Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr als Archivierung und Videokonsum

14.02.2014
Chemnitzer Informatiker präsentieren vom 10. bis zum 14. März 2014 auf der CeBIT in Hannover ein User-Interface zur Suche in archivierten und mit zusätzlichen Inhalten angereicherten Videomaterialien

Immer mehr Videoportale wie Youtube, Google, Yahoo oder Bing Video dienen einer enormen Anzahl von Endnutzern als tägliche Unterhaltungsquelle. Die Suche nach einem Wunschclip erfolgt auf der Basis vorgegebener Begriffe. Für professionelle Endanwender reichen diese Begriffe nicht aus.

Beispielsweise benötigt ein Video-Redakteur auf der Suche nach dem passenden Videoclip aus seinem Archiv für die bevorstehende Nachrichtensendung weitere Metadaten. Zusätzliche Daten nutzen auch Archivare und Historiker, um alte Nachrichtensendungen und private audiovisuelle Materialien nach relevanten Inhalten oder historisch markanten Ereignissen zu durchforsten.

Ein User-Interface zur Suche in archivierten und mit zusätzlichen Inhalten angereicherten Videomaterialien präsentieren Informatiker der Technischen Universität Chemnitz vom 10. bis zum 14. März 2014 auf der CeBIT in Hannover (Halle 9, Gemeinschaftstand "Forschung für die Zukunft", Stand B18).

Die Medieninformatiker der TU Chemnitz befassen sich seit mehreren Jahren damit, Videomaterialien aus analogen Altbeständen wie VHS-Videokassetten zu digitalisieren und darin enthaltene Metadaten automatisiert zu extrahieren und durchsuchbar zu machen. Dazu haben die Chemnitzer jetzt eine browserbasierte Nutzeroberfläche entwickelt, die auf den Namen "Thundercloud” hört. Mit ihrer Hilfe lassen sich Archivbestände nach vielfältigen Metadaten durchsuchen und entsprechende Stellen in Videos framegenau auswählen. "Eine adaptive Darstellung verschiedener zeitbasierter Metadaten von Sprachtranskriptionen über Texteinblendungen und Schnittgrenzen bis hin zu detektierten Gesichtern erlaubt es Nutzern, die inhaltliche Struktur eines Videos schneller zu erfassen und macht damit langwieriges Abspielen und Anschauen nahezu überflüssig", erklärt Prof. Dr. Maximilian Eibl, Inhaber der Professur Medieninformatik.

Darüber hinaus können Endnutzer auch von Zusatzinformationen profitieren, die passend zum aktuellen Videokontext eingeblendet werden. Dazu haben Informatiker von der Professur für Verteilte und Selbstorganisierende Rechnersysteme einen Prototypen entwickelt, der audiovisuelle Medien mit zusätzlichen Inhalten aus dem Internet anreichert. Während der Nutzer sich beispielsweise die Tagesschau auf seinem Fernseher ansieht, kann er bezogen auf den aktuellen Beitrag zusätzliche Inhalte auf seinem Smartphone oder Tablet anzeigen lassen. Dabei kann es sich sowohl um Artikel von Wikipedia, als auch einzelne Tweets von Twitter oder einen Google Maps-Ausschnitt der gerade thematisierten Region handeln. Außerdem kann der Anwender mittels einfacher Drag-and-Drop-Gesten, die auf seinem Smartphone angezeigten Informationen auf den Fernseher verschieben und sie somit allen Personen in seiner Umgebung zur Verfügung stellen. "Hierdurch verbessert sich das Fernseherlebnis signifikant, da der Nu tzer nicht mehr aktiv nach weiteren Inhalten suchen muss, sondern diese automatisch präsentiert bekommt", sagt Prof. Dr. Martin Gaedke, Inhaber der Professur Verteilte und Selbstorganisierende Rechnersysteme.

Ergänzt wird der Auftritt der beiden Informatik-Professuren auf der CeBIT durch einen Multitouch-Tisch des interdisziplinären DFG-Graduiertenkollegs CrossWorlds der TU Chemnitz. Ursprünglich für den Einsatz in Museen konzipiert, ermöglicht es dieser, Besuchern spielerisch Wissen über Exponate zu vermitteln. Dazu können mehrere Nutzer kollaborativ und nicht nur parallel aktiv werden und somit miteinander in Interaktion treten. Die Besucher der CeBIT können diese Funktion beispielhaft an einer eigens kreierten Kartenspielanwendung nachvollziehen. Mit Hilfe von eingebauten Kameras kann der Tisch zudem bestimmte Informationen über seine Nutzer sammeln, um gezielt Inhalte zu präsentieren und je nach gegenwärtiger Nutzerzahl unterschiedliche Anwendungen anzubieten.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Maximilian Eibl, Telefon 0371 531-25780, E-Mail eibl@informatik.tu-chemnitz.de, sowie Prof. Dr. Martin Gaedke, Telefon 0371 531-25530, E-Mail gaedke@informatik.tu-chemnitz.de.

Hinweis für die Medien: In der Pressestelle der TU Chemnitz können Sie honorarfrei ein themenbezogenes Foto anfordern. Motiv: Stephan Heinich und Vera Fink von der Professur Medieninformatik bereiten den Multitouch-Tisch für die Präsentation auf der CeBIT vor. Foto: TU Chemnitz/Philip Knauth. Dieses Foto finden Sie auch im Ordner "Forschung" des Online-Bildarchivs der Pressestelle: http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/bilder

Technische Universität Chemnitz
Universitätskommunikation - Pressestelle Katharina Thehos, Wissenschaftsredakteurin
Straße der Nationen 62, Raum 109
09111 Chemnitz
Germany
Telefon +49.371.531 32146
Telefax +49.371.531 10049
katharina.thehos@verwaltung.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2014:

nachricht Nachhaltigkeit mit Fokus – LZH auf der Hannover Messe 2014
24.03.2014 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Chancen der Telemedizin als Thema des IT-Planungsrates auf der CeBIT
13.03.2014 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2014 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten