Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MHH-Forscherin erhält Innovationspreis der deutschen Hochschulmedizin

18.07.2008
Mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für Entdeckung eines Bio-Markers

Für ihre Forschung, die rasch den Weg aus dem Labor in die klinische Anwendung gefunden hat, sind die Medizinerin Privatdozentin Dr. Heike Bantel von der Medizinschen Hochschule Hannover (MHH) und Professor Dr. Klaus Schulze-Osthoff von der Universität Düsseldorf mit dem Innovationspreis der deutschen Hochschulmedizin geehrt worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung haben die beiden Forscher am Donnerstagabend in Berlin beim IV. Innovationskongress der deutschen Hochschulmedizin entgegen genommen.

Die Wissenschaftler haben einen innovativen Bio-Marker bei akutem Leberversagen entdeckt. Der neue Bio-Marker, der die Caspasen-Aktivierung beim akuten Leberversagen misst, erlaubt auf molekularer Grundlage, äußerst frühzeitig den Krankheitsverlauf zu prognostizieren - also ob mit einer spontanen Besserung oder einem fortschreitenden Organversagen zu rechnen ist. "Dieses Wissen ist entscheidend für die therapeutische Strategie: Bei einem ungebremsten Organversagen kann nur eine umgehende Lebertransplantation das Leben der Patienten retten", betont Professor Dr. Michael P. Manns, Direktor der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. Dank des neuen Markers könnten nun überflüssige Transplantationen vermieden werden.

"Es handelt sich um eine hoch qualifizierte, innovative Arbeit, die nach langjähriger grundlagenorientierter Forschung zur Apoptose, dem programmierten Zelltod, bei Lebererkrankungen jetzt zu einem klinisch anwendbaren und an 70 Patienten mit akutem Leberversagen getesteten Bio-Marker geführt hat", heißt es in der Begründung der Jury, "mithin um eine echte translationale Forschung, die die Preisausschreibung in idealer Weise und am besten von allen eingereichten Arbeiten erfüllt."

In diesem Jahr waren 19 Arbeiten oder Projektskizzen mit eigenen wissenschaftlichen Vorarbeiten eingereicht worden, davon ein breites Spektrum molekularbiologischer und klinischer Forschungsprojekt. Der Preis zeichnet Arbeiten aus der Grundlagenforschung oder aus der klinischen Forschung mit besonderer Betonung der praktischen Umsetzung aus, also die so genannte translationale Forschung - "from bench to bedside".

Die Arbeit "Nachweis von Caspasen-Aktivierung im Serum: Ein neuer innovativer Bio-Marker für die spontane Remission bei akutem Leberversagen" von Dr. Bantel und Professor Schulze-Osthoff wurde inzwischen in der angesehenen Fachzeitschrift "Hepatology" publiziert (2008). Dr. Bantel hat den Bio-Marker während ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit in der Arbeitsgruppe von Professor Schulze-Osthoff in Tübingen, Münster und Düsseldorf entwickelt und die der Bewerbung zugrunde liegenden Untersuchungen in ihrer eigenen Arbeitsgruppe in Hannover durchgeführt. Sie ist seit 2002 als Wissenschaftlerin und Ärztin in der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der MHH tätig.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de

Weitere Berichte zu: Bio-Marker Hochschulmedizin Innovationspreis Leberversagen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise