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Sonne und Wind statt Sprit

03.08.2001


Die Neue Magdeburger Hütte im südlichen Karwendel mit Solarmodulen auf dem Dach. 1,5 Kilowatt photovoltaische Leistung decken vollständig den mittleren Tagesstromverbrauch von fünf Kilowattstunden.


Richtig gemütlich wird es nicht, wenn der Diesel brummt und stinkt. Zwar liefern die Aggregate zuverlässig den nötigen Strom, damit Bergsteiger und Wanderer auch auf entlegenen Hütten nicht auf Komfort verzichten müssen - doch zeitgemäß und umweltfreundlich ist diese Form der Energieerzeugung nicht. Daher wurde zwischen den Jahren 1996 und 2000 das europäische Projekt EURALP durchgeführt. Es zeigte, dass sich Dieselgeneratoren oft durch moderne energiesparende Techniken und solare Technologien ersetzen lassen. Für 17 Berghütten haben der Deutsche Alpenverein und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE neue Konzepte ausgearbeitet und konsequent umgesetzt.

»Photovoltaik-Module allein sind meist nicht der Weisheit letzter Schluss«, gibt Klaus Kiefer vom ISE zu, »denn bei schlechtem Wetter oder im Winter reicht die Sonneneinstrahlung nicht aus, um die Hütte ausreichend mit Strom zu versorgen. Doch häufig bläst gerade dann der Wind.« Daher setzten die Forscher auf Hybridsysteme bestehend aus Solarzellen, Windkraftanlagen, Warmwasserkollektoren und Blockheizkraftwerke, die mit Pflanzenöl oder Flüssiggas betrieben werden. Und in manchen Fällen blieb das Dieselaggregat erhalten, um Verbrauchsspitzen abzufangen.

Doch wie gehen die Ingenieure vor, wenn sie ein für die Hütte individuelles Konzept entwickeln? Im ersten Schritt ermitteln und analysieren sie Rahmendaten: Wieviele Gäste kamen in den vergangenen fünf Jahren und wieviele übernachteten? Wie windig und sonnig ist es im Bereich der Hütte? Welche Umbauten sind mit welchen Kosten verbunden? In Schritt zwei entsteht eine Ist-Analyse des Energieverbrauchs. Sie umfasst alle Energieerzeuger wie Heizkessel und Generatoren einerseits und Verbraucher andererseits: alle Elektrogeräte, Gaskocher und -öfen oder Kachelöfen. Der dritte Schritt findet am Schreibtisch statt. Mit modernen Simulations- und Berechnungsprogrammen untersuchen die Forscher, was eine verbesserte Wärmedämmung oder energiesparende Geräte bringen würden. Im letzten Schritt erarbeiten sie ein Konzept, welche Maßnahmen die technisch und wirtschaftlich sinnvollsten sind. Ist das Konzept geprüft und freigegeben, beginnen Installationsbetriebe mit den Umbauten. Die Wissenschaftler nehmen die Anlagen schließlich ab und überprüfen, ob der Solargenerator die vorgesehene Leistung erbringt. Die Verträge zur regelmäßige Wartung schloss der Alpenverein in den meisten Fällen direkt mit den Installationsfirmen ab.

Dipl.-Ing. Klaus Kiefer | Mediendienst

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