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Auszeichnung für besondere Verdienste in der Multiple Sklerose Forschung

30.11.2009
Im festlichen Rahmen des Weißen Saales im Neuen Schloss in Stuttgart wurde Dr. Gurumoorthy Krishnamoorthy, Arbeitsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried, am 27. November mit dem Sobek-Nachwuchspreis 2009 ausgezeichnet.

Einmal im Jahr wird dieser begehrte Preis an Wissenschaftler überreicht, die im besonderen Maße unser Wissen im Bereich der Multiple Sklerose (MS) Forschung vorangebracht haben. Dotiert mit 10,000 Euro gehört der Sobek-Nachwuchspreis zu den europaweit höchsten Auszeichnungen für die MS-Grundlagenforschung.

Der Preisträger

Allein in Deutschland sind über 100 000 Menschen an Multipler Sklerose erkrankt. Trotz intensiver Forschung ist jedoch nach wie vor unklar, welche Faktoren die Krankheit auslösen oder den Krankheitsverlauf beeinflussen. Im Juni 2009 berichtete Dr. Krishnamoorthy zusammen mit einem internationalen Forscherteam in den Fachzeitschriften Nature Medicine und dem Journal of Experimental Medicine gleich von drei bedeutenden neuen Einblicken. Nach den Ergebnissen der Wissenschaftler spielen B-Immunzellen offenbar eine unerwartete Rolle bei der spontanen Entwicklung der Krankheit. Zudem werden besonders aggressive T-Immunzellen anscheinend von verschiedenen Proteinen aktiviert. Darüber hinaus entwickelten die Forscher ein neues Tiermodell, mit dessen Hilfe die Entstehung der bei uns häufigsten Form der Krankheit untersucht werden kann. Dies ist bereits das dritte Tiermodell der MS, an dessen Entwicklung Herr Krishnamoorthy maßgeblich beteiligt war.

Die Pressemitteilung zu diesen Arbeiten finden Sie hier:
http://www.neuro.mpg.de/news_events/download/0906_Krishnamoorthy_D.pdf
Gurumoorthy Krishnamoorthy studierte Pharmazie an der Dr. M.G.R. Medical University in Tamilnadu, Indien und am National Institute of Pharmaceutical Education and Research (NIPER) in Punjab, Indien. Im Anschluss arbeitete er am Indian Institute of Science in Bangalore, Indien, bevor er 2002 für seine Doktorarbeit in die Abteilung Neuroimmunologie an das Max-Planck-Institut für Neurobiologie nach Martinsried kam. Seit 2007 leitet der heute 31-jährige Krishnamoorthy eine eigene Forschungsgruppe in der Abteilung Neuroimmunologie am MPI für Neurobiologie.
Weitere Informationen zur Forschung von Gurumoorthy Krishnamoorthy unter:
http://www.neuro.mpg.de/english/rd/ni/research/MOG-specific_T_and_B_cell_autoimmunity_

Der Preis und die Preisverleihung

Der Sobek-Forschungspreis und der Sobek-Nachwuchspreis werden seit zehn Jahren von der Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung in Zusammenarbeit mit den MS-Verbänden AMSEL und der DMSG verliehen.

Preisträger des diesjährigen Sobek-Forschungspreises ist Professor Dr. Lars Fugger, der in Oxford, England, arbeitet und lehrt. Der Nachfahre der Augsburger Fugger Familie gilt als Pionier der humanisierten transgenen Mausmodelle.

Im Anschluss berichtete Prof. Reinhard Hohlfeld, Preisträger des Sobek-Forschungspreises 2004, welche Forschungsergebnisse er dank des Preisgeldes in Höhe von 100.000 Euro erzielen konnte. Reinhard Hohlfeld ist Leiter des Instituts für Klinische Neuroimmunologie der Universitätsklinik Großhadern und Externes Wissenschaftliches Mitglied des MPI für Neurobiologie. Am MPI arbeitet die Gruppe von Reinhard Hohlfeld eng mit der Abteilung Neuroimmunologie von Prof. Hartmut Wekerle zusammen. Das Ergebnis: Die Ursachen und Mechanismen der Multiplen Sklerose werden sozusagen vom Labor bis hin zum Krankenbett untersucht.

Der Jubiläumsfestakt zu zehn Jahren Sobek-Forschungspreis wurde mit einem klassischen Konzert abgeschlossen.

Dr. Stefanie Merker | idw
Weitere Informationen:
http://www.amsel.de
http://www.dmsg.de
http://www.neuro.mpg.de/english/rd/ni

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