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18,8 Millionen Euro für Forscher aus Niedersachsen

23.06.2003


VolkswagenStiftung unterstützt Forschungseinrichtungen des Landes im Rahmen des "Niedersächsischen Vorab".



Satzungsgemäß vergibt die VolkswagenStiftung einen Teil der zur Verfügung stehenden Fördermittel vorweg an Forschungseinrichtungen des Landes Niedersachsen - gemeinhin als "Niedersächsisches Vorab" bezeichnet. Über die Vergabe dieser Stiftungsmittel entscheidet das Kuratorium der VolkswagenStiftung auf der Grundlage von Vorschlägen der Niedersächsischen Landesregierung

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In seiner heutigen Sitzung hat das Kuratorium der VolkswagenStiftung im Rahmen des Niedersächsischen Vorab für 30 Vorhaben Mittel in Höhe von 18,8 Millionen Euro bewilligt. Nach Wissenschaftsbereichen getrennt betrachtet dominieren dabei die Biowissenschaften mit neun Bewilligungen über insgesamt rund 6,1 Millionen Euro vor den Ingenieur- und den Naturwissenschaften (ebenfalls jeweils neun Bewilligungen) mit 5,34 beziehungsweise rund 5,13 Millionen Euro sowie den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften mit einer Bewilligung von 50.600 Euro. Die Wissenschaftsbereiche übergreifend werden für zwei Vorhaben knapp 2,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Informationen zu den Grundlagen des Vorab:

Nach § 8 Abs. 2 der Satzung der VolkswagenStiftung setzt sich das "Vorab" aus drei Teilen zusammen: Es umfasst zum einen den Gegenwert der jährlichen Dividende auf nominal 77,3 Millionen Euro VW-Aktien, der der VolkswagenStiftung aus der Beteiligung des Landes Niedersachsen an der Volkswagen Aktiengesellschaft zusteht, ferner den Ertrag aus der Anlage von 35,8 Millionen Euro aus einem Vertrag mit dem Land Niedersachsen von 1987 sowie zehn Prozent der übrigen zur Verfügung stehenden Mittel.

Eine dieser Bewilligungen umfasst 770.000 Euro für den neuen "Forschungsverbund Windenergie Oldenburg/Hannover". Die dort beteiligten Wissenschaftler beschäftigen sich zum einen mit drängenden Fragen des Einsatzes von Windenergieanlagen im Offshore-Bereich. Zum anderen soll der Verbund dazu beitragen, notwendige Strukturen für langfristige Grundlagenforschung aufzubauen und einen Forschungsschwerpunkt von internationaler Bedeutung zu etablieren. Wichtig hierfür ist die angestrebte Verknüpfung ingenieur- und naturwissenschaftlicher Kompetenzen. Ziel des Verbundes ist es, mit der weiteren Erforschung der Windenergie eine wettbewerbsfähige Option zu etablieren für eine zukunftsgerichtete, die natürlichen Ressourcen schonende Energieversorgung.

In der Folge beispielhaft eine Auswahl geförderter Vorhaben an einzelnen Hochschulen:

- Das Institut für Schweißtechnik der Universität Braunschweig erhält 945.000 Euro zur Verbesserung seiner Forschungsinfrastruktur. Die dort bereits bestehende hervorragende Schweißtechnik soll ergänzt werden um neue Ansätze in der Klebe- und Kaltfügetechnik, um so - einzigartig in Deutschland - die Fügetechnik in allen Variationen als Ganzes anbieten zu können.

- Das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik in Braunschweig weitet seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Materialwissenschaften aus. Die Oberflächen verschiedener Grundmaterialien sollen neue oder verbesserte Funktionen erhalten mit dem Ziel innovative, marktgerechte Produkte zu schaffen. Die Beschaffung dafür benötigter Geräte wird von der Stiftung jetzt mit rund 1,53 Millionen Euro unterstützt.

- Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut, in Braunschweig beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Werkstoffe, von Verfahrensprozessen und Messtechniken sowie mit der Prüfung und Anwendung von Holz- und Faserwerkstoffen unterschiedlicher Bindung. Eine Million Euro stehen jetzt zur Verfügung für die Erarbeitung neuer Beschichtungstechniken (Farben und Lacke).

- Für dringend benötigte Geräte erhalten mehrere Institute der Technischen Universität Braunschweig Mittel: das Institut für Grundbau und Bodenmechanik rund 275.000 Euro, das Institut für Biochemie und Biotechnologie knapp 274.000 Euro und das Institut für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik knapp 360.000 Euro.

- 450.000 Euro werden dem Institut für Schweißtechnik und Trennende Fertigungsverfahren der Technischen Universität Clausthal zur Verfügung gestellt zur Beschaffung eines Diodenlasers. Ebenfalls für die Beschaffung vor allem von Großgeräten erhalten das dortige Institut für Angewandte Werkstoffkunde und Werkstofftechnik rund 215.000 Euro und das Institut für Physikalische Chemie knapp 285.000 Euro.

- Das Europäische Neurowissenschaftliche Institut (ENI) an der Universität Göttingen ist geplant als international und interdisziplinär ausgerichtetes Zentrum neurowissenschaftlicher Forschung auf höchstem Niveau, das Gastwissenschaftlern Arbeitsmöglichkeiten bietet und dem Nachwuchs ein selbstständiges Forschen ermöglicht. Darüber hinaus präsentiert es sich als weltweites Kommunikationszentrum für die Neurowissenschaften und fördert die Zusammenarbeit von Klinikern und Theoretikern auf diesem Gebiet. Die Stiftung unterstützt das ENI jetzt mit rund 290.000 Euro.

- 841.000 Euro erhält das 2001 an der Universität Göttingen gegründete Zentrum für Biodiversitätsforschung und Ökologie. Die dort arbeitenden Wissenschaftler wollen die Vielfalt der Organismen, deren komplexe Beziehungen untereinander und die Anpassungen von Verhalten und Sinnesleistungen an die jeweilige Umwelt analysieren - angefangen von der Molekülebene bis hin zum kompletten Ökosystem. Der Schwerpunkt der Forschungen liegt auf terrestrischen Ökosystemen aller Kontinente mit Ausnahme der Antarktis.

- Die Universität Göttingen hält über ihre Universitätssternwarte einen Beobachtungsanteil von 25 Prozent am deutschen Sonnenobservatorium del Teide auf Teneriffa, Spanien. Entsprechend werden rund 400.000 Euro bereitgestellt für Erwerb und Installation des dringend benötigten neuen Teleskops (GREGOR) zur Sonnen- und Sternbeobachtung. Weitere 332.000 Euro stellt die Stiftung der Universitätssternwarte zur Verfügung für die Sicherstellung des Beobachtungszeitanteils am South African Large Telescope (SALT) des South African Astronomical Observatory, Südafrika.

- Das Geowissenschaftliche Zentrum Göttingen (GZG) der Universität Göttingen erhält 763.000 Euro für die Bereiche Angewandte Geologie, Strukturgeologie und Geodynamik, Geobiochemie und Sedimentologie -angeschafft wird unter anderem ein Feldmessfahrzeug.

- Dem Zentrum Kinderheilkunde, Schwerpunkt Neuropädiatrie der Universität Göttingen werden 310.000 Euro zur Verbesserung seiner Geräteausstattung zur Verfügung gestellt. Ferner erhält das Mineralogisch-Kristallographische Institut der Hochschule 660.000 Euro für ein atomares Kraftmikroskop mit Kryo-Option, einen Analyser mit Massenspektrometer-Option, einen APD-Kryostat mit Goniometer und ein Feldemissions-Rasterelektronenmikroskop.

- Das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin in Hannover kann mit weiteren rund drei Millionen Euro sein Schwerpunktprogramm Pharmako- und Toxikogenomics und die Entwicklung von Datenbanken für zunächst 150 der weltweit wichtigsten Arzneistoffe und Umweltchemikalien vorantreiben.

- Die Akustikgruppe des Fachbereichs Physik der Universität Oldenburg erhält 1,5 Millionen Euro für ein bodengebundenes Flugzeugsimulationslabor. Weitere 276.000 Euro bekommt die Professur für Physikalische Chemie der Hochschule für ein Rasterkraftmikroskop und ein konfokales Laser-Scanning-Mikroskop.

- An der Universität Osnabrück wird ein europawissenschaftliches Zentrum eingerichtet, unter dessen Dach das European Legal Studies Institute (ELSI) Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Rechtsvergleichung und Rechtsvereinfachung bündeln wird. Die Stiftung unterstützt dieses mit zunächst 50.600 Euro. Der Fachbereich Biologie/Chemie der Hochschule erhält 279.000 Euro für Geräteausstattung - darunter ein Floureszenzmikroskop.

Kontakt:

VolkswagenStiftung
Niedersächsisches Vorab
Prof. Dr. Hagen Hof
Telefon: 0511 - 8381-256
E-Mail: hof@volkswagenstiftung.de

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de

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