Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unterstützung für junge Krebsforscher

26.10.2001


Wenn junge Krebsforscher mit neuen Ideen aus dem Ausland zurückkommen, wird ihr Tatendrang oftmals gebremst. Der Grund: Mangelnde finanzielle Mittel und keine Zeit zum Forschen. Die Deutsche Krebshilfe sorgt jetzt für Abhilfe. Sie hat mit dem „Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm“ ein Förderprogramm für Forscher im Bereich der klinischen Onkologie aufgelegt. Die Organisation stellt jedem Max-Eder-Kandidaten für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren jährlich bis zu 300.000 Mark zur Verfügung. Bewerben können sich hochqualifizierte Mediziner aus der klinischen Onkologie, die kurz vor dem Abschluss ihrer Postdoktorandenausbildung stehen und einen Ortswechsel anstreben.



Dr. Martin Schuler, 35-jähriger Onkologe und erfolgreicher Jungwissenschaftler, stand vor einem Jahr vor einer wichtigen Entscheidung: Damals endete seine Postdoktorandenausbildung am La Jolla Institute for Allergy and Immunology in San Diego. Der Einstieg in eine amerikanische Wissenschaftslaufbahn mit dem Schwerpunkt Grundlagenforschung wäre dort möglich gewesen. Doch Schulers wissenschaftliches Interesse lag vor allem in der anwendungsorientierten Forschung, wie sie an Universitätskliniken zu finden ist.



Allerdings ist es für einen Heimkehrer aus dem Ausland oft schwer an einer deutschen Klinik oder an einem deutschen Institut wieder Fuß zu fassen. „Insbesondere junge Onkologen sind so sehr mit der Krankenversorgung beschäftigt, dass keine Zeit zum Forschen bleibt“, so Professor Dr.-Ing. habil. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. „Das neu erworbene Wissen und die Kenntnisse, die sich die jungen Wissenschaftler im Ausland angeeignet haben, gehen dadurch oftmals verloren.“ Doch die Deutsche Krebshilfe ergreift Maßnahmen, um dieses Wissen zu nutzen: Das Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm der Deutschen Krebshilfe richtet sich an junge hochqualifizierte Mediziner aus dem Bereich der klinischen Onkologie, die kurz vor dem Abschluss ihrer Postdoktorandenausbildung stehen. Idealerweise verbringen sie ihre Zeit als Postdoc im Ausland und kehren anschließend nach Deutschland zurück. Die aufnehmende deutsche Klinik muss garantieren, dass der Max-Eder-Kandidat für sechs bis zwölf Monate von klinischen Verpflichtungen freigestellt und ihm eine angemessene Grundausstattung finanziert wird.

Die Deutsche Krebshilfe gewährt jedem Nachwuchswissenschaftler, der in das Programm aufgenommen wird, jährlich bis zu 300.000 Mark für ein drei- bis fünfjähriges Forschungsvorhaben. Von diesem Geld werden wissenschaftliche und technische Mitarbeiter sowie Labormaterialien und Geräte, beispielsweise für immunulogische oder molekularbiologische Untersuchungen, finanziert. Doch der Deutschen Krebshilfe geht es nicht nur um die finanzielle Unterstützung der Nachwuchswissenschaftler. In regelmäßigen Abständen diskutieren die Max-Eder-Kandidaten die laufende Forschungsarbeit und eventuell auftretende Probleme auch mit einem Betreuer aus den Reihen des Medizinischen Beirates der Organisation.

An der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universität Mainz baut Dr. Martin Schuler mittlerweile die erste Max-Eder-Nachwuchsgruppe auf. Auf der Basis seiner in Amerika erhobenen Forschungsergebnisse will er neue gentherapeutische Strategien gegen Lungenkrebs entwickeln und einsetzen. Die Möglichkeit im Rahmen des Max-Eder-Programms gefördert zu werden hat maßgeblich zu Schulers Entscheidung beigetragen, in die deutsche Hochschulmedizin zurückzukehren. Der erste Max-Eder-Nachwuchsgrup-penleiter: „Während der kritischen Phase des Übergangs von der Arbeitsgruppe in den USA zur Eigenständigkeit hier in Deutschland ist die Freistellung von klinischen Aufgaben extrem wichtig. So kann ich meine Mitarbeiter anleiten und einarbeiten sowie Labormethoden etablieren.“

Infokasten: Max Eder - ein Pionier der Deutschen Krebshilfe

Professor Dr. Max Eder war der Deutschen Krebshilfe von der ersten Stunde an ein Mitstreiter und loyaler Partner. Trotz seines starken beruflichen Engagements als Direktor des Pathologischen Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität in München war er lange Jahre Vorsitzender des Medizinischen und des Wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Krebshilfe. Seine menschliche Wärme, seine persönliche Integrität und seine überragende fachliche Kompetenz haben das Gesicht unserer Organisation entscheidend geprägt. 1998 verstarb Professor Eder im Alter von 73 Jahren.


Interviewpartner auf Anfrage!

Hinweise zur Bewerbung um das Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm und weitere Informationen über Projekte und die Arbeit der Deutschen Krebshilfe erhalten Sie hier. Projekt-Nr.: 70-2952

| Deutsche Krebshilfe

Weitere Berichte zu: Krebsforscher Onkologie Postdoktorandenausbildung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics