Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT: TopDocuMation - Prüfsystem für lackierte Bauteile aller Baugrößen

28.01.2014
Reisebusse, Stadtbusse, Überlandbusse – die Palette der Fahrzeugtypen bei Bussen ist riesig. Aber eines haben sie alle gemeinsam: viel Fläche, um mit einer besonderen Lackierung, die oftmals Werbezwecken dient, auf sich aufmerksam zu machen. Bei der Produktion ist daher der Lackierprozess mit genauester Qualitätsprüfung der vielfältigen Oberflächengestaltung sehr wichtig.

Das Fraunhofer IOSB zeigt auf der CeBIT ein Prüfverfahren, das auch für spiegelnde Oberflächen bestens geeignet ist und durch eine integrierte intuitive Gestensteuerung dem Prüfer seine Aufgabe erleichtert.


Die deflektometrische Messmethode erlaubt auch die Inspektion großer Bauteile mit spiegelnden Oberflächen.

Manfred Zentsch © Fraunhofer IOSB

Der Vorteil des deflektometrischen Prüfverfahrens gegenüber anderen 3D-Verfahren wie Triangulation oder „Shape from Shading“ liegt in dem Ansatz, am Objekt nicht die Oberfläche selbst, sondern deren Spiegelbild zu untersuchen. Ein grafisches Muster, entweder schwarz-weiße Streifen oder auch ein Schachbrett, wird auf einem Schirm dargestellt.

Eine oder mehrere Kameras nehmen Bilder des sich in der Bauteiloberfläche spiegelnden Musters auf. Ähnlich einem menschlichen Prüfer, der ein spiegelndes Objekt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, um Fehler auf der Oberfläche zu erkennen.

Als Ergebnis wird die Oberflächentopographie des Objektes mittels einer „Messpunkt-Wolke“ ermittelt, die zu einem FEM-Modell (Finite-Elemente-Methode) der Oberfläche weiter verarbeitet werden kann. Der direkte Vergleich des ermittelten FEM der „Ist-Oberfläche“ kann mit der Kontur der CAD-Konstruktionszeichnung verglichen werden.

Die Struktur der Oberfläche ist im Ergebnis deutlich sichtbar. Zur Beurteilung der Ober-fläche ist es weiter möglich, Aussagen zur Struktur der Oberfläche im „Mikro-Bereich“ zu geben (Kurzwelligkeit, Lackqualität). Die Empfindlichkeit der Bewertung ist somit an beinahe alle Bedürfnisse anpassbar.

Eine weitere Besonderheit des vorgestellten Systems ist die integrierte Gestensteuerung. Der Prüfer kann einfach mit dem Finger auf die Stelle zeigen, an der ein Defekt festgestellt wurde. Mittels 3D-Tracking durch zwei Kinects erkennt das System automatisch die genaue Position der markierten Stelle und übernimmt die Daten in das Dokumentationssystem mit einer exakten Lokalisierung. Insbesondere im Umgang mit sehr großen Bauteilen bedeutet dies eine Erleichterung der Arbeitsprozesse und eine deutliche Zeitersparnis, da der Prüfer nicht mehr seinen Arbeitsplatz verlassen muss, um die Art und Position des Fehlers in ein Rechnerterminal einzugeben.

Um verschiedene Fehlerarten zu dokumentieren, können dem System unterschiedliche Handgesten antrainiert werden. Ist das Teil in Ordnung, wischt er (z.B.) von links nach rechts darüber. So wird das Bauteil direkt zur Weiterverarbeitung frei gegeben.

Das System präsentieren die Wissenschaftler auf der CeBIT in der Halle 9 auf dem Stand der Fraunhofer-Gesellschaft.

Weitere Informationen:

http://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/42775/
http://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/4698/?highlight=deflektometrie
http://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/33978/?highlight=gesten

Sibylle Wirth | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iosb.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2014:

nachricht Nachhaltigkeit mit Fokus – LZH auf der Hannover Messe 2014
24.03.2014 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Chancen der Telemedizin als Thema des IT-Planungsrates auf der CeBIT
13.03.2014 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2014 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie