Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auszeichnung wissenschaftlicher Spitzenleistungen in der EU

25.09.2003


Acht Forschungsteams auf der Auswahlliste für den EU-Descartes-Preis

... mehr zu:
»Descartes-Preis

Heute wurden die Namen der acht internationalen Forschungsteams veröffentlicht, die auf der Auswahlliste für diese angesehene wissenschaftliche Auszeichnung stehen. Mit dem Descartes-Preis der EU, der seit dem Jahr 2000 vergeben wird, werden herausragende wissenschaftlich-technische Forschungsarbeiten ausgezeichnet, die in europaweiten Kooperationen und Partnerschaften durchgeführt werden. Über 900 Wissenschaftler in 230 Forschungsteams aus ganz Europa bewarben sich für den diesjährigen Preis. Die in die engere Auswahl genommenen acht Projekte befassen sich mit einer breiten Palette wissenschaftlicher und technischer Fachgebiete: Informations- und Computerwissenschaften, Geophysik, Biowissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Molekularchemie und Werkstofftechnik. Die Projekte behandeln vielfältige Themen wie künstliche Intelligenz, das Flugzeug der nächsten Generation, dünne und faltbare Bildschirme für Fernsehgeräte und Computer, neue Arzneimittel für postmenopausale Störungen und Heilmittel für die Alzheimer- Krankheit. Bei einem Festakt am 20. November in Rom werden die Arbeiten der in der Schlussrunde vertretenen Bewerber vorgestellt und die Gewinner des diesjährigen Preises bekannt gegeben. Die Gewinner erhalten zusammen einen Preis in Höhe von 1 Million €.

EU-Kommissar Busquin erklärte: „Der Schlüssel des Erfolges der EU-Forschung liegt in ihrem wichtigsten Kapital: den europäischen Wissenschaftlern. Hoch qualifizierte Forscher spielen bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und bei der Verbesserung der Lebensqualität in der EU eine entscheidende Rolle, aber die Bedeutung der Humanressourcen in der Wissenschaft wird in Europa nicht immer umfassend anerkannt. Wir müssen die Forschung in Europa stärker in den Vordergrund stellen und hervorragende Leistungen auszeichnen. Der Descartes-Preis wirft das Rampenlicht auf die Dynamik und das Engagement europäischer Forscher und den entscheidenden Wert grenzüberschreitender Zusammenarbeit und Partnerschaft. Solche Partnerschaften bilden das Kernstück des europäischen Forschungsraums (EFR). Die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und die Zusammenführung von Talenten, wie es die Bewerber auf der Auswahlliste für den Descartes-Preis zeigen, ist der Weg zum Erfolg in einem stark wettbewerbsgeprägten internationalen Umfeld."


EU-weite Kooperation: ein Grunderfordernis – und Realität im EFR

An den Projekten, die in die engere Auswahl genommen wurden, wirken Forscher aus 21 Ländern innerhalb und außerhalb Europas mit. Daran zeigt sich deutlich, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der beste Weg ist, Probleme anzugehen, die keine Staatsgrenzen kennen - von der Alzheimer-Krankheit oder der Hormonersatztherapie bis hin zu Riesenwellen. In der Bewerbungsrunde für den Descartes-Preis 2003 waren auch verstärkt die Beitrittsländer und Drittländer vertreten. Wissenschaftler aus der Tschechischen Republik, der Ukraine und Russland gehören zu den Mitwirkenden an den Forschungsarbeiten über die Erhöhung der Genauigkeit globaler geografischer Positionierungssysteme.

Wissenschaftlerinnen auf dem Vormarsch

In diesem Jahr werden zwei der acht in der Schlussrunde vertretenen Projekte von Frauen koordiniert. Dies bestätigt den allgemeinen Trend bei den diesjährigen Bewerbungen: Die Zahl der Wissenschaftlerinnen, die die Aufgabe der Projektkoordinatorin übernehmen, nimmt stetig zu (von 13 % bis 17 %). Dies ist ein ermutigendes Zeichen, dass mehr Frauen eine Laufbahn in der Wissenschaft anstreben.

EU-Teams ganz vorne bei Technologie und Innovation

Die Bewerber auf der diesjährigen Auswahlliste stehen stellvertretend für Europas herausragende Kapazitäten in der Spitzenforschung der wichtigsten Wissenschafts- und Technologiesektoren. Beispiele für erfolgreiche europaweite Zusammenarbeit sind folgende Projekte:
  • Produktion flexibler Leuchtanzeigen und molekularer Halbleiter, die ein beträchtliches wirtschaftliches Potenzial bieten und dazu beitragen dürften, dass die EU in stark wettbewerbsgeprägten Bereichen wie der organischen Elektronik und der Nanotechnologie weiterhin führend ist.

  • Entwicklung einer innovativen und effektiven Konstruktionsanlage für die Entwicklung einer neuen Generation ziviler Flugzeuge, mit der der Weg geebnet wird für neue Produktionsverfahren und beträchtliche Kosteneinsparungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die in diesem Sektor tätig sind.

  • Aufbau eines globalen offenen Testnetzwerks für intelligente autonome „Agentensysteme“, mit dem die Nutzung des Internets durch Unternehmen, Regierungen und die Allgemeinheit erheblich vereinfacht werden kann.

Die Verleihungszeremonie für den Descartes-Preis

Die Verleihungszeremonie wird am 20. November 2003 in Rom stattfinden. Gastgeber ist die Accademia Nazionale dei Lincei, die ihren 400. Jahrestag begeht. Dem Festakt geht ein Seminar zum Thema Mobilität und grenzüberschreitende wissenschaftliche Laufbahnen voraus.

Die Auswahljury für den Descartes-Preis besteht aus Vertretern der Hochschulen, der Industrie und des öffentlichen Lebens. Unter dem Vorsitz von Professor Erne Ergma, dem Vizepräsidenten der estnischen Akademie der Wissenschaften, kommen darin zusammen: Prof. Helena Illnerová, Präsidentin der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik; Herr Pantelis Kyriakides, Vizepräsident des Europäischen Patentamts; Prof. Anna Roosevelt, Kustos des Field Museum in Chicago; Dr. Ion Siotis, ein Physiker und bis vor kurzem Präsident der nationalen griechischen Forschungsstiftung, sowie Rudi Thomaes, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender von Alcatel Bell.

Neu zur Jury gehören in diesem Jahr: Prof. Jose Gago Mariano, Professor für Physik des Lisbonner Instituts für Technologie und ehemaliger Minister für Wissenschaft und Technologie, sowie Prof. Wubbo Ockels, Leiter des Ausbildungsamtes der Europäischen Weltraumagentur.

Fabio Fabbi | Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://www.cordis.lu/descartes

Weitere Berichte zu: Descartes-Preis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Spitzenforschung vom Nanodraht bis zur Supernova: Fünf ERC Consolidator Grants für die TU München
14.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Leibniz-Preise 2018: DFG zeichnet vier Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler aus
14.12.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik