Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnet: Soester Entwicklung zur Netzstabilität

17.01.2013
Ministerin ehrt FH Südwestfalen mit Sonderpreis: Regelverfahren zur Stabilisierung der Stromnetze bei Einspeisung alternativer Energiequellen

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze überreichte einer Soester Wissenschaftlergruppe um Prof. Dr. Egon Ortjohann im Rahmen des Wettbewerbs "ZukunftErfindenNRW" den Sonderpreis in Höhe von 8.000 Euro.

Ausgezeichnet wurde die Erfindung eines neuen Regelverfahrens, das die dezentrale Einspeisung von Energie in das Stromnetz hinsichtlich der Netzstabilität optimiert und damit insbesondere für alternative Stromerzeuger relevant ist.

Die ausgezeichnete Erfindung befasst sich mit einem hochaktuellen Problem: Die zunehmende, dezentrale Einspeisung von Energie aus alternativen Energiequellen in Nieder- und Mittelspannungsnetzen führt zu einer erhöhten Gefahr von Netzinstabilitäten, weil eine adäquate Regelung fehlt. Durch das von dem Forscherteam des Soester Fachbereichs Elektrische Energietechnik entwickelte Verfahren kann eine angepasste Leistungseinspeisung bezogen auf die Netzspannung und Netzfrequenz vorgenommen werden.

Damit ist eine verbesserte Netzstabilität und somit eine höhere Versorgungssicherheit der Verbraucher erzielbar. Der neue Regelalgorithmus AGIDC (Adaptive Grid Impedance Droop Control) stellt für die Primärregelung eine Berechnungsmethode bereit, die eine dynamische Anpassung der Regelung an die Netzimpedanzverhältnisse ermöglicht. Das Verfahren begeisterte auch einen großen Chiphersteller, mit dem derzeit über eine Lizenzvergabe verhandelt wird.

In seiner Laudatio betonte Prof. Dr. Claus Schuster, Präsident der Fachhochschule Südwestfalen, insgesamt das große Engagement von Prof. Dr. Ortjohann in Forschung und Lehre. Mit 17 großen Forschungsprojekten, acht Doktoranden, zahlreichen Abschlussarbeiten und natürlich der jetzt ausgezeichneten Erfindung zeige Ortjohann, "wie innovativ und erfolgreich Fachhochschulen im Bereich der Forschung sein können". Daneben betonte Schuster die erfolgreiche Teamarbeit; heutige komplexe Fragestellungen seien schließlich nicht mehr allein zu bewältigen: "Auch darum haben Sie im Soester Fachgebiet Energieversorgung mittlerweile ein 20-köpfiges Team aufgebaut".

Den mit 8.000 Euro dotierten Sonderpreis "Fortschritt durch Transfer" erhalten neben Prof. Dr. Egon Ortjohann seine wissenschaftlichen Mitarbeiter Nedzad Hamsic, Andreas Schmelter und Dr. Worpong Sinsukthavorn.

An dem gemeinsam vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF) und der Patentvermarktungsgesellschaft PROvendis GmbH ausgeschriebenen Hochschulwettbewerb "ZukunftErfindenNRW" hatten insgesamt 131 Forscherteams teilgenommen. Die mit insgesamt 41.000 Euro dotierten vier Preise zeichnen Hochschulerfindungen aus, die ein hohes Marktpotenzial für die Praxis aufweisen.

Preisverleihung des HochschulWettbewerbs ZukunftErfindenNRW

Die vier Preisträger wurden durch eine namhafte Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Wissenschaftsministerium ermittelt und im Rahmen einer Feierstunde im ThyssenKrupp Quartier in Essen bekanntgegeben.

Der von Wissenschaftsministerin Schulze verliehene erste Preis (15.000 Euro) ging an die RWTH Aachen für einen Neuartigen Leichtbauwerkstoff mit hoher Wärmeleitfähigkeit. Mit dem zweiten Preis (10.000 Euro) ehrte die hochkarätige Jury "Envirostat", ein innovatives Verfahren zur besseren Zellanalyse und -züchtung der TU Dortmund. Für einen neuen Ansatz zur Entwicklung eines innovativen Arzneimittels für die Behandlung von Multipler Sklerose (MS) bekam die UNI Bonn den dritten Preis (8.000). Mit dem ausgezeichneten Regelverfahren zur Stabilisierung der Stromnetze bei Einspeisung alternativer Energiequellen (Sonderpreis 8.000 Euro) ist die Fachhochschule Südwestfalen die einzige geehrte Fachhochschule unter den Preisträgern.

Birgit Geile-Hänßel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-swf.de/fbeet
http://www.provendis.info
http://www.miwf.nrw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Wirtschaftspreis für Forschung in Gesundheitsökonomik
21.08.2017 | Joachim Herz Stiftung

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik