Schwesterorganisation der AFI, der Internationale Stichting Alzheimer Onderzoek in Maastricht, gefördert.

Als weiteres Tiermodell eignet sich eine Mutante der Fruchtfliege Drosophila melanogaster, die ein dem menschlichen APP ähnliches Protein besitzt. Dr. Gunter Merdes, Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg untersucht an der Drosophila welche Aufgaben dieses Protein im gesunden Stoffwechsel hat, um zu entscheiden wo therapeutisch eingegriffen werden kann. Sein Projekt wird für zwei Jahre mit 60.000 EUR gefördert.

In 2004 wurden bei der AFI 32 Forschungsprojekte eingereicht. Sie wurden durch international anerkannte Alzheimer-Experten begutachtet. Der wissenschaftliche Beirat der AFI unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Konrad Maurer, Frankfurt, traf seine Auswahl aufgrund der Gutachten und nach eingehender Diskussion über den wissenschaftlichen Wert und den Beitrag, den das Projekt zum besseren Verständnis der Alzheimer-Krankheit leistet. Alle ausgezeichneten Wissenschaftler weisen Erfahrungen auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung vor.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Er finanziert sich ausschließlich aus Spendengeldern von Privatpersonen. Bereits seit 1996 unterstützt die AFI zukunftsträchtige Forschungsvorhaben und stellt Fördermittel für die Alzheimer-Forschung zur Verfügung. Insgesamt hat die AFI für 47 Forschungsprojekte rund EUR 2,4 Millionen an Spendengeldern bereitgestellt.

Dr. Ellen Wiese | Alzheimer Forschung Initiative
Weitere Informationen:
http://www.alzheimer-forschung.de

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