Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auszeichnung für exzellente Abschlußarbeiten

10.06.2013
Wissenschaftliche Exzellenz bewiesen drei junge Forschende in ihren Abschlußarbeiten: So werden mit Hopfenextrakten neue Wege gezeigt, Frischwaren natürlich zu konservieren; ein ultra-kompaktes Mikroskop kann Hunderte von Präparaten gleichzeitig untersuchen und mit Protein-Protein-Interaktionsanalyse rückt man Pilzerregern zu Leibe.
Drei herausragende junge Wissenschaftler erhalten den Hugo-Geiger-Preis für ihre überragenden Abschlussarbeiten: Auf Platz eins eröffnet Andrea Hickisch mit Hopfenextrakten ganz neue Wege, natürlich konservierte Frischwaren zu genießen.

Hunderte von Präparaten gleichzeitig zu untersuchen ist mit René Berlichs ultra-kompaktem Mikroskop ein leichtes. Selbst nichttransparente Proben sind dank integrierter Beleuchtung leicht zu studieren. Der dritte Preisträger, Yannick Bantel, rückt Pilzerregern zu Leibe: Seine Protein-Protein-Interaktionsanalyse bildet ein wichtiges Fundament für die Entwicklung möglicher Heilmittel.

Hopfenextrakte als natürliche Konservierungsstoffe

Bunte Salate, mundgerecht geschnittenes Obst – frische Fertig-Gerichte sind gesund und gefragt. aber leider auch leicht verderblich. Andrea Hickisch vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV nutzte in ihrer Diplomarbeit die antibakterielle Wirkung von Hopfenextrakten, um diese Nahrungsmittel »natürlich« haltbar und sicher zu machen.

Wir legen Wert auf unsere Ernährung: In der Mittagspause essen wir Obst, Gemüse oder schonend zubereitete Gerichte. Die Lebensmittelindustrie hat diesen Bedarf erkannt: Gabelfertig finden sich entsprechende Angebote wie geschnittene Früchte, Salatvariationen, oder Fertiggerichte mit Fisch oder Fleisch an jeder Supermarkttheke. Frisch und nur minimal verarbeitet verderben diese Produkte allerdings leicht. Und da die Käufer sie in der Regel roh oder nur kurz erhitzt genießen, können sie unter Umständen ein Gesundheitsrisiko für die Verbraucher darstellen.

Nun hat eine junge Forscherin des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV einen Weg gefunden, das mikrobiologische Risiko bei der Herstellung frischer und minimal verarbeiteter Lebensmittel deutlich zu reduzieren. Die Erkenntnis ihrer Diplomarbeit: Natürliche Hopfenextrakte bieten eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Konservierungsstoffen.

Dass Hopfen Getränke haltbar macht, ist spätestens seit dem Mittelalter in Europa bekannt und wird in der Bierherstellung bis heute genutzt. Doch Hopfen kann weit mehr als das, wie Andrea Hickisch beweist: Sie untersuchte wie natürliche Hopfen-extrakte auf verschiedene Lebensmittel verderbende Bakterien und Krankheitserreger wirken.

Die Ergebnisse ihrer Forschung: Ob als Verpackungszusatz oder unmittelbar auf die Produkte aufgebracht, die antibakterielle Wirkung der Hopfenpflanze eröffnet ganz neue Wege, die Verbraucher mit natürlich konservierten frischen Lebensmitteln zu versorgen. Die Untersuchungen von Andrea Hickisch sind für die Lebensmittelindustrie von großer Bedeutung. Schließlich stehen Verbraucher, die auf ihre Ernährung achten, meist auch den synthetischen Konservierungsstoffen kritisch gegenüber.

Ultrakompaktes Fluoreszenz-Mikroskop

Insektenaugen mögen auf uns seltsam wirken, aber so klein sie sind, sie sehen viel und im wahrsten Sinne des Wortes facettenreich. Technisch betrachtet überträgt hier eine Vielzahl nebeneinander angeordneter Objektive jeweils einzelne Teilbereiche, die anschließend zu lückenlosen Bildern zusammengefügt werden. Nach diesem Vorbild gestaltete mikrooptische Systeme bieten der Wissenschaft dank ihrer kompakten Bauweise faszinierende neue Möglichkeiten und Einblicke.

In seiner Masterarbeit entwickelte René Berlich M. Sc. vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF nicht nur ein integriertes Beleuchtungsmodul für diese Mikroskope, die bequem in jede Hosentasche passen. Er erweiterte die Systeme sogar in ihrem bestehenden Ansatz: Dank seiner Arbeit erhöhte sich ihr Auflösungsvermögen und sie machen nun noch kleinere Strukturen sichtbar. Erstmals können mit ihrer Hilfe auch Fluoreszenzsignale untersucht werden.

Das im Vergleich zu herkömmlichen Fluoreszenzmikroskopen mit nur einem Objektiv extrem weite Gesichtsfeld ermöglicht die parallele Auslese einer Vielzahl von Proben ohne Scannen. Hunderte von Präparaten gleichzeitig zu untersuchen, spart zudem Zeit und Kosten. Ein entscheidender Schritt hin zur Automatisierung biomedizinischer Laboruntersuchungen.

Berlichs System bietet eine einzigartige Kombination: kosteneffiziente Herstellung, großes Bildfeld, ultra-flacher Aufbau. Mit einem Abstand von nur 7mm zwischen Objekt und Detektor eignet es sich beispielsweise ideal zur Anwendung in mobilen, medizinischen Analysegeräten.

Neue Wege für die Biotechnik

Pilze können den menschlichen Organismus auf vielseitige Weise befallen. Verant-wortlich hierfür sind unter anderem ihre Protein-Bausteine und deren Interaktions-mechanismen.

Ein prominenter Vertreter dieser Pilzerreger ist Candida albicans. Er fordert allein in Deutschland jährlich mehr als 10 000 Todesopfer. Viele Proteine dieses Pilzes sind bekannt, über ihre Interaktionen wusste man jedoch sehr wenig – bislang. Denn dank der Diplomarbeit von Yannick Bantel vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB ist die Protein-Protein-Interaktionsanalyse einen entscheidenden Schritt weiter.

Bantel nutzte für seine Forschung das Verfahren des erweiterten genetischen Codes: Er baute eine unnatürliche Aminosäure in den genetischen Code von Candida albicans ein. Auf diese Weise lassen sich maßgeschneiderte Proteine erzeugen, die in der Natur nicht vorkommen.

Dem jungen Wissenschaftler gelang es mit der Methode nicht nur, Protein-Protein-Interaktionen im lebenden Organismus nachzuweisen. Er identifizierte bislang unbekannte Interaktionen und dies mit hoher Spezifität und Effizienz. Seine Analysen bilden ein wichtiges Fundament für die Entwicklung möglicher Therapeutika und zeugen vom Potenzial des erweiterten genetischen Codes für die medizinische und industrielle Biotechnologie.

Dr. rer. nat.ClaudiaVorbeck | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2013/juni/auszeichnung_fuer_exzellente_abschlussarbeiten.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten