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16.000 Euro für Saarbrücker Impfstoff-Forscher

11.04.2008
Dr. Frank Breinig, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Manfred Schmitt (Molekular- und Zellbiologie), erhielt für seine innovativen Arbeiten zur Entwicklung neuartiger Impfstoffe auf der Basis gentechnisch veränderter Hefezellen eine Forschungsförderung der Europäischen Gesellschaft für klinische Mikrobiologie (ESCMID) in Höhe von 16.000 Euro.

Die ESCMID ist mit fast 3.000 Mitgliedern in 93 Ländern eine der größten und renommiertesten Gesellschaften auf diesem Gebiet. Pro Jahr fördert die ESCMID lediglich fünf Projekte in ganz Europa.

Neben dem Einsatz von Antibiotika sind Impfungen das wertvollste Hilfsmittel der Medizin im Kampf gegen Infektionskrankheiten. Die Entwicklung von neuartigen Impfstoffen steht deshalb weltweit im Fokus der Forschung.

Wichtig sind nicht nur die Impfstoffe selbst, sondern auch so genannte Impfstoffvehikel. Sie umhüllen den eigentlichen Impfstoff und transportieren ihn dorthin, wo er im Körper gebraucht wird. Besonders interessant sind dabei solche Impfstoffvehikel, die als Schluckimpfung eingesetzt werden können und damit Spritzen und Kanülen überflüssig machen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO führt die wiederholte Verwendung von Spritzen jährlich zu mehreren Millionen Infektionen mit Hepatitis B und C sowie zu einer mindestens sechsstelligen Zahl an neuen Infektionen mit HIV.

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»ESCMID »Hefezelle »Impfstoff

In seinem Ansatz veränderte Dr. Breinig die Oberfläche von Hefezellen so, dass sie als gute Impfstoffvehikel dienen. Sie docken an spezialisierte Zellen im Darm an und entfalten dort die schützende Immunwirkung des Impfstoffs. Mittelfristig sollen die Hefen als risikoarme Impfstoffe etabliert werden. Ein weiterer Vorteil des Hefe-basierten Impfstoffes liegt darin, dass Hefezellen gefriergetrocknet und damit ohne Kühlkette gelagert und transportiert werden können. Eine aufwändige Kühlung erschwert die Anwendung vieler gängiger Impfstoffe vor allem in den Entwicklungsländern.

Neben der ESCMID unterstützt auch die Berliner ARGUS-Stiftung für den Erhalt und die Entwicklung von Infektionstherapeutika die Forschungsarbeiten von Dr. Breinig, die Universität des Saarlandes leistete eine Anschubfinanzierung für sein Projekt. Für seine grundlegenden Arbeiten erhielt er bereits den renommierten Promotionspreis der "Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie" (VAAM), sowie den Eduard Martin Preis der Freunde der Universität des Saarlandes.

Kontakt
Dr. Frank Breinig; Tel. 0681/302-2211; E-Mail: fb@microbiol.uni-sb.de

| idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

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