Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auszeichnungen für couragierte, unabhängige Berichterstattung

22.02.2010
Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas und Förderpreise

In diesem Jahr verleiht die ZEIT-Stiftung zusammen mit ihrer norwegischen Partnerstiftung Institusjonen Fritt Ord die Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas.

Sie will damit couragierte Journalisten stärken und unabhängige Berichterstattung unterstützen: "Wenn beispielsweise Journalisten in Russland in ihrer Arbeit behindert werden, ihnen brutale Gewalt angetan wird, wenn die Presse in Aserbaidschan durch jüngste Parlamentsbeschlüsse weiter gegängelt wird, wollen wir ermutigen. Wir zeichnen jene aus, die für die Pressefreiheit eintreten, die Selbstzensur und Repression widerstehen", so Prof. Dr. Michael Göring, der Vorstandsvorsitzende der ZEIT-Stiftung.

Für die Gerd Bucerius-Förderpreise 2010 lagen 47 Nominierungen vor. Die unabhängige Jury* entschied, 2010 sieben Preise von insgesamt 80.000 € zu vergeben. Die Auszeichnungen gehen an drei Zeitungen, drei Journalisten und einen Internet-TV-Sender:

Russland
Mikhail Beketov von der Chimkinskaja Pravda wird mit 10.000 € ausgezeichnet. Der oppositionelle Politiker, Journalist und Verleger Beketov wurde 2008 zum Krüppel geschlagen und kann seither nicht mehr journalistisch arbeiten. Er setzte sich für den Erhalt des Waldes in Chimki ein, der zugunsten der Autobahn Moskau St. Petersburg abgeholzt werden sollte. Der Wald blieb bisher unberührt. Seine Zeitung Chimkinskaja pravda wird von Aktivisten weiter herausgegeben. Beketov wurde vorgeschlagen von The Norwegian Helsinki Committee und The Human Rights House Foundation, Oslo;

Arsenjevskije Vesti aus Arsenjev erhält 15.000 €. Die drittgrößte regionale Wochenzeitung der Region Primorje, berichtet unabhängig und kühn über heikle Themen wie Korruption und Schmuggel. Nominiert wurde das Blatt vom Norwegian Helsinki Committee und The Human Rights House Foundation, Oslo.

Belarus
Borisowskije nowosti, Minsk, wird mit 15.000 € ausgezeichnet. Die qualitätvolle engagierte Kreiszeitung und größte Regionalzeitung des Landes berichtet vorwiegend über Lokales. Trotz staatlicher Gängelung und Verfolgung bietet sie ein kritisches, unabhängiges "Politik"-Ressort. Vorgeschlagen haben das Wochenblatt Andrej Dynko, Nasha Niva, die Assoziation der Herausgeber der regionalen Presse "Die Vereinigten Massen-Medien", Sergej Satsuk, Jeschednewnik, Iryna Vidanava und Rodger Potocki, Director for Europe and Eurasia, National Endowment for Democracy (NED), Washington.
Georgien
10.000 € erhält Liberali (Tiflis), nominiert vom Norwegian Helsinki Committee and Human Rights House Foundation, Oslo; Die Zeitschrift hat sich innerhalb kürzester Zeit etabliert und gehört zu den meinungsbildenden Druckmedien Georgiens. Auf höchstem Niveau werden hier politische Diskussionen geführt (z.B. Wahlrechtsänderung, Abchasien-Konflikt).
Aserbaidschan
Der Journalist Shahvalad Chobanoglu, (Baku) erhält 10.000 €. Chobanoglu, ein investigativer Journalist, schreibt kritische Kolumnen und enthüllende Berichte (z.B. über die Beziehung zwischen Regierung und Oligarchie) für oppositionelle Zeitungen. Ihn kennzeichnen gute Recherche, Gründlichkeit, hohe Professionalität und Ironie. Azer Ehmedov, Azadliq, und Natiq Cavadli haben ihn vorgeschlagen;

10.000 € gehen an ANTV Online TV in Baku. Das einzige unabhängige aserbaidschanische Telemedium bringt Beiträge, die im staatlichen Fernsehen nicht gezeigt werden dürfen. Mit Chatforen und Blogs zu verschiedenen Themen vermittelt der Sender ein realistisches Bild Aserbaidschans. The Norwegian Helsinki Committee und The Human Rights House Foundation, Oslo, haben ANTV nominiert.

Armenien
Der Journalist Edik Baghdasaryan (Eriwan) von der Zeitschrift Hetq erhält 10.000 €. Edik Bahdasaryan ist Herausgeber der Zeitschrift "Hetq" und Gründer der NGO "Vereinigung recherchierender Journalisten" mit dem Ziel, unabhängigen Journalismus in Armenien zu unterstützen. Er recherchiert komplexe Fälle in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, übt scharfe, doch sachliche Kritik. Baghdasaryan wurde von Marianna Grigoryan vorgeschlagen.

Die Preisverleihung findet am 19. Mai 2010 im Hamburger Rathaus statt. Die Laudatio hält Viktor Jerofejev.

Die ZEIT-Stiftung verleiht die Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas seit dem Jahr 2000 an jene, die in den Transformationsstaaten Osteuropas publizistisch für eine freie Presse, das freie Wort und die liberale Bürgergesellschaft eintreten. Seit 2004 vergibt die Stiftung den Pressepreis zusammen mit der norwegischen Institusjonen Fritt Ord, Oslo.

Die Fotos der Preisträger finden Sie unter www.zeit-stiftung.de Presse/Downloads

*Der international zusammengesetzten Jury gehören an: Dr. Falk Bomsdorf (München), Prof. Dr. Jo Groebel (Berlin), Gro Holm (Oslo), Stefanie Schiffer (Berlin), Dr. Theo Sommer (Hamburg), Michael Thuman (Istanbul), Vibeke von Sperling (Kopenhagen),und Dr. Markus Wehner (Berlin).

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die ZEIT-Stiftung, Frauke Hamann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 040/41 33 68 70, E-Mail: hamann@zeit-stiftung.de

Kirsten Drees | idw
Weitere Informationen:
http://www.zeit-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie
28.06.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Revolutionäres Desinfektionsverfahren und Referenzmaterial für Genanalysen sind UNIQUE-Sieger
28.06.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten