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Aktuelle Verkehrslagen im Stadtverkehr besser voraussagen

24.02.2010
Bauhaus-Universität Weimar stellt Projekt MOSAIQUE auf Cebit 2010 vor

Im Rahmen des Forschungsprojekts "MOSAIQUE" präsentiert die Professur Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der Fakultät Bauingenieurwesen ein Instrumentarium für Qualitätsanalysen im städtischen Verkehr.

Großstädter kennen das Dilemma: entscheidet man sich für Bus und Bahn, um zur Arbeit zu fahren oder nimmt man besser das Auto? Die Situation auf den Straßen macht dann oft genug einen Strich durch die Rechnung, Bahnverspätungen oder unvorhergesehene Staus führen dann doch dazu, dass man zu spät im Büro eintrifft.

Das Forschungsprojekt MOSAIQUE setzt genau hier an und will Verkehrslagen besser vorhersagbar machen, für die Verkehrsteilnehmer gleichermaßen wie für Verkehrsplaner. Dafür wurde von einem mitteldeutschen Forschungskonsortium ein Verkehrsmanagementnetzwerk entwickelt, das permanent aktuelle Daten aus dem Stadtverkehr erhebt und miteinander verknüpft, um genauere Vorhersagen treffen zu können.

Die aktuelle Situation im Autoverkehr wird über Detektoren z.B. an Lichtsignalanlagen erfasst, ebenso wird die aktuelle Verkehrslage im öffentlichen Personennahverkehr Autoverkehr berücksichtigt. Temporäre Abweichungen wie Baustellen werden ebenfalls in die Analyse einbezogen. Die Auswertung erfolgt dann zentral und in kürzester Zeit in der städtischen Verkehrsmanagementzentrale. Diese kann dann mit den aufeinander abgestimmten Ergebnissen den Verkehr wesentlich besser voraussagen und Empfehlungen für die Verkehrsteilnehmer aussprechen.

"Ein Ziel ist es beispielsweise, den Anwendern Informationen über ihren individuellen Reiseweg zuzusenden", erklärt Tobias Pretzsch, Mitarbeiter an der Professur Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der Bauhaus-Universität Weimar. "Denkbar ist es, dass ich mir aktuelle Informationen zu meiner Buslinie wie konkrete Abfahrtszeiten direkt aufs Handy schicken lasse, wann immer ich dies brauche." Weiterhin können durch den Einsatz von Verkehrsmanagementsystemen langfristig CO2-Emissionen reduziert werden, da weniger Staus entstehen.

An dem Forschungsprojekt MOSAIQUE, das seit September 2005 läuft, sind neben der Bauhaus-Universität Weimar der Mitteldeutsche Verkehrsverbund, die Städte Halle und Leipzig, die Hallesche Verkehrs-AG, die Leipziger Verkehrsbetriebe sowie weitere Industriepartner beteiligt. So verwenden die beiden Städte Halle und Leipzig das Online-Verkehrslage-System bereits im Testbetrieb, der offizielle Einsatz ist noch für 2010 geplant. Das Land Sachsen-Anhalt, einer der Förderer von MOSAIQUE, will das System sogar auf das gesamte Bundesland ausweiten.

"Der Beitrag der Professur Verkehrsplanung und Verkehrstechnik besteht unter anderem darin, die Wirkungszusammenhänge zu berechnen und die Vorteile für die Anwender und Kunden zu analysieren", erläutert Tobias Pretzsch die Forschungsleistung der Bauhaus-Universität Weimar. "Wir ermitteln, welche konkreten Reisezeiteinsparungen für den Kunden möglich sind und stellen Vorher-Nachher-Vergleiche an.", so Pretzsch weiter. Neu ist auch, dass im Projekt erstmalig ein Qualitätsmanagement-Instrumentarium für das Verkehrsmanagement entwickelt wurde.

Besichtigt werden können die Forschungsergebnisse des Projektes MOSAIQUE auf dem Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf der CeBIT:

CeBIT 2010, Hannover
02. bis 06. März 2010
Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft"
Halle 9, Stand D 04
www.cebit.de
Bauhaus-Universität Weimar
Fakultät Bauingenieurwesen
Professur Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
Univ.-Prof. Prof. E.h. Dr.-Ing. Ulrich Brannolte
Tel.: +49(0)3643 - 58 44 70
Fax: +49(0)3643 - 58 44 75
E-Mail: ulrich.brannolte@uni-weimar.de
MOSAIQUE verfolgt die Zielsetzung eines länderübergreifenden Netzwerks für Verkehrsmanagement in Mitteldeutschland. Gefördert wurde das Projekt vom Bundeswirtschaftsministerium. Daneben stellten das Land Sachsen-Anhalt, der Freistaat Sachsen Mittel für Investitionen bereit, mit denen die Voraussetzungen für die praktische Erprobung geschaffen wurden. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 14 Mio. Euro.
Weitere Informationen:
http://www.mosaique-online.de - Informationen zum Projekt
http://www.vpt-weimar.de - Informationen zur Forschungsarbeit der Professur Verkehrsplanung und Verkehrstechnik

http://www.uni-weimar.de/Bauing/verkehr/cms/vpt/media/opdownld/mosaique/CeBIT%202010%20Poster%20BUW%20VPT%202009-02-08%20A4.pdf - CeBIT-Standposter der Professur Verkehrsplanung und Verkehrstechnik

Claudia Weinreich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-weimar.de

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