Dunkle Geschäfte mit edlen Hölzern

WWF-Studie belegt: 13 Prozent aller Holzimporte stammen aus illegalem Einschlag

Rund dreizehn Prozent aller in den G8-Staaten und China erworbenen Holzprodukte stammen aus illegaler Abholzung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des WWF, die anlässlich des bevorstehenden G8-Gipfels in Kanada vorgelegt wurde. Der WWF dringt auf mehr Transparenz im internationalen Holzhandel. Der Raubau an den Wäldern könne nur gestoppt werden, wenn die betroffenen Staaten verbindliche Richtlinien für einen verantwortungsvollen Holzimport erlassen. Es sei Aufgabe der G8, hier Farbe zu bekennen. Transparenz im Handel sei der erste Schritt, um eine nachhaltige Holzwirtschaft voranzutreiben.

Der WWF-Studie zufolge landen zwei Drittel der weltweit gefällten Bäume entweder als Rohmaterial oder in verarbeiteter Form, sei es als Möbelstück, Essstäbchen oder Papier, in China oder den G8-Staaten (Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien, Russland, Japan, die USA und Großbritannien). Der WWF schätzt, dass mindestens 53 Millionen Kubikmeter des in diese Länder importierten Holzes aus illegalen Quellen stammt. Das entspricht 13 Prozent ihres gesamten Holzimports. „In einigen waldreichen Ländern ist der illegale Holzeinschlag sogar weit höher. In Teilen Russlands und in Indonesien kann man davon ausgehen, dass zwischen 60 und 80 Prozent der Bäume illegal gefällt werden“, erläutert Michael Evers, Forstreferent vom WWF Deutschland. In der einen oder anderen Form komme etliches davon auch in Europa auf den Markt.

Für die Naturschutzorganisation sind Reformen im öffentlichen Beschaffungswesen ein Ansatz, um das Problem anzugehen. Der öffentliche Sektor, also Schulen Verwaltungen, Krankenhäuser usw., benötigen in den Industrieländern im Schnitt knapp 20 Prozent des importierten Holzes. „Keiner unserer Minister kann die Hand dafür ins Feuer legen , dass seine Büroeinrichtung nicht aus illegalen Quellen stammt, “ meint Michael Evers. Deshalb sei es höchste Zeit, das Beschaffungswesen in den G8 Ländern umzustellen. Der WWF fordert
die G8 Staaten auf, mit gutem Beispiel voranzugehen. Es müsse sichergestellt sein, dass Möbel, Papier und Bauholz im öffentlichen Bereich nicht aus Raubbau stammen. Um dieses Ziel zu erreichen, empfiehlt der WWF die Zertifizierung nach den international gültigen Kriterien des FSC (Forest Stewardship Council). Darüber hinaus können Regierungen durch bilaterale Handelsvereinbarungen, in denen sich beide Partner zu nachhaltiger Forstwirtschaft verpflichten, helfen, das Dickicht im internationalen Holzhandel zu lichten.

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