Aktiv gegen den plötzlichen Herztod

Am Donnerstag, 27. Juni 2002 um 13:00 wird auf dem Ernst-Reuter-Sportfeld, Onkel-Tom-Straße 40 in Berlin-Zehlendorf ein Automatisierter Externer Defibrillator an den Landessportbund übergeben.

Täglich erliegen in Deutschland 250 Menschen dem plötzlichen Herztod, weit überwiegend aufgrund von Herz-Kammerflimmern. Kammerflimmern bedeutet elektrisches Chaos am Herzen mit sofortigem Herzstillstand. Nur durch Elektroschock-Behandlung (Defibrillation) innerhalb weniger Minuten bestehen Chancen für ein Überleben ohne bleibende Schäden. Daher wird die Defibrillation durch Laien als frühzeitigste Therapie gefordert.

Auch in Berlin gibt es Aktivitäten zur Förderung der Defibrillation mit halbautomatischen Geräten durch ausgebildete Laien. Neben anderen institutionellen und privaten Interessenten ergriff auch der Landessportbund Berlin (LSB) die Initiative, in seinem Einflussbereich die Anwendung der halbautomatischen Defibrillation zu unterstützen. Dies geschieht einerseits durch die Aufstellung von Geräten zur Defibrillation (A.E.D. – automatisierter externer Defibrillator) und andererseits durch die Ausbildung von Übungsleitern des LSB.

Das erste Gerät wird nun am 27. Juni 2002 um 13:00 am Standort Ernst-Reuter-Sportfeld, Onkel-Tom-Straße 40, Berlin-Zehlendorf an den Landessportbund übergeben. Bereits am 14.02.2002 wurden am Klinikum Benjamin Franklin Übungsleiter des LSB und Mitarbeiter des Bezirksamtes als Laienhelfer am Gerät ausgebildet.

Das Ernst-Reuter-Sportfeld ist einer von drei stationären Standorten, die vom Landessportbund unterstützt werden. Weitere Standorte sind das Sportforum Hohenschönhausen und die TU-Sporthalle-Waldschulallee.

Zur Geräteübernahme werden zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Medizin erwartet.

Die Notfallmediziner des UKBF begleiten das Programm mit einer Studie, die neue Erkenntnisse über den plötzlichen Herztod ergeben soll. Ebenso werden wichtige Erkenntnisse zum Aufbau der erforderlichen Ausbildung von medizinischen Laien erwartet.

Das UKBF setzt sich schon seit Jahren für die Verbreitung dieser Überlebens-Technik ein. Nach einer erfolgreich verlaufenden ausführlichen Studie unter Führung der Kardiologen im UKBF im Jahre 1986/87 wurde die Frühdefibrillation 1988 zur Routineaufgabe der Rettungswagen-Besatzungen in Berlin. Von hier aus hat sie sich im gesamten Deutschen Rettungsdienst ausgebreitet.

Ansprechpartner für weitere Informationen:
Dr. J. Breckwoldt
Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
Priv.Doz. Dr. H.-R. Arntz
Klinik für Kardiologie und Pulmologie
Tel. 030 / 8445 – 2640 (AB)
E-Mail: breckwoldt@medizin.fu-berlin.de

Media Contact

Katrin Pommer idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neutronen-basierte Methode hilft, Unterwasserpipelines offen zu halten

Industrie und private Verbraucher sind auf Öl- und Gaspipelines angewiesen, die sich über Tausende von Kilometern unter Wasser erstrecken. Nicht selten verstopfen Ablagerungen diese Pipelines. Bisher gibt es nur wenige…

Dresdner Forscher:innen wollen PCR-Schnelltests für COVID-19 entwickeln

Noch in diesem Jahr einen PCR-Schnelltest für COVID-19 und andere Erreger zu entwickeln – das ist das Ziel einer neuen Nachwuchsforschungsgruppe an der TU Dresden. Der neuartige Test soll die…

Klimawandel und Waldbrände könnten Ozonloch vergrößern

Rauch aus Waldbränden könnte den Ozonabbau in den oberen Schichten der Atmosphäre verstärken und so das Ozonloch über der Arktis zusätzlich vergrößern. Das geht aus Daten der internationalen MOSAiC-Expedition hervor,…

Partner & Förderer