Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompetenzzentrum nimmt Elektroschrott-Recycling ins Visier

20.06.2002


Gesamtfinanzvolumen beträgt 5,5 Mio. Euro


In Wien wurde heute, Mittwoch, das kürzlich eröffnete Kompetenzzentrum für Elektro(nik)altgeräte-Recycling und nachhaltige Produktentwicklung (KERP) präsentiert. Neun Industriepartner und drei Forschungspartner bündeln darin weltweit einmalig ihre Kompetenzen im Bereich der Elektro- und Elektronikindustrie. Ziel ist es, innerhalb dieses Industriezweiges den gesamten Lebenszyklus eines Produktes zu optimieren. Das Kompetenzzentrum wird im Rahmen der Aktionslinie "Förderung industrieller Kompetenzzentren" vom Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMWA) gefördert. Weitere Fördergeber sind das Land Wien und das Land Burgenland. Das Gesamtfinanzvolumen beträgt rund 5,5 Mio. Euro.

"Den Lebenszyklus eines Produktes zu optimieren, bedeutet ausgemusterte Produkte optimal zu recyclen und das gewonnene Know-how bereits bei der Produktion neuer Geräte einzusetzen", so Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder im Rahmen der Präsentation. Ein besonderer Schwerpunkt des KERP-Zentrums liege darin, Forschungsergebnisse möglichst rasch in die unternehmerische Praxis umzusetzen. Hintergrund sind die stets strenger werdenden Auflagen für Produzenten und Entsorger von Elektronikgeräten. Rieder betont die Wichtigkeit des Projekts, da allein in Österreich im Jahr1999 rund 80.000 Tonnen Elektro(nik)schrott anfielen. Die Zuwachsrate beträgt jährlich etwa zwei bis fünf Prozent. Rund die Hälfte stammt von Haushalten oder haushaltähnlichen Einrichtungen. In Österreich müssen derzeit lediglich Kühlschränke und Leuchtstoffröhren verpflichtet getrennt gesammelt werden. Gegen diese Praxis sprechen vor allem schadstoffhaltige Bauteile wie Akkus oder Batterien und der Verlust wertvoller Rohstoffe wie Kupfer und Aluminium.


Die EU hat sich der Problematik bereits angenommen. Im Jahr 2004 sollen zwei neue EU-Richtlinien (WEEE- und ROHS-Direktive) in nationales Recht umgesetzt werden, die Produzenten zunehmende Verantwortung für die Produktsammlung,- behandlung und –verwertung zuschreiben und den Einsatz gefährlicher Substanzen in der Produktion einschränken. Zur Diskussion stehen dabei u.a. Wegwerfverbote für Altgeräte und das Verbot, Elektrogeräte mit Substanzen wie Blei oder Quecksilber auf den Markt zu bringen. Ein weiterer Vorschlag für eine Richtlinie (EEE-Direktive), die vermutlich 2007 in Kraft treten wird, enthält Mindestanforderungen an das Ökodesign von Produkten.

Ziel industrieller Kompetenzzentren ist es, in ausgewählten Technologiebereichen Spitzenforschung zu leisten und rasch in industrielle Prozesse zu implementieren. Der breite Konsens von Industrie, Wissenschaft und Wirtschaftsforschern hat auch in Österreich zu bereits 18 Zentren geführt. Bis 2005 sollen doppelt so viele industrielle Kompetenzzentren und Netzwerke bestehen. Aktuell besteht das Konsortium in KERP aus neun Industriepartnern und drei Forschungspartnern: die Burgenländische Elektronik- und Kommunikationssysteme GmbH, die Eco-efficient Electronics and Services GmbH, die Entsorgungslogistik Austria GmbH, das Institut für Öko-effiziente Technologien, die Kapsch BusinessCom AG, die Österreichische Gesellschaft für System- und Automatisierungstechnik, die TU-Wien (Department for Sustainable Development and Business), die Siemens AG Österreich, die Sony International Europe GmbH, T-Mobile Austria, die Umweltdienst Burgenland GmbH und der Klueger Entsorgt Umwelt- und Entsorgungstechnik AG.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.kerp.at/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise