Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Südafrika besinnt sich auf Solarenergie

21.11.2008
Südafrika hat ein komfortables Klima. Viele Südafrikaner, speziell im Landesinneren, genießen die große Anzahl an Sonnentage pro Jahr. Tatsächlich hat eine Studie der ‚City Power Johannesburg’ gezeigt, dass es in der Provinz Gauteng nur an durchschnittlich 56 Tagen im Jahr nicht sonnig ist.

Angesichts der lokalen Engpässe im Energiesektor stellt sich die Frage, warum eine offensichtlich alternative Energiequelle bisher weitgehend ignoriert wurde. Die derzeitigen Herausforderungen in der Energieversorgung des Landes und steigende Energiekosten führen nun allerdings dazu, dass die Regierung, der lokale Energiekonzern Eskom und die Verbraucher erneuerbare Energiequellen als Ernst zu nehmende Alternative betrachten. Dabei steht u. a. die Nutzung von Sonnenenergie zur Warmwasseraufbereitung durch solarenergiebetriebene Geräte im Mittelpunkt.

Zudem könnte damit ein neuer Industriezweig in Südafrika entstehen. Nimrod Zalk, Direktor für Industriepolitik im südafrikanischen Wirtschaftsministerium ist der Auffassung, dass die angespannte Situation im Bereich der Stromversorgung eine Möglichkeit für eine neue beachtliche Industrieentwicklung in Südafrika bietet, mit dem Hauptaugenmerk auf solarbetriebene Wassererwärmung.

Die Regierung erwartet, dass sich die Solarindustrie exponentiell entwickelt und sich dadurch die Wertschöpfung und die industrielle Struktur vertiefen. Zusätzlich kann die Wertschöpfung noch dadurch gesteigert werden, dass die Zulieferindustrie und die Fertigungsindustrie wachsen. Die Expansion der lokalen Produktion von Solarenergie-Komponenten reduziert zudem den Druck auf die südafrikanische Außenhandelsbilanz, weil dadurch Importe substituiert werden können.

Eine Entwicklung der lokalen Solarindustrie könnte Südafrika zu einem Ausgangspunkt für Exporte in weitere Länder des südlichen Afrikas machen. Ein zusätzlicher wirtschaftlicher Vorteil für Südafrika liegt in der Kostenreduzierung bei der lokalen Herstellung von solarbetriebenen Geräten für Warmwasseraufbereitung, die aufgrund der höheren Produktion an den Endkunden weitergegeben werden kann.

Der Energieversorger Eskom sieht noch ein großes Potenzial von noch nicht realisierten Möglichkeiten in der lokalen Solarindustrie. So soll der vermehrte Einsatz von solarbetriebenen Warmwasseraufbereitungsanlagen nicht nur das Energienetz entlasten, sondern es werden auch mit der Entwicklung eines neuen Industriezweigs und der Ausbildung von Fachkräften zahlreiche dauerhafte neue Arbeitsplätze geschaffen.

Derzeit gibt es vorwiegend kleine Hersteller und Installateure von solarbetriebenen Warmwasseraufbereitungsanlagen in Südafrika, mit ca. 10 000 Einbauten pro Jahr. Die Regierung und Eskom beabsichtigen, die Anzahl auf 200 000 Einbauten pro Jahr zu erhöhen. Zudem beabsichtigt Südafrika, die Solarindustrie zu fördern. Kommt es zu einer flächendeckenden Nutzung von Warmwasser durch Sonnenenergie, wäre dies ein großer Schritt zur Stabilisierung des lokalen Elektrizitätsnetzes, da in Südafrika ein unverhältnismäßig hoher Anteil an Strom für die Warmwasserbereitung benötigt wird.

Der Geschäftsführer der Johannesburger City Power, Silas Zimu ist ebenfalls der Auffassung, dass der Bereich der Sonnenenergie zukünftig an Bedeutung gewinnen wird. City Power plant, solarbetriebene Warmwasseranlagen auf Basis eines Förderprogramms in allen Haushalten in Johannesburg zu installieren. Dazu soll ein eigens entwickelter Energietarif eingeführt werden, der die Kosten für die Verbraucher um gut ein Viertel senken wird. City Power will mindestens 600 MW an herkömmlicher Energie einsparen, was der Leistung eines Kraftwerkes entspricht.

Für die Umsetzung der Planung soll in Kürze eine Ausschreibung erfolgen, mit der Absicht potenzielle Anbieter und Lieferanten zu identifizieren, die in der Lage sind, die notwendigen Aggregate zu liefern und die Installationen in Johannesburg durchzuführen.

Kontakt:
Thomas Schaal
Geschäftsführer der Außenwirtschaftsberatung ESA-Meridian in Südafrika
Tel.: +27 (0)21 7854-609
E-Mail: willkommen@esa-meridian.com

Thomas Schaal | www.news2010.de
Weitere Informationen:
http://www.esa-meridian.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Lasersensoren LAH-G1 – Optische Abstandssensoren mit Messwertanzeige
15.08.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie