Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dr. Leopold-Lucas-Preisträger des Jahres 2002: Moshe Zimmermann

04.02.2002



Der Dr. Leopold-Lucas-Preis wird im Jahre 2002 dem Historiker Prof. Dr. Moshe Zimmermann, Jerusalem, verliehen. Der Preis ist 2002 erstmals mit 40 000 Euro dotiert. Moshe Zimmermann wurde 1943 in Jerusalem geboren. Er entstammt einer jüdischen Familie aus Hamburg, die 1935 Deutschland verlassen musste. Zimmermann studierte Politologie und Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, war dort und in Hamburg Doktorand und lehrt seit 1974 an der Hebräischen Universität Jerusalem Geschichte, seit 1986 als Inhaber des Richard Koebner-Lehrstuhls. Moshe Zimmermann war mehrfach zu längeren Studienaufenthalten und Gastprofessuren in Deutschland u.a. in Bielefeld, Göttingen, Halle-Wittenberg, Heidelberg, Mainz, München, Saarbrücken. Er ist Träger internationaler Preise und Auszeichnungen.

In seiner Forschung und internationalen Lehrtätigkeit hat sich Zimmermann für die Präsenz der jüdischen Historiographie in Deutschland und für die Vermittlung der deutschen Geschichtsforschung in den Kontext der Öffentlichkeit Israels eingesetzt. Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist die Geschichte des deutschen Judentums und der deutsch-jüdischen Beziehungen. Beide Themen werden von Zimmermann konsequent als Bestandteil der allgemeinen Geschichte behandelt. Dadurch wird die Ghettoisierung und die Engführung der geschichtlichen Bedeutung dieser Entwicklungsreihen vermieden. Zimmermanns Arbeiten sind zum Ausgangspunkt eines deutsch-jüdischen Verständnisses geworden, das die national-sozialistischen Verbrechen in die relevanten Gesamtzusammenhänge einordnet und dadurch in der Tiefe zu verarbeiten erlaubt. Gleichzeitig wird damit die Bedeutung der deutsch-jüdischen Geschichte für die westliche Kultur insgesamt sichtbar. Konsequenterweise hat sich Zimmermann auch für die Verbesserung des Verhältnisses zwischen Israel und Palästina eingesetzt.

Der Dr. Leopold-Lucas-Preis würdigt alljährlich hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Theologie, der Geistesgeschichte, der Geschichtsforschung und der Philosophie. Er ehrt dabei insbesondere Persönlichkeiten, die zur Förderung der Beziehungen zwischen Menschen und Völkern wesentlich beigetragen und sich durch Veröffentlichungen um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören namhafte Wissenschaftler wie Karl Rahner, Paul Ricoeur, Raimund Popper oder Michael Walzer, aber auch hervorragende politische Repräsentanten des Geistes und der Kultur wie Léopold Sédor Senghor, der frühere senegalesische Staatspräsident, oder Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama.

Die Auszeichnung wurde 1972 von dem am 9. Juli 1998 verstorbenen Generalkonsul Franz D. Lucas, ehemals Ehrensenator der EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT, zum 100. Geburtstag seines in Theresienstadt umgekommen Vaters, des jüdischen Gelehrten und Rabbiners Dr. Leopold Lucas gestiftet. Die Evangelisch-theologische Fakultät vergibt den Preis alljährlich im Namen der Universität Tübingen.

Die diesjährige Preisverleihung wird am 14. Mai 2002, um 17.15 Uhr, im Festsaal der EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT stattfinden.

Für Nachfragen:
Dekan Prof. Dr. Eilert Herms, Evangelisch-Theologische Fakultät, Liebermeisterstr. 12,
72076 Tübingen, Tel.: (07071) 29 7 80 22, Fax: 29 54 15

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://unixware.mscc.huji.ac.il/~koebner/Zimmerm.html
http://www.hagalil.com/archiv/2000/10/israel-3.htm
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensio/buecher/brmi0897.htm

Weitere Berichte zu: Geschichtsforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics