Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT lab zeigt die spannendsten Technik-Trends von morgen

21.02.2013
Viele Produkte, die unseren Alltag verändert haben, feierten auf der CeBIT Premiere - beispielsweise das erste Tablet mit Webzugang (Höft & Wessel im Jahr 2000) oder das erste Internetradio fürs Auto (Blaupunkt, 2009).

Was in den vergangenen Monaten hinter verschlossenen Türen von Forschungseinrichtungen entwickelt wurde und den Vorsprung durch Innovation sichert, präsentiert das CeBIT lab vom 5. bis 9. März in Halle 9: vom Smartphone als Türöffner und dem mobilen Eyetracker über die Fabrik der Zukunft bis zum 3-D-Drucker für den Hausgebrauch.

Dank Fraunhofer wird das Smartphone zum Türöffner

Einen praktischen, aber nicht minder wegweisenden Ansatz verfolgt das Fraunhofer SIT mit seinem CeBIT-Exponat "ShareKey": Das innovative Konzept soll Smartphones zu Türöffnern für Autos, Hotelzimmer und Büros machen, eignet sich aber auch für Lösungen wie Innenstadt-Schließfächer oder Car-Sharing. Die Zugangsrechte lassen sich flexibel per App verwalten. Dabei sorgt die Software-Architektur für hohe Sicherheit. Die Schließberechtigungen können per E-Mail oder SMS verschickt und zeitlich begrenzt werden. Diese besonders sichere Lösung lässt sich auch leicht in bestehende Smartcard-Systeme integrieren.

OP der Zukunft

Einen weiteren wichtigen Fortschritt für die Medizin könnte der "Intelligente OP der Zukunft" bedeuten, den das Fraunhofer ISST am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand vorstellt: Gezeigt werden ein System zur intelligenten Einweisung, eine sichere Patientenerkennung und ein Werkzeug zur Personalerfassung auf Basis der Funktechnik RFID. Bei akuten Herzbeschwerden wird beispielsweise oft schon im Notfallwagen entschieden, ob ein Herzinfarkt vorliegt. Über eine spezielle Software wird das EKG zur Auswertung an einen Spezialisten geschickt.

Er entscheidet, in welches Krankenhaus der Patient eingewiesen wird.
Dort erkennt eine intelligente Software dessen Identität und gleicht sie mit der festgelegten Behandlung in der Patientenakte ab. Zur effizienteren Auslastung der Operationssäle schlagen die Fraunhofer-Forscher eine Anwesenheitserfassung per RFID vor. Diese Technologie könnte zudem weitere Parameter wie die Beatmungszeit erfassen.

Mobile E-Verwaltung

Ein cleveres Szenario für die mobile E-Verwaltung entwirft das Forscherteam von Fraunhofer FOKUS auf der CeBIT. Es soll darstellen, wie mit aktueller Informationstechnologie die elektronische Zusammenarbeit in der Verwaltung bei der Erstellung, Fallbearbeitung und Archivierung digitalisiert werden kann. Dadurch soll die Verwaltung auch auf mobilen Endgeräten ermöglicht werden. Die Grundlage des Projekts bilden die Erfahrungen aus dänischen Ministerien bei der Digitalisierung von Wissens- und Geschäftsprozessen.

HPI zeigt interaktive IT-Bildungsplattform

Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut demonstriert eine interaktive IT-Bildungsplattform, die ihr Wissen mit jedermann teilt. Geboten werden kostenlose und offene Online-Kurse, die für Orientierung in der dynamischen Welt der Informationstechnologie sorgen sollen, aber auch vertraute Sichtweisen auf den Kopf stellen.

Deshalb hängen am HPI-Stand Möbel und Inventar teilweise umgekehrt von der Decke oder scheinen im Raum zu schweben. Frisches Wissen kann in Zeiten des Online-Lernens überall aufgenommen werden: in der Küche, dem Wohn- oder Arbeitszimmer, aber auch unterwegs. Und im Garten des offenen Standhauses greifen Innovationsexperten der HPI School of Design Thinking spontane Ideen von CeBIT-Besuchern auf und verarbeiten sie gemeinsam zu neuen Ansätzen für die Shareconomy.

Analyse genetischer Veränderungen in Echtzeit

Ein weiterer Ausstellungsschwerpunkt des HPI-Instituts ist die blitzschnelle In-Memory-Technologie, die beispielsweise die Medizin revolutionieren soll: Wenn Ärzte die optimale Behandlungsentscheidung treffen wollen, müssen sie den Bauplan ihres Patienten (DNS) auf genetische Veränderungen untersuchen. Dabei fallen riesige Datenmengen an, denn jeder Mensch trägt rund 3,2 Milliarden Erbinformationen in sich. Um genetische Veränderungen in Echtzeit zu analysieren, kombinieren die HPI-Wissenschaftler die weltweiten Forschungsergebnisse zu einer Wissensdatenbank. Dadurch können die neuesten Erkenntnisse über eine Erkrankung sofort in die Behandlung einfließen.

DFKI mit Fabrik der Zukunft

Ein absolutes Topthema der CeBIT ist Industrie 4.0. Mit dieser Herausforderung beschäftigen sich auch die Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Das Forschungsprojekt RES-COM (Ressourcenschonung durch kontextaktivierte M2M-Kommunikation) untersucht, wie sich die Vision des Internets der Dinge und die technologischen Aspekte von intelligent vernetzten Komponenten auf die Fabrik der Zukunft auswirken. Durch eine miniaturisierte Fabrikationsanlage mit den Stationen Fräsen, Kommissionieren, automatisierte Montage und Handarbeit wird live ein Produkt gefertigt.

Mobiler Eyetracker

Fast wie aus einem Sciencefiction-Streifen wirkt das DFKI-Projekt "Taking Places": Nicht etwa per Mausklick, Sprachsteuerung oder Touch-Geste, sondern allein mit ihren Augen können Besucher auf der Messe Informationen zu beliebigen Objekten abrufen. Mit Hilfe eines mobilen Eyetrackers, der in eine Brille integriert ist, erkennt das Gerät, wenn der Nutzer einen Gegenstand mit Interesse betrachtet. Das System identifiziert das Objekt anhand eines Bildähnlichkeits-Suchverfahrens und gibt die gewünschten Infos als Audiodatei aus.

Interaktive 3-D-Bilder beim "Innovationsland Niedersachsen"

Namhafte niedersächsische Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben sich ebenfalls Gedanken zum Leitthema "Shareconomy"

der CeBIT gemacht: Der Gemeinschaftsstand "Innovationsland Niedersachsen" präsentiert Exponate zur Erhebung, Analyse, Visualisierung und Interaktion mit Daten. Es werden aber auch Assistenzsysteme für Verkehr, Gesundheit und Alter thematisiert. Zwei Beispiele: Mit der Entwicklung von neuen interaktiven 3-D-Visualisierungs-Methoden setzt sich das Institut Mensch-Maschine-Kommunikation der Leibniz Universität Hannover auseinander. Und das Forschungszentrum L3S wandelt statische Webarchive in ein kollektives Gedächtnis um, das eng mit dem Nutzer verbunden ist.

Connected Living präsentiert vernetzte Heimelektronik

Auch im Bereich Smart Home präsentiert das CeBIT lab den neuesten Stand der Technik: Die Systemlösung des Innovationszentrums Connected Living vernetzt Hausgeräte untereinander und bietet Werkzeuge und Software-Lösungen zur Planung, Installation und Steuerung. Der zentrale Architekturansatz trägt in hohem Maße dem Gedanken der Shareconomy Rechnung, da eine Vielzahl von Diensten und Applikationen aus der Cloud zur Verfügung gestellt werden. Die Vernetzung von Geräten und Diensten sorgt für das nahtlose Zusammenspiel von Herstellern, Serviceprovidern und Verbrauchern, was völlig neue Geschäftsmodelle ermöglicht.

CeBIT Innovation Awards am Stand des BMBF

Mit dem CeBIT Innovation Award haben das Bundesforschungsministerium (BMBF) und die Deutsche Messe AG erstmals einen Preis für herausragende Entwicklungen in den Bereichen Design, Nutzerfreundlichkeit und Mensch-Maschine-Interaktionen ausgelobt. Mehr als 70 Forscher und Entwickler aus deutschen Forschungseinrichtungen, Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen haben ihre Ideen eingereicht. Die vier prämierten Exponate der Wettbewerbssieger sind am Stand des BMBF zu sehen.

BMWi zeigt Trusted Cloud

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) stellt Anwendungsbeispiele aus dem Technologieprogramm "Trusted Cloud" vor.

Der Schwerpunkt liegt auf Cloud-Diensten für mittelständische Unternehmen. Welche Möglichkeiten bietet Cloud Computing für Handwerksbetriebe? Wie können Cloud-Lösungen mittelständischen Arzneimittelherstellern helfen, schneller medizinische Wirkstoffe zu entwickeln? Wie können die Daten in der Cloud vor ungewollten Zugriffen des Cloud-Anbieters geschützt werden? Ziel von "Trusted Cloud" ist die Entwicklung und Erprobung innovativer, sicherer und rechtskonformer Cloud-Computing-Lösungen.

TU Clausthal hilft Feuerwehr bei der Planung

Die TU Clausthal (TUC) zeigt auf der CeBIT ein System, das die Einsatzabwicklung für Behörden mit Sicherheitsaufgaben beschleunigt und beispielsweise Einsatzleitern bei der Feuerwehr die Planung erleichtert. Die intelligente Lösung erfasst und identifiziert die Einsatzkräfte beim Einsteigen in das Fahrzeug automatisch dank in die Sitze eingelassener Antennen und RFID-Transpondern in der Kleidung. Ein Minicomputer im Fahrzeug wertet die Daten aus und verteilt sie an die Laptops, Tablets oder Smartphones der jeweiligen Verantwortlichen.

AOK-Leonardo zeichnet Senioren-Tablet aus

Das Tablet als ideales Gerät für Senioren steht bei der Bremer Heimstiftung im Vordergrund. Bis 2015 will man dort alle Bewohner mit Tablet-PCs ausstatten. Auf einer personalisierten Plattform können die Teilnehmer beispielsweise ihr individuelles Wochenprogramm an Aktivitäten zusammenstellen. Für die geistige Fitness sorgt ein Gedächtnistraining im App-Format. Um den Umgang mit der modernen Technik zu erlernen, werden den Senioren Paten von Schulen und Unis zur Seite gestellt. Die Idee des Projekts "Vera - vernetzt und aktiv"

überzeugte bereits die Jury des AOK-Leonardo, der Gesundheitspreis für Digitale Prävention. Die Krankenkasse würdigte das Vorhaben mit einem Förderpreis.

3-D-Drucker von fabbster für den Hausgebrauch

Ähnlich futuristisch wirkt das Drucken von Gegenständen wie Schmuck, Spielzeug oder Ersatzteilen. Dabei ist der 3D-Drucker von fabbster, der aus Kunststoffen wie ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) Bauteile bis zu einer Größe von 380 Millimetern fertigen kann, schon serienreif. Im Internet sind bereits tausende von kostenlosen Designideen für den Do-it-yourself-Druck verfügbar. Die netfabb-Software läuft auf Windows-, Mac- und Linux-Rechnern. In Halle 9 ist der Trend-Drucker in Aktion zu erleben.

Ansprechpartnerin für die Redaktion:
Gabriele Dörries
Tel.: +49 511 89-31014
E-Mail: gabriele.doerries@messe.de

Gabriele Dörries | Deutsche Messe Hannover
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2013:

nachricht „Where ideas work“ – Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg auf der CeBIT 2013
06.02.2013 | MFG Innovationsagentur für IT und Medien Baden-Württemberg

nachricht CeBIT 2013: Smart Farming – Software macht das Ernten cleverer
06.03.2013 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2013 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie